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Geschrieben von rheingold am 06.12.2019, 18:01 Uhr

Schreien - DAS soll normal sein!?

Unser Sohn ist nun knapp fünf Wochen alt und übertrifft mittlerweile alles an Erwartungen was das Schreien angeht. Es ging schon im Krankenhaus am Tag nach seiner Geburt los, dass er einerseits sehr wach war und auch schon ziemlich viel geschrien hat. Und mittlerweile gehe ich wirklich auf dem Zahnfleisch. Könnte ein paar ermutigende Geschichten gebrauchen...
Das Kind schreit und schreit und hört nicht auf. Minimum fünf Stunden am Tag, häufig deutlich mehr. Heute ist mal wieder ein ganz besonderer Tag, seit heute früh um sechs Uhr geht es rund. Und nein, er hat seitdem auch nicht geschlafen. Ab und zu gab es kurze Schreipausen, wenn er ausnahmsweise mal nicht beim Stillen meine Brust angeschrien hat. Der Kerl ist fix und fertig, schwitzt wie ein Profisportler, aber kommt nicht runter. Seit drei Stunden sitze ich mit ihm im Bett, habe ihn im Arm, tröste und halte fest - nichts.
Heute bei der U3 sagte der Arzt nur, dass er absolut gesund ist und das Schreien sei normal.
Leute, ich habe alles probiert. Alles. Von reizarmer Umgebung über Pucken bis hin zu Tragetuch. Es macht alles keinen Unterschied. Vor zwei Tagen (Mittwoch) war ich mit ihm beim Osteopathen. Der hat offenbar vier Blockaden gefunden und gelöst, zwei etwas heftigerer Natur. Ergebnis? Gefühlt noch mehr Geschrei als vorher. Wo soll das noch hinführen? Mein Mann arbeitet den ganzen Tag, teilweise bis zum späten Abend. Familie hab ich hier nicht. Es gibt niemanden, der mich unterstützen kann, mir den Kleinen mal abnimmt. Teilweise schaffe ich es den ganzen Tag nicht mal was zu Essen außer ner schnellen Handvoll Süßigkeiten. Und jeder sagt mir, das ist normal, das kann auch noch mindestens zwei Monate so weitergehen. In meiner grenzenlosen Naivität dachte ich vielmehr, es ist normal, dass so ein kleiner Wurm auch mal schläft untertags, so 1-2 Stunden zumindest. Unser Kind fällt zwischendrin vielleicht mal für 5-10 Minuten in „Ohnmacht“ wenn es hoch kommt. Ich weiß nicht, wie ich das noch so viele Wochen durchstehen soll, bitte macht mir Mut! :-(

 
19 Antworten:

Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von Schnegge89 am 06.12.2019, 18:07 Uhr

Das klingt nach Schreikind - und ja, sowas ist durchaus normal. die meisten Frauen haben in der Hinsicht aber mehr Glück. Ich kann mir vorstellen, dass das ganze enorm anstrengend und nervenaufreibend sein muss.

scheinbar findet euer Kind sehr schwer in den Schlaf und ist dauerübermüdet.

Ich würde mal gucken, ob es bei euch eine schreiambulanz gibt. die haben meistens ziemlich gute Tipps, v.a. auch was es lokal bei euch an Hilfe gibt.

ist es für euch finanziell möglich, dass du z.b. ein mittagessen geliefert bekommst oder 1 bis 2 mal die Woche eine haushaltshilfe mit anpackt?

und dein Mann muss auch mit ran. auch nach und vor der Arbeit, auch in der Nacht.

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von Hurch am 06.12.2019, 18:11 Uhr

Wende dich an eine Schreiambulanz!
Dort wirst du angehört und beraten, und bekommst nicht nur ein knappes "ist leider normal" und tschüss (hoffentlich zumindest)

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von trekkie am 06.12.2019, 18:11 Uhr

Hallo,
du arme. Er ist ja erst fünf Wochen. Das ändert sich ständig hoffe zum besseren.

ich hatte das bei meinem auch aber pucken hat beim Schlafen geholfen...
Allerdings hatte deutliches über strecken dabei. Also 3 mal zum Einrenken. Danach wurde es teilweise für 2 Tage schlimmer. Außer das er nicht mehr im Kindersitz geschriehen hat.

Ich fürchte da hilft nur Geduld. Wie klappt es im Tragetuch? Vielleicht wäre das am Tag angenehmer

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von Cothaila am 06.12.2019, 18:23 Uhr

Das einzigste was mir einfällt:

Stillst du? Kann es sein, dass er dadurch nicht satt wird? Meine große hat die ersten 3 Tage auch nur geschrien und geweint weil ich gar keine milch hatte und die paar Tropfen vormilch sie nicht satt machten. Hab dann zugefüttert. Also gestillt und gleich eine fertige Milch angeboten. Solange bis bei mir genug Milch produziert war. Dauerte paar Wochen, bis meine Brüste genug Milch produzierten um sie Satt zu macheb. Aber außer den ersten 3 Tagen war sie ein zufriedenes Baby. Bei Stress kann es nämlich auch passieren, dass die Milchproduktion nicht so recht angeregt wird. Es gibt auch Frauen, die einfach nicht genug Milch produzieren können. Darf man da auch nicht vergessen würde da aber dann mit einer Stillberaterin zusammenarbeiten. Hab ich damals auch. Die hat mich nämlich zum Zufüttern geraten. Die Hebammen in der Klinik meinten trösten trösten trösten. Dabei hatte sie einfach nur hunger gehabt meine milch ist erst am 5. Tag eingeschossen.

2. Idee wär: wie war die Schwangerschaft und die Geburt? Gabs Komplikationen? Hattest du viel stress? Gabs viele Ängste? Da kanns sein dass der kleine das alles noch verarbeiten muss, weil er dennoch alles im Bauch mitbekommt. Versuch dann am besten alles so entspannt wie möglich anzugehen.

Und generell kann ich dir nur den Tipp geben es einfach zu akzeptieren. Es gibt solche und solche Babys. Und schreien ist nichts unnormales. Problematisch wirds nur wenn es dich selber stresst. Also dass er so viel schreit. Wenn du das einfach akzeptierst und ruhig bleibst wird er auch irgendwann ruhiger.

Ich weiß selber wie stressig es sein kann wenn die kleinen nur am Dauerschreien ist du kannst auch mal mit deinem Hausarzt oder Frauenarzt darüber sprechen. Evtl hast du sogar ein Recht auf eine Haushaltshilfe, die dich dann entlastet. Ist ja keine einfache Situation. Ansonsten so mal schauen ob ihr euch irgendwie Entlastung besorgen/leisten könnt.

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von KathrynJ am 06.12.2019, 18:57 Uhr

Das Baby meiner Bekannten hat mehr oder weniger 8 Monate durchgeschrien. Also es hat mehr geschrien als geschlafen. Es wurde erst besser, als das Baby mobiler wurde.
Geh am besten in eine Schrei-Ambulanz, die können Dir helfen.
Ansonsten schau, dass Du Unterstützung bekommst. Kann Dein Mann nicht zwischenrein einen Tag frei nehmen? Oder Dich zumindest am Wochenende entlasten?

Und gehe lieber erst mal nicht mehr zum Ostheopathen.

Vielleicht hilft es Dir, das andere da auch durchmussten. Versuche, nicht dagegen anzukämpfen, sondern das Schreien zu akzeptieren. Schwierig, gerade beim ersten Kind denkt man, man macht was falsch oder so.
Das ist aber nicht der Fall! Das solltest Du Dir immer vor Augen halten!

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von Liz_NGC2070. am 06.12.2019, 19:21 Uhr

Hallo!

Erstmal vorweg: ich war ebenso naiv, nachdem mein erstes Kind ein traumhaftes Anfängerbaby war... Na klar, alle Babys sind so!

Ich kann Deine Verzweiflung verstehen! Und ich kann Dir auch versichern, es ist "normal"...

Meine jüngere Tochter ist hochsensibel und war ein Schreibaby, hat kaum 30 min. am Stück geschlafen, tags wie nachts.
Wir haben in unserer Verzweiflung auch einiges versucht, nichts hat geholfen (u.a. auch wie Du Osteopathie, was nichts gebracht hat).
Ich war psychisch wie physisch oft am Ende!!

Ich habe irgendwann einfach angefangen, die Situation zu akzeptieren, mein Kind anzunehmen und ihm zu geben, was es braucht, anstatt das alles aus einem Impuls heraus "bekämpfen" zu wollen.
Das war im Endeffekt noch immer anstrengend, aber nervenschonender und Kräfte sparender für mich und alle anderen!
Viel, viel Körperkontakt, viel Tragen und ganz viel Stillen (und das Familienbett) hat uns geholfen ;-)

Wir wurden aufgrund der Regulationsstörung zwei mal vorstellig im Kinderzentrum der Uniklinik (Schreiambulanz). Das erste mal war die Maus 7 Monate alt, beim zweite mal war sie bereits 4 Jahre alt.
Nach psychologischer und körperlicher Anamnese, Schlafprotokollen über Wochen (beim ersten mal) und einigen wirklich wohltuenden Gesprächen wurden wir jeweils entlassen mit der Aussage, sie ist gesund, normal entwickelt, wir machen alles richtig (Bedürfnisse befriedigen,...).
Wie gesagt, letzten Endes muß man es, sofern körperliche oder sonstige schwerwiegendere Dinge als Ursache ausgeschlossen werden können, eben doch so hinnehmen wie es ist!

Nimm Dir Auszeiten im Alltag, in denen Du zur Ruhe kommst und Kraft schöpfen kannst! Laß Dich von Deinem Mann/ Partner entlasten.
Und ja, Du darfst auch mal auf Ohropax zurückgreifen...

So, nun die spannende Frage: wann wird es besser???
Nie! ;-) Aaaber es wird anders... Jetzt ist meine Kleine mittlerweile 6 Jahre alt, sie ist extrem anhänglich, noch immer sehr auf Körperkontakt und äußerst sensibel, schläft noch nicht durch... und ja, es ist phasenweise noch immer anstrengend.
Aber es wird leichter, je älter und selbständiger sie wird. Das Schreien wurde mit der Zeit weniger, irgendwann wurde auch der Papa immer mehr akzeptiert, so dass auch er sie (mittletweile!) ohne Gezeter ins Bett bringen kann!

Ich wünsche Dir alles Gute!

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von starlight.S am 06.12.2019, 19:37 Uhr

Hi, tut mir Leid, dass du so ein anspruchsvolles Baby hast. Und ganz ehrlich normal ist es nicht. Denn die Norm ist nicht so anstrengend und schläft mehr/schreit weniger. Aber es ist auch nicht so ungewöhnlich. Es gibt eben auch solche Babys. Besonders hart, wenn man dann so allein mit der Aufgabe ist! Ich würde dir auch dringend zu einer Schreiambulanz raten. Besser früher wie später, denn irgendwann kann man das Geschrei einfach nicht mehr ertragen und Schlafmangel gepaar mit Dauergeschrei und ohne Entlastung kann leider dazu führen, dass schlimme Dinge passieren! Also sucht euch unbedingt Hilfe! Nimm was du kriegen kannst. Ich kann mir immer gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn man keine Hilfe hat. Wäre ich in so einer Situation, hätte ich notfalls auch die Nachbarin mit dem Wurm losgeschickt um mal ein paar Minuten zu verschnaufen... irgendwer bietet doch immer an mal aufs Kind aufzupassen. Und grade in solchen Notsituationen sollte man offen um Hilfe anfragen! Alles Gute!

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von Schnoefi123 am 06.12.2019, 19:51 Uhr

Hi, ich habe drei Töchter. Die erste und die dritte waren entspannte Babies. Die zweite hat 11 Monate geschrien. Stundenlang. Tags wie nachts, teils habe ich nur 2 Std Nachtschlaf bekommen. Mit 11 Monaten fing sie an zu sprechen. Gleich 2 Wortsätze. Seitdem ist sie sehr ausgeglichen und entspannt. Ein völlig anderes Kind. Die Lehrerin vermutet eine Hochbegabung. Hat sich mit 5 Jahren alleine lesen und rechnen bis 100 beigebracht. Warum ich das erzähle? Weil ich denke, dass ihre Unruhe und Unzufriedenheit daher kam, dass sie nicht sagen und machen konnte was sie eigentlich wollte. Der Kopf war weiter als der Körper. Sie ist auch heute noch willensstark und hat Durchhaltevermögen.
Was mir geholfen hat nicht verrückt zu werden?
ORO. PAX. IN JEDEM Zimmer. Ich habe sie nie alleine gelassen aber ich musste mich vor den Dezibel schützen. Nach draußen gehen, Tragen in der Tragehilfe, darauf vertrauen, dass es irgendwann besser wird. Und dieses Kind liebhaben, egal wieviel es mich anschreit. Das hat sie gebraucht.
Mehr kann man nicht machen. Es lohnt sich.

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von rheingold am 06.12.2019, 20:20 Uhr

Hey ihr Lieben, danke für die vielen Antworten! Was ich vergessen habe zu erwähnen: Nachts schläft der Kleine spitze, er schafft bis zu vier Stunden am Stück. Dafür bin ich auch total dankbar, sonst wäre ich wahrscheinlich schon ein Wrack.
Tagsüber hilft allerdings wie schon gesagt gar nichts. Tragetuch findet er leider gar nicht cool und ja, die Wickeltechnik stimmt. Das heißt, ich sitze fast den ganzen Tag mit dem Kerlchen auf der Couch oder im Bett und halte ihn im Arm. Zwischendrin muss ich mal mit dem Hund raus, da muss er dann auch ins Tragetuch, ob er will oder nicht, es hilft ihm aber nicht abzuschalten. Ach, zum Thema Muttermilch: Er hat innerhalb der letzen drei Wochen ein Kilo zugelegt, ich gehe also mal davon aus, dass er einigermaßen satt wird, zumal er sowieso nach Bedarf gestillt wird.
Das mit der Schreiambulanz überlege ich mir - auch wenn mir nicht ganz klar ist, wie die mir weiterhelfen können. Ich kann ja nur akzeptieren, dass es so ist wie es ist und hoffen, dass der Spuk wie so häufig nach drei Monaten vorbei ist.
Wir sind jetzt übrigens bei 14 Stunden wach sein und 10 Stunden Durchschreien angelangt. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ihr das über viele Monate hinweg ausgehalten habt.

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von rabe71 am 06.12.2019, 21:04 Uhr

Hallo,
doch,die können euch helfen in der Schreiambulanz. Probiere es aus!
- Wenn du mit dem Hund raus gehst, dann brüllt er die ganze Zeit im Tragetuch?
- Wie ist es im Kinderwagen?
- Schnuller?
- Pezziball?
- weißes Rauschen?
Bei uns war es so, dass ich ihn schon beruhigen konnte, aber ich müsste es halt den ganzen Tag auch machen(7h/Tag Tragetuch...).

Alles Gute!

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von Jolina2019 am 06.12.2019, 21:22 Uhr

Sorry, wenn ich hier so reingrätsche...
Wie ist denn sein Windelinhalt ?
Könnten evtl Unverträglichkeitein ein Grund sein? Der Windelinhalt gibt häufig Aufschluss über die Darmtätigkeit und Unverträglichkeiten.
Mein allergrößter Respekt an dich, dass du das so aushälst! Meine Tochter hatte das bis jetzt 3x, dass sie fast 1 Std komplett ohrenbetäubend geschrien hat. Ich war danach völlig aufgewühlt.
Wahnsinn was du leistest!
Vorneweg ich bin nicht dafür sofort was zu geben, wenn das Kind brüllt, aber Viburcol ist homöopathisch und hilft super bei Unruhezuständen.
Meiner Tochter hat es super geholfen, sie schlief danach beruhigt ein und war danach auch etwas besser bzw gut drauf.
Vielleicht wäre das eine Idee für Tage die wirklich arg sind? Nur für den Fall MAL.
Damit du und das Baby mal zur Ruhe kommen.

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von Nuritouri am 06.12.2019, 21:29 Uhr

Kann dir das weiße Rauschen auch sehr ans Herz legen - gibts auch fürs Handy als App.

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von rheingold am 06.12.2019, 21:38 Uhr

Tragetuch: Beruhigt in nicht. Weder bei meinem Mann noch bei mir.
Kinderwagen: Dito. Da schreit er einem dann nur nicht direkt ins Ohr
Schnuller: Nimmt er nur, wenn er „normal“ weint oder moppert (was selten vorkommt), sonst ist er ja permanent in Rage..
Pezziball: Hab ich nicht, aber schunkeln und schaukeln bringt ohnehin nicht wirklich was.
Weißes Rauschen: Keine Wirkung, weder in natura (Föhn etc.) noch über Spotify

Ich glaube nicht, dass es noch irgendwas gibt, was ich noch nicht getestet habe... Ich hatte insgeheim gehofft, dass mir jemand etwas aufmunterndes berichten kann (à la „nach zwei Monaten wird es schon langsam besser“), aber die Geschichten, die ich hier lese, lassen mich gerade eher verzweifeln

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von Baerchie90 am 06.12.2019, 21:44 Uhr

Das erinnert mich etwas an meinen großen (inzwischen 6 Jahre alt).
Er war tagsüber pflegeleicht und nachts hat er super geschlafen, aber in den Abendstunden hat er geschrieen, mit Glück "nur" 4 Stunden am Stück, mit Pech länger. Danach war er erschöpft genug, um zu schlafen.. und ja, das war furchtbar anstrengend und ich habe oft irgendwann einfach nur mitgeweint, da ich so fertig war.
Irgendwann schlich es sich ein, dass ich ihn in den Abendstunden tragen konnte, ohne dass er schrie. Allerdings nicht in der Trage, das mochte er zwar tagsüber, abends aber nicht. Und dann ging ich mit ihm durch die abgedunkelte Wohnung, gefühlt Kilometerweise bis er irgendwann einschlief.
Wenn ich durchs Kinderzimmer lief, verstummte er meist schneller, das hatten wir in einem hellen orange gestrichen, keine Ahnung, ob er die Farbe einfach mochte, oder ob die generell eine beruhigende Wirkung auf Babys hat (ich könnte mir vorstellen, dass die Farbe an den Mutterleib erinnert ), aber das fiel uns damals öfter auf. ^^

Und auch wenn ich es damals nicht gedacht hätte: es wurde wirklich irgendwann besser.

Was mir dazu noch einfällt: Hast du mal probiert, dein Baby "abzuhalten"? Also ohne Windel über ein Töpfchen oder ähnliches zu halten?
Viele Babys mögen es nämlich nicht sich einzupieseln / einzukoten und werden dann unruhig oder fangen an zu weinen. Bei meinem Sohn wußte ich das noch nicht, kann also nichts dazu sagen, aber bei Töchterchen habe ich mal drauf geachtet und gerade beim Stillen windete sie sich teilweise wie ein Aal und pullerte nachdem die Windel weg war los wie nichts gutes.
Unter dem Stichwort "Windelfrei" findest du dazu sicher einige Artikel / Informationen.
Vielleicht reduziert sich das Schreien ja so schon ein wenig, ich würde es euch beide wünschen. :-)

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von Anna3Mama am 06.12.2019, 21:49 Uhr

Hallo,
dann schreib ich mal meinen Senf auch noch dazu.
Erst mal, nein, es ist nicht normal. Auch wenn alle Eltern meinen, sagen zu müssen, dass es gaaanz normal ist und man da eben durch muss. Uns hat auch der damalige KiA komplett im Regen stehen lassen. Gaaanz normal.

Nöp. Kind 2 war lt Definition ein Schreikind . Jeden Abend 3 - 5 Stunden gebrüllt, egal, was man machte . Aber es war ein Witz im Vergleich zu Kind 1, der auch den ganzen Tag am Mosern, Brüllen war.
Ich konnte ihn zwar auch beruhigen, aber nach 1-2 Minuten war's wieder nix.
Alle 30 Minuten an die Brust, keine 30 Minuten am Stück geschlafen, tagsüber max. 1,5 Stunden alles zusammengenommen, nachts auch 4 h am Stück von 8- 12, danach im Stundentakt. Usw.

Kind 3 war dann ein "Anfängerbaby" - tagsüber. In der Nacht holte sie die verlorene Aufmerksamkeit einige Jahre nach.

Oben wurde schon ein paar Begriffe genannt. Reizverarbeitungsstörung, Hochsensibilität ...
Wie man es nennen möchte. Solche Kinder nehmen mehr Reize auf als andere. Ihr Leben lang .
Die Schreierei wird vielleicht in 2 Monaten besser sein, vielleicht wird es bis zum 1. Geburtstag deutlich besser, wenn er sprechen und laufen kann.

Heisst, hoffe nicht auf sofortige Wunder. Es lohnt sich, Dir eine langfristige Strategie zu überlegen. Hilfe zu holen.

Geh mal mit dem Gedanken ans Kind, dass es extrem feine Antennen auch für Deine Gefühle hat. Wenn Du durch den Wind bist, ist er es auch. Da nützt es auch nichts, wenn Du dabei lächelst. Deswegen: auch mal Leute zu Hilfe holen, die unvoreingenommen dran gegen, nicht denken: ohje, jetzt brüllt er gleich wieder ....

Und: wirklich das Thema Reize Minimieren etablieren. Wir haben erst recht spät generkt, dass unser Kind allein im dunklen Zimmer, in der Ruhe viel besser schlief und auch zur Ruhe kommt als im Tragetuch oder auf uns drauf. Das war immer der einzige Rat der Hebamme... jeden Tag ein anderes Globuli und :Tragen, Tragen, Tragen ! ...war für uns Quatsch, das waren zuviele Reize.
Deswegen: Ausprobieren ! Und nicht nur einmal, denn komplette Ruhe ist dann ja eine ganz neue Erfahrung, sondern auch ruhig öfter die Chance geben, "runterzukommen"

Viel Erfolg!

Und ein Termin bei der Schreiambulanz ist sicher gut. Gab es bei uns damals nicht...

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von Regina87 am 06.12.2019, 22:34 Uhr

Hallo

Ich berichte mal von uns.
Ca. ab der 11 Woche wurde bei uns geschrien. Zum Glück nur am Tag. Es lief wie folgt ab: wach werden, Flasche, schreien dabei einschlafen, nach 30 min wieder wach Flasche, schreien, wieder 30 min schlafen usw.
Trage hat sie gehasst, Kinderwagen war der Horror und Maxi Cosi schrecklich (aber musste rein)
Waren eimmal sogar Nachts im KH, vor lauter Verzweiflung.
Da sich bei ihr ein leichter Plattkopf entwickelt hat, wurden wir vom KiA zum Orthopäden überwiesen, der auf KISS spezialisiert ist. Dies geschah unabhängig von der Schreiproblematik.
Da kam dann raus: Blockaden im Nacken und ISG ausgerenkt ( war eine BEL)
Erste Behandlung und es wurde schlimmer, viel schlimmer. Wir also Termin vorgezogen und wieder hin. ISG wieder ausgerenkt, Muskulatur zu schwach, Physio verordnet.
Wir hatten 10 mal Physio und 4 Termine beim Orthopäden. Ab dem 2ten Termin wurde es etwas besser und mit der Physio viel besser. Maxi cosi ging dann problemlos und sie schlief sogar mal darin ein. Kinderwagen ging ab dann nie wieder, sie war zu neugierig und wollte mehr sehen. Trage ging irgewann eine Sling, auf der Seite tragen. Da sah sie einfach mehr.
Protest beim schlafen wurde besser je mobiler sie wurde und auch so wurde sie mit jedem Meilenstein der Motorik zufriedener.
Wobei sie sich heute noch ab und an laut gegen das schlafen wehrt, trotz offensichtlicher Müdigkeit.

Es muss bei euch ja nicht so eine massive Diagnose sein, aber ich würde mich nochmal mit den Blockaden beschäftigen. Die können, gerade in den ersten 6 Monaten, immer wieder kommen. Die Kinder werden mobiler und beanspruchen immer wieder neue Teile des Körpers, was dann wieder Probleme machen kann ( wenn es davor schon welche gab)

Wir waren Anfangs auch der Meinung sie wäre ein hypersensibles Kind. Ihr erster Geburtstag hat uns vom Gegenteil überzeugt. Volles Haus, zig Kinder, haufen Geschenke, Geräusche, Lichter usw. In dieser Nacht schlief sie seelen ruhig von 20 bis 9.30 und ohne Protest.

Übrigens: mit 6 Monaten wurde es deutlich besser, da konnte sie robben und sich drehen. Mit neun Monaten war es dann ganz vorbei, ab dann konnte sie krabbeln.

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Ich hatte zwar auch ein Schreibaby, bis in den 8. Monat,

Antwort von Tini_79 am 07.12.2019, 10:12 Uhr

aber dass ein 5 Wochen altes Kind 12 Stunden am Stück wach ist, ist schon sehr ungewöhnlich. Es schläft nichtmal eine halbe Stunde beim Tragen?????

Ich würde mal eine Schreiambulanz aufsuchen. Hat bei uns bzgl des Schreiens zwar nichts gebracht, aber die Bestätigung, dass soweit alles ok aussieht und man selbst eigentlich nichts falsch macht, hat schon etwas geholfen.

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von QueenMum am 07.12.2019, 12:56 Uhr

Also ich finde es auch nicht normal und dann sagen es ist halt ein Schreikind sorry aber so einfach würde ich es nicht abtun. Kinder in dem Alter können ja nur übers Schreien reagieren und wenn er wirklich solange wach ist und nicht zur Ruhe kommt, erklärt sich dieses Geschreie damit auch. Die Blockaden dauern allerdings immer bis Sie ganz weg sind, das geht nicht nach 1 Behandlung. Ich würde echt zur Schreiambulanz. Leider kann er sich ja noch nicht so ausdrücken, aber solange Schreien nein das ist nicht normal oder ich habe unnormale Kinder !

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Re: Schreien - DAS soll normal sein!?

Antwort von rheingold am 08.12.2019, 9:54 Uhr

Nochmal vielen Dank ihr Lieben!
Zu den Blockaden: Der Osteopath hatte ihn am Mittwoch ca. 1 Stunde lang behandelt und danach gesagt, dass nun zunächst eine Besserung eintreten sollte und wir nur wiederkommen müssen, wenn sich in ein paar Wochen wieder eine Verschlechterung zeigt. Vielleicht bin ich auch einfach zu ungeduldig und es dauert einige Tage, bis wirklich was zu merken ist.
Wer von euch hat denn Erfahrung mit Schreiambulanzen? Was genau wird dort gemacht?

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