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Hebamme Martina Höfel

Hebamme

Martina Höfel

   

 

Unruhiger Nachtschlaf/falsche Bettgehzeit?

Hallo Frau Höfel.
Ich habe eine 20 Wochen alte Tochter. Seit einiger Zeit schläft sie nachts relativ schlecht, wacht alle 1-2 Stunden auf. Sie schimpft dann nicht sondern dreht sich auf die Seite, kaut auf den Fingern und brabbelt vor sich hin. Meist lege ich sie an und dann schläft sie meist recht schnell wieder(sie trinkt meist nicht oder nicht viel, sondern nuckelt). Durch leises summen oder zureden keine Chance einzuschlafen, Schnuller nimmt sie nicht.
Bisher habe ich sie gegen 18 Uhr bettfertig gemacht, weil sie dann sehr quengelig wird. Dementsprechend ist die Nacht gegen 6.30 Uhr zu Ende. Den Tag über wird sie alle 1,5-2 Stunden müde, schläft dann meist 45-60 min(aber nie in ihrem Bett). Nun wird sie allerdings schon gegen 17/17.30 so maulig das sie nochmal ein schläfchen braucht. So kurz vorm eigentlichen "Nachschlaf" ist das doch sicher kontraproduktiv oder? Ich schaffe es aber irgendwie nicht ihre schlafenszeit nach hinten zu verschieben weil sie dann so quakig wird. Nichtmal 10min klappen ohne weinen. Ist 18.30 Uhr vielleicht zu früh?? Ich bin verwirrt. LG Katja

von Kamalisa87 am 14.03.2019, 17:46 Uhr

 

Antwort:

Unruhiger Nachtschlaf/falsche Bettgehzeit?

Liebe Kamalisa,

ja, werden viele beim Lesen Ihres Postingsdenken - das kenne ich.

Schlafen ist abhängig von der Gehirnreife. Allerdings müssen dafür viele Rädchen ineinandergreifen, bis das funktioniert. Fachmännisch ausgedrückt: Der Tag-Nachtrhythmus oder der circadiane Rhythmus wird im Gehirn festgelegt und zwar nach der individuellen Uhr im Nucleus suprachiasmaticus. Der bedient die Zirbeldrüse und löst dort die Ausschüttung von Melatonin aus. Und dann kann man schlafen. Dieses Schlafverhalten ändert sich häufig!

In diesem Alter muss ein Kind noch nicht durchschlafen.

Kinder werden nachts wach - manchmal bis weit ins zweite Lebensjahr hinein! Ob Sie es jetzt Hunger (nach Nahrung oder Körperkontakt oder eben der Abendbrei zur falschen Zeit) oder Nähebedürfnis (Überprüfen, ob kind sich in Sicherheit wiegen kann) nennen, ist dabei belanglos. Wichtig ist, dass Mama – oder Papa (mit Nahrung, Geruch, Stimme) da ist und Sicherheit vermittelt.m

Es gibt KEINEN festen Zeitpunkt ab dem ein Babmy durchschläft - auch wenn es schon so war und andere Mütter oder Bücher es immer verkaufen wollen!

"Studien und die Erfahrung von unzähligen Eltern haben eindeutig gezeigt, dass das nächtliche Aufwachen, das ab etwa vier bis sechs Monaten nachts wieder vermehrt auftritt, entwicklungsbedingt ist.

Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben. Sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen (!), dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Es gibt jedenfalls genügend Gründe dafür, dass das Kind unausgeglichen ist und nachts häufiger aufwacht.

Bleiben Sie gelassen, sorgen Sie für Nahrung und Nähe- umso schneller schlafen alle wieder.

Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 15.03.2019

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