Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Wegen Zysten?

Frage: Wegen Zysten?

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Hallo Dr. Bluni, meine Schwester ist jetzt in der 19+0 SSW und bei ihr wurde das zweite Screening gemacht und dabei entdeckte ihr FÄ bei ihrem Baby eine Zyste an der Niere und zwei Zysten am Kopf im Gewebe drin? Ist das schlimm und kann sich das wieder verwachsen? Sie macht sich nämlich sehr verrückt deswegen. Danke im Voraus! Katrin mit Schwester Antje


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Anja, 1.Nierenzysten (vereinzelte Zysten in einer Niere) haben keinen großen Krankheitswert und werden auch nicht genetisch vererbt, auch wenn es familär vorkommen kann. Im regulären US kann man sehr gut derartige Zysten erkennen. Bei sog. Zystennieren (die komplette Niere mit Zysten durchsetzt) ist das etwas anderes.Diesen kommt eine erhebliche Bedeutung zu, da dadurch die Funktion der Nieren doch beeinträchtigt sein kann. 2. In Zusammenhang mit Zysten im Gehirn des Kindes würde man einen solchen Befund aber ggf. in einem anderen Licht sehen. 3.diese im Gehirn des Kindes vorkommenden Zysten sind in aller Regel Zysten des so genannten Plexus choroideus (bildet das Hirnwasser)und gehören, wie auch eine Erweiterung der Nierenbecken zu den so genannten softmarkern (sonographische Hinweiszeichen auf eventuelle Fehlbildungen oder genetische Störungen). Und hierzu kann man folgendes sagen: Eine einzelne Zyste im plexus choroideus bedeutet ein geringes Risiko für eine Chromosomenanomlie. Zahlenmäßig ist es so bei 1:200 anzusiedeln. Sind mehrere Zysten zu sehen, dann ist das Risiko für eine genetische Störung und auch eine Trisomie 18 erhöht; nach Durchsicht der Literatur liegen mir hierzu jedoch keine Zahlen vor. Wichtig ist, dass man der Patientin den Sachverhalt erklärt, nach ultrasonographischen Hinweisen für eine genetische Störung schaut und mit ihr das pro & contra einer invasiven Diagnostik bespricht. Dieses sollte in einer speziellen Einrichtung für Pränataldiagnostik erfolgen. Der Ultraschall alleine kann eine chromosomale Störung nie 100%ig ausschließen. Dieses geht nur per Fruchtwasseruntersuchung, Chorionzottenbiopsie oder Entnahme von Nabelschnurblut. VB


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