Mit vorzeitigen Wehen ins Krankenhaus: Was kann ich selbst tun?

Mit vorzeitigen Wehen ins Krankenhaus

© fotolia, Cello Armstrong

Aus Erfahrung weiß ich, dass werdende Mütter sich manches Mal sorgen, die Wehen könnten zu früh einsetzen. Daher möchte ich Sie erst einmal beruhigen: In den allermeisten Fällen kommen die Wehen erst dann in Gang, wenn das Baby bereit ist, auf die Welt zu kommen.

Vermutlich werden Sie trotzdem im Verlauf Ihrer Schwangerschaft erleben, dass zum Beispiel ihr Bauch mal kurz hart wird: Die Kontraktionsbereitschaft der Gebärmutter wird mit den Monaten stärker. Etwa in den letzten beiden Monaten bemerken viele Frauen diese "Übungswehen" als spürbares, aber nicht schmerzhaftes Ziehen. All das ist völlig harmlos und hat nichts mit vorzeitigen Wehen zu tun Falls Sie doch mal unsicher sind, was da los ist, sprechen Sie am besten mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt.

Bei einem Verdacht auf vorzeitige Wehen werden die behandelnden Ärzte erst einmal klären, warum diese einsetzen. Eventuell steckt eine Infektion des Geburtsweges dahinter, häufig ist auch körperliche und/oder seelische Belastung der Auslöser. Auf alle Fälle sind vorzeitige Wehen das Ergebnis eines vielschichtigen Zusammenspiels körperlicher und seelischer Einflüsse. Übrigens werden keineswegs alle werdenden Mütter mit vorzeitigen Wehen gleich in die Klinik aufgenommen. Oft reicht es schon, einfach mal aus dem gewohnten Alltag herauszukommen, um etwas zu entspannen. Es tut gut, wenn Sie dabei die Gewissheit haben, dass eine Hebamme Sie unterstützt. Mit ihr können Sie auch besprechen, was Ihnen sonst noch gut tut. Das können zum Beispiel der bewährte "Schwangerschaftstee" nach Ingeborg Stadelmann sein (gibt es in der Apotheke) oder homöopathische Mittel. Manchen Frauen helfen auch Massagen, damit es ihnen besser geht.

Wird eine werdende Mutter wegen vorzeitiger Wehen in die Klinik aufgenommen, ist es ebenfalls wichtig, im Blick zu behalten, dass Körper und Seele eine Rolle spielen. Leider ist das im Klinikalltag oft nicht so einfach. Die moderne Hochleistungsmedizin tut sich schwer damit, uns Menschen ganzheitlich zu sehen. Zumal die Ärzte sich auch gegen rechtliche Folgen absichern wollen, etwas den Vorwurf, medizinisch nicht alles Menschenmögliche versucht zu haben. Daher ist die Behandlung oft sehr auf bestimmte Bereiche oder Funktionen ausgerichtet. Bei vorzeitigen Wehen bekommen die Frauen üblicherweise Medikamente, welche die Kontraktionsbereitschaft der Gebärmutter herabsetzen. Diese Wehenhemmung ("Tokolyse") wird vor allem genutzt, um im kritischen Zeitraum der Schwangerschaft Zeit für die Lungenreifung des Babys zu gewinnen. Das kann dem Atemnotsyndrom zu früh geborener Kinder wirksam vorbeugen.

Allerdings hat die Tokolyse häufig starke Nebenwirkungen, vor allem Herzklopfen, Hitzewallungen, Übelkeit, Unruhe oder Kopfschmerzen. All das kann die ohnehin schon verunsicherte schwangere Frau weiter verstören. Jetzt kommen zu den Sorgen, die sie sich um den Fortbestand der Schwangerschaft und das Wohlergehen ihres Babys macht auch noch Beschwerden! Kein Wunder, dass da die Sorge auftaucht: "Kann das überhaupt gut gehen?" Um einem Teufelskreis aus Angst und Anspannung vorzubeugen, ist es sehr wichtig, sich Luft zu verschaffen. Falls Arzt oder Schwester Ihnen nicht von sich aus erklären, mit welchen Nebenwirkungen einer Behandlung Sie zu rechnen haben: Fragen Sie oder Ihr Partner ruhig nach! Sie brauchen sich auch nicht zu scheuen, zu fragen, ob Ihre Beschwerden zu den normalen Nebenwirkungen gehören. Je mehr Sie wissen, desto besser können Sie sich auf die möglichen Nebeneffekte der Tokolyse einstellen. Und desto leichter wird es Ihnen fallen, diese als einen notwendigen Schritt zugunsten Ihres Babys zu sehen.

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