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Geschrieben von chahema am 15.02.2012, 22:25 Uhr

Ein bisschen Mut machen - Stillen von Extremfrühchen

Hier unsere kleine Geschichte:
im Juni vergangenen Jahres platzte mit meiner Fruchtblase auch mein Traum von einer natürlichen, ambulanten Geburt. So wurde unsere Tochter in SSW 27/3 per sectio geboren. Das war ein großer Schock für mich, schon unsere erste Tochter kaum zu früh (SSW32) und mit Kaiserschnitt. Nur bei unserer zweiten lief alles glatt.
Unsere Püppi war ganz tapfer, atmete gleich, musste nicht beatmet werden, hatte keine Blutung und Infektion. Sie brauchte vier Wochen CPAP und fünf Coffeincitrat.
Neben all den Sorgen und Ängsten war meine ganz große Hoffnung, dass wenigstens das Stillen klappt und ich hatte das Glück auf einen engagierten Kinderarzt und tolle Kinderschwestern zu treffen, die mir viel Mut machten. Und so konnte ich Marie nach 2 1/2 Wochen, knapp 1000g zum ersten Mal auf der Intensivstation anlegen! Noch heute bin ich für diese Unterstützung dort unendlich dankbar. Sie machten mich stark für die Nachsorgestation, wo Stillen nicht immer gern gesehen ist. Faustregel lautete dort: Erst Flasche, dann Brust!! Zum Glück nicht bei uns. Ich habe wie wild gepumpt (wir haben immer noch 50Liter Milch in der Klinik zu stehen), damit die Milch gut fliesst, nach zwei Wochen hat Marie zum ersten Mal 5 Gramm getrunken, welch' ein Gefühl!! Ich hatte dann auch das Glück, dass der Rest nicht mit Flasche nachgefüttert wurde, sondern sondiert, auch wenn der Arzt das nicht gern gesehen hat. Anfangs hab' ich eine Mahlzeit angelegt, als sie kräftiger wurde eine zweite, bis ich sie, als sie acht Wochen alt war voll und nach Bedarf stillen konnte. Ich hatte ein Zimmer in der Klinik, die Schwestern haben mich angerufen, wenn ich mal nicht bei Marie war und sie Hunger hatte.
Es war eine schwere Zeit neben all 'den Sorgen, die man sich um seinen Wicht macht, weil ich immer wieder darum kämpfen musste, dass sie nicht mit der Flasche gefüttert wurde. Auch das ständige Wiegen machte das Stillen in der Klinik oft zum Spiessrutenlauf, weil man immer unter Erfolgsdruck stand. Anders noch als bei Trinkversuchen mit der Flasche, weil immer peinlich genau darauf geachtet wurde, dass sie die vorgeschriebene Trinkmenge schafft, wo bei den Flaschenkindern gesagt wurde, ach das trinkt er bei der nächsten Mahlzeit mehr.
Aber unser Mädchen hat ihnen gezeigt, dass auch die ganz kleinen es schaffen, wenn man es ihnen nur zutraut. Ich bin so stolz auf sie und kann nur jeder Mama Mut machen, wenn Du stillen möchtest, dann schau Dich nach offenen Schwestern und Ärzten um, nach einer Stillschwester und/oder Hebamme, die dich unterstützen und dir Mut machen! Es lohnt sich und entschädigt für so manchen Kummer und manchen Verlust, den man hatte durch den frühen Start. Meine Große konnte ich leider nicht stillen, weil ich zu unerfahren war und die entsprechende Unterstützung nicht hatte. Um so mehr freue ich mich, dass es nun geklappt hat! :)

 
7 Antworten:

Re: Ein bisschen Mut machen - Stillen von Extremfrühchen

Antwort von Cleotara am 16.02.2012, 7:21 Uhr

Oh das freut mich aber für euch. Meine Maus kam bei 30+5 mit 1300g u 38 cm.. brauchte nur wenige Stunden CPAP und hatte nur die ersten 10 Tage eine Infusion.. ansonsten nur noch die Überwachung.
Ich durfte sie erst anlegen als sie 1800g wog (wegen Keime in der Muttermilch) das war ungefähr nach 4 Wochen. Es hat nicht mehr geklappt mit Stillen, sie hat sich total verweigert und nur die Flasche genommen.
Zuhause hab ich es dann noch wochenlang probiert aber war nix zu machen, sie ist regelrecht ausgerastet. Dann wollt ich sie nicht weiter ärgern weil sie einen großen Nabelbruch hatte der auch Schmerzen verursachte und hab das stillen aufgegeben. Im Januar wurde sie deswegen operiert. Sie ist jetz 4 1/2 Monate alt.
Es hat mich sehr traurig gemacht das ich nciht stillen konnte.

Alles gute euch weiterhin.

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Re: Ein bisschen Mut machen - Stillen von Extremfrühchen

Antwort von Fredda am 16.02.2012, 8:06 Uhr

Ganz wichtiger Beitrag!

Meine waren ja alle gemäßigte Frühchen und die Kleinste (34. SSW) konnte wegen der Sepsis halt erst nicht selber trinken, da musste ich abpumpen. Und da haben die Schwestern immer gesagt, jaja, lange haben sie keine Milch :-(
Zum Glück wußte ich von den Jungs, dass ich reichlich Milch habe und Stillen ganz einfach ist, deshalb habe ich es ihr nicht geglaubt, den Mittleren hatte ich bis ein paar Wochen vor der Geburt noch gestillt. Sonst hätte mich ihr Pessimusmus bestimmt überzeugt.
Beim ersten Anlegen ging es auch nicht so toll (in der Klinik eigentlich gar nicht), aber kaum waren wir zuhause, trank sie an der Brust als hätte sie nie was anderes gemacht :-)

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Re: Ein bisschen Mut machen - Stillen von Extremfrühchen

Antwort von Fischstäbchen am 16.02.2012, 14:37 Uhr

Hallo!
Echt super, dass ihr 2 so viel Geduld hattet und es dann geklappt hat! Und auch, dass du so ne gute Betreuung in der Klinik erfahren habt! Darf ich fragen wo ihr lagt?
Meine Tochter kam bei 33+3 auf die Welt, also zum Glück kein Extremfrühchen.
Sie lag in der Gießener Uniklinik und ich war nicht so begeistert. Klar, viele Schwestern und Ärzte waren nett, aber in Sachen Stillberatung ist da nix gelaufen, das haben auch andere Mütter bemängelt. Ich bin zum Glück auch vom Fach und hab mich dann durchgesetzt. Erst meinten einige Schwestern ich dürfe anlegen (die auf der Intensiv), als meine Maus keine CPAP mehr hatte, dann meinten andere (die auf der normalen Neo-Station), die Kleine wär zu schwach und ich dürfte das nicht. Die haben einen in vielerlei Hinsicht dermaßen zu entmündigen versucht, das war schon echt krass. Ich hab sie dann aber angelegt, sie war ja am Monitor und ich hab ihr auch nicht die Brust aufgezwungen, sondern einfach mal geschaut, ob sie dran Interesse hat. Sie hatte von Anfang an mehr Interesse daran, als an der Flasche. In der Klinik hab ich sie erst mal nur zu 1 Mahlzeit tgl. angelegt. Nach fast 3 Wochen sind wir dann heim und hab sie dann auf Rat meiner Hebamme vor jeder Mahlzeit angelegt und dann noch Flasche gegeben, aber ohne Stillproben, sondern so viel wie sie wollte, da sie damals auch schon nach Bedarf getrunken hat und sich immer auch gemeldet hat. Nach 1 Woche konnte ich sie voll stillen. War ein tolles Gefühl! Und jetzt nimmt sie kontinuierlich zu und liebt die Brust!

Mein Tipp für alle, denen es ähnlich geht: So schnell wie möglich anlegen oder zumindest das Kind an der Brust "schnuppern" lassen. Und sich an eine gute Hebamme wenden.
LG
Natascha

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Re: Ein bisschen Mut machen - Stillen von Extremfrühchen

Antwort von Arstin am 16.02.2012, 16:41 Uhr

Das ist eine schöne Geschichtenette Aufmunterung.
Wir sind leider noch nicht so weit das wir eine Mahlzeit mit stillen abdecken. Aber wir üben.
Im Krankenhaus hat sie eigentich nur so 5 ml aus der Brust genommen. Hin und wieder waren es auch mal 30ml. Aber sie hat immer die Flasche bevorzugt, und das hat sie auch allen gezeigt.
Da wusten wir schon was wir für einen Trotzkopf mit nach Hause nehmen werden.
Ich denke das in unserem Fall zuspät angefangen wurde die Brust zugeben. Das erstemal war ca. 7 Wochen nach der Geburt und ungefähr eine Woche nachdem sie angefangen hat die Flasche zubekommen. Es hieß immer das sie erstmal aus der Flasche trinken soll da die Brust zu anstrengend ist. Irgendwann habe ich darauf bestanden es zu versuchen. Und wie oben schon geschrieben mit mehr oder weniger Erfolg.

Ich dachte zu Hause wirds schon besser werden, erst recht wenn sie Ihren eigentlichen Geburtrstermin erreicht hat. Es hieß das sie auf jeden Fall die Kraft dann hat. Aber leider macht sie auch Ihre spielchen. Mal trink sie, mal nicht.
Meine Pumpen sind mittlerweile meine besten Freunde geworden und die Logistik in unserem Gefrier- und Kühlschrank läuft mittlerweile auch ganz gut. Nur für Unterwegs ist es halt.... schwierig.

Aber ich bin noch guter Hoffnung und denke mir wenns nicht klappen sollte, hauptsache sie bekommt Mu-Milch. Aus welchem Behälter ist dann letzlich egal.

Danke für deine Geschichte.

Arstin + Rala (29SSW)

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Re: Ein bisschen Mut machen - Stillen von Extremfrühchen

Antwort von Frühjahrskrümel17 am 16.02.2012, 19:16 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

Ihr schreibt immer, dass ihr keine Flasche wolltet. Meine Tochter lag rund 2 Wochen im künstlichen Koma. Ist somit künstlich über die Sonde ernährt worden. Anschmiedend dann Flasche. Und als die Brüche, die sie bei der Geburt erlitten hat langsam verheilten, dann durfte ich beginnen sie anzulegen! Es hat rund 2 Wochen gedauert bis es einigermaßen geklappt hat. Die Ärztin hat mich nach Hause mit ihr entlassen, weil sie meinte zu Hause spielt sich das bestimmt ein, weil da mehr Ruhe ist. Und sie hatte recht. Kaum zu Hause, hat alles prima funktioniert! Aber die Flasche habe ich trotzdem gegeben.

Tagsüber habe ich sie gestillt und abends hat immer der Papa die Flasche gegeben und ich konnte in Ruhe die Kinder ins Bett bringen. Das war für alle toll! Und ich hatte ein Büschen Freiheit und konnte auch mal in Ruhe abends weggehen.

Also nur Mut. Man muß es einfach ausprobieren und nicht so schnell aufgeben!

Gruß Tina

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Re: Ein bisschen Mut machen - Stillen von Extremfrühchen

Antwort von chahema am 16.02.2012, 21:08 Uhr

Hallo, wir lagen in der UFK Magdeburg. Aber auch dort wird es nicht grundsätzlich gern gesehen. Ich hatte das große Glück auf einen Arzt zu treffen, der sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und eine "stillbegeisterte" Kinderschwester zu finden, die mich hat anlegen lassen, obwohl die Befunde von meiner Milch noch nicht da waren. Es gibt auch hier noch viele Schwestern, die es lieber sehen, wenn man nicht stillt, die auch andere Mamas nicht gerufen haben, obwohl sie nebenan auf der Wochenstation gelegen haben. Wir hatten einfach ganz viel Glück, oft auf die richtigen Menschen gestoßen zu sein. Der Arzt meinte, ich solle mir von den Schwestern nichts vorschreiben lassen, es ist mein Kind und ich bestimme. Das ist gar nicht so einfach, wie du ja auch erfahren hast. Nirgends ist man so fremdbestimmt wie im Krankenhaus. - Mein Baby war erst mein Baby als wir zu Hause waren, nach eben elf Wochen!!

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Re: Ein bisschen Mut machen - Stillen von Extremfrühchen

Antwort von Merry am 16.02.2012, 22:59 Uhr

Hey
das finde ich toll, dass es klappt mit dem Stillen bei Dir. Ich habe na ganze Weile immer abgepumpt und meiner Tochter dann die abgepumpte Milch gegeben. Erst als wir bei den Schwiegereltern zu Besuch waren und ich erst runter in die Küche hätte rennen müssen, um die Milch zu wärmen usw. hat es aufeinmal komischer-, aber glücklicherweise geklappt und ich konnte meine Süße fast ein Jahr lang stillen, irgendwann hat sie sich von selbst abgestillt und da meine Muttermilch nicht nahrhaft genug war, musste ich auch "zufüttern". Aber es war trotzdem eine wunderschöne Zeit, die ich genossen hatte und jedem wünche, diese Innigkeit zwischen Mutter und Kind zu erleben.
LG Merry

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