Nachtschreck, Albträume und Schlafwandeln

Nachtschreck, Albträume und Schlafwandeln

Ein lauter Schrei, ein anhaltendes Wimmern oder ein Keuchen schreckt die Eltern auf. Das Kind scheint wach zu sein. Es will jedoch nicht angefasst werden und lässt sich nicht beruhigen.

Nach einiger Zeit schläft es wieder friedlich ein. So oder so ähnlich gestaltet sich der so genannte Nachtschreck, der in der medizinischen Fachsprache Pavor nocturnus genannt wird.

Weitere Phänomene, die bei Kindern verbreitet häufig vorkommen, sind Albträume und Schlafwandeln. Doch wodurch sind diese Phänomene gekennzeichnet und wodurch unterscheiden sie sich?

Nachtschreck

Der Nachtschreck tritt meist vor Mitternacht - einige Stunden nach dem Einschlafen - und vor allem bei Kindern zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr auf. Meist dauert ein solcher "Anfall" wenige Minuten, in Ausnahmefällen auch bis zu einer halben Stunde.
Während eines Nachtschrecks ist das Kind verwirrt, unruhig, atmet schnell, hat erweiterte Pupillen und einen beschleunigten Herzschlag. Häufig spricht es im Schlaf, möglicherweise tritt und schlägt es um sich. Manche Kinder nässen beim Nachtschreck auch ein. Das Kind kann aus diesem Zustand nicht geweckt werden. Am besten ist es, das Kind einfach in Ruhe zu lassen, denn es schläft dann von alleine wieder ein. Am nächsten Tag kann sich das Kind an nichts erinnern.

Dem Nachtschreck kann oftmals mit einem regelmäßigen Schlafrhythmus, ausreichend Schlaf und einer ruhigen Atmosphäre vor dem Schlafengehen vorgebeugt werden. Dabei hilft ein festes Abend-Ritual. Kinder, die sehr aufgekratzt oder übermüdet ins Bett gehen, leiden eher unter Nachtschreck.

Im Allgemeinen ist der Nachtschreck harmlos, auch wenn das für nebenstehende Eltern schwer nachzuvollziehen ist. Tritt das Phänomen bei älteren Kindern auf, sollte ein Kinderarzt zu Rate gezogen werden.

Albtraum

An einen Albtraum können sich Kinder dagegen lange erinnern. Es sind Träume, die einen schrecklichen Inhalt haben. So werden Kinder im Traum von Gespenstern, Monstern, Tieren, bösen Menschen oder sonstigen Gestalten verfolgt oder stecken in Situationen fest, aus denen sie sich nicht selbst befreien können. Hier brauchen Kinder dringend Anteilnahme. Sie sollten beispielsweise in den Arm genommen werden und das Gefühl bekommen: Mama/Papa ist bei mir. Das Kind braucht die Bestätigung, dass es große Angst gehabt hat. Diese Angst darf ihm nicht ausgeredet werden. Eventuell möchte das Kind seinen Traum auch erzählen. Dann sollten Sie als Eltern aufmerksam zuhören und Ihr Kind mit seiner Angst ernst nehmen.

Albträume können aufgrund von tagsüber erlebten Ängsten entstehen oder aus Verknüpfungen zwischen realen Ereignissen und Fantasie. Diese Angstträume treten vor allem im letzten Drittel einer Nacht auf und finden nicht im Tiefschlaf, sondern während des Traumschlafs (REM-Schlaf) statt.

Je älter das Kind wird, desto mehr lernt es, mit seinem Ängsten umzugehen. So ist auch zu erklären, dass die Alptraumhäufigkeit mit zunehmendem Kindesalter abnimmt. Im Allgemeinen sind gelegentliche Albträume zwar unangenehm, aber in der Regel kein Grund zur Besorgnis. Treten sie gehäuft auf, sind sie oft mit Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen verbunden. Dann soll ein Kinderarzt befragt werden.

Schlafwandeln

Schlafwandeln wird als Somnambulismus oder Noctambulismus bezeichnet. Nach Schätzungen sind etwa ein bis sechs Prozent aller Kinder über einen gewissen Zeitraum betroffen. Schlafwandeln beginnt meist zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr, es kann sich über mehrere Jahre hinziehen, unabhängig davon, ob es unregelmäßig oder konstant auftritt. In der Regel normalisiert sich der Schlaf bis zur Pubertät. Kinder schlafwandeln meistens im ersten Drittel der Nacht. Die Ausflüge können wenige Minuten aber auch bis zu einer halben Stunde dauern. Am nächsten Morgen kann sich das Kind nicht erinnern. Darum sollte man vor dem Kind nicht zu viel darüber sprechen, um es nicht in Angst zu versetzen.

Schlafwandler gehen vorwiegend geradeaus - egal was kommt. Daher besteht erhöhte Unfallgefahr, weil sie auch aus dem Fenster oder über Balkonbrüstungen klettern. Falls Ihr Kind zum Schlafwandeln neigt, sollten Sie Sicherheitsvorkehrungen treffen: Schließen Sie Fenster und Türen ab. Bringen Sie ein Glöckchen an, das Sie warnt, wenn das Kind schlafwandelt. Schlafwandelnde Personen kann man nur sehr schwer erwecken - dann sind sie meist entsetzt und überrascht. Besser ist es, das Kind an der Hand zu nehmen und mit ruhigen Worten wieder ins Bett zu bringen.

Keines dieser Schlafphänomene ist bedenklich, wenn es gelegentlich auftritt. Bei häufigem Auftreten können Stress oder Überlastung mögliche Gründe sein. Sollten die nächtlichen Störungen aber eine Belastung darstellen, besprechen Sie sich bitte mit dem Kinderarzt.

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