Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Zweifingerbreit offen bzw. Geburtsreif ?

Frage: Zweifingerbreit offen bzw. Geburtsreif ?

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Lieber Dr. Bluni Vor einer Woche (bei 36+0) meinte mein Gyn. der Muttermund sei "geburtsreif" und "zweifingerbreit durchlässig". Zudem meinte er, das Köpfchen sitze ganz fest im Becken und könne nicht mehr weggedrückt werden. Dazu meine Fragen: 1. Heisst durchlässig dasselbe wie zweifingerbreit offen oder hat das eine andere Bedeutung ? 2. Seit ein paar Tagen tritt vermehrt weisser Schleim aus - ohne Färbung oder Blut. Ist es möglich, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass der Schleimpfropf abging, wenn ja schon etwas offen wäre oder dass dieser ganz langsam quasi Stück für Stück abgeht? (bei meiner ersten Geburt ging er mit einer ziemlich starken unübersehbaren Blutung ab) 3. Wenn der Muttermund wirklich schon etwas offen ist, darf ich dann trotzdem noch ins Schwimmbad oder besteht die Gefahr von Infektionen ? 4. Ist der Befund vom Gyn. tendentiell eher ein Hinweis, dass es vor dem ET zur Geburt kommt ? Für die Beantwortung meiner Fragen danke ich Ihnen bestens. Liebe Grüsse Daniela


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe DAniela, 1. die ersten Anzeichen der sich anbahnenden Geburt können sehr variabel und vor allem individuell sein. Dieses gilt auch für weitere Schwangerschaften. Und so ist es aus solchen Schilderungen ohne Untersuchungsbefund und CTG nicht ableitbar, ob dem hier nun auch so ist. Das bedeutet man kann für den Einzelfall nicht vorhersagen, ob dieses nun ein Heinweis ist, dass es losgehen wird oder ob das Kind früher als erwartet kommt. Dieses geht auch bei einem bestimmten geburtshilflichen Befund nicht, von dem man vielleicht annehmen würde, dass es für einen Geburtsbeginn reichen würde. Jeder erfahrene Geburtshilfer weiß, dass man hier immer wieder überrascht wird. Das hängt zum Teil von vielen Faktoren ab. Und auch, wenn hier z.B. schon regelmäßige Senkwehen verspürbar wären, kann es noch einige Tage dauern. Die Empfehlung wäre hier immer, sich an die Ratschläge der Hebamme oder des betreuenden Arztes zu halten und diese bei Unsicherheit zu konsultieren. 2. was "durchlässsig" heißt, ist sehr subjektiv und kann von außen nicht weiter eingeschätzt werden. 3. auch, wenn der Muttermund ein wenig eröffnet ist, darf die schwangere Frau meist noch schwimmen gehen. Dieses dann am besten mit Frauenärztin/Frauenarzt absprechen. 4. aus dem Schleimabgang ist ebenfalls so nicht abzuleiten, was nun passieren wird. Manchmal kommt es dann zeitnahe zu gebursreifen Wehen. Es kann hier aber genausogut auch noch einige Tage dauern. VB


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