Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Wechsel?

Frage: Wechsel?

Mitglied inaktiv

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Bin in der 32. Schwangerschaftswoche und finde, dass mich mein Frauenarzt nicht genügend untersucht, d.h. er hat noch keinen Zuckertest gemacht, macht nie eine vaginale Untersuchung... Meine Frage nach dem Zuckertest wurde letztes Mal einfach überhört. Soll ich den Arzt jetzt noch wechseln? Gruss Carmen


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Carmen, zunächst mal kann jeder Schwangere in den online abrufbaren Mutterschaftsrichtlinien nachlesen, was Gegenstand der Untersuchungen ist. Die Adresse ist http://www.medical-text.de/abrechnungebm/richtlinien/mutter/richmu01.htm Eine gynäkologische Untersuchung ist bei Beginn der SChwangerschaft mit einem Chlamydienabstrich vorgesehen. Gegebenenfalls kann der FA/FÄ dann noch nach Bakterien & Pilzen schauen und den ph-Wert bestimmen. Auch sollte ein aktueller Krebsabstrich vorliegen. Ist der weitere Verlauf unauffällig und liegt kein Risiko vor (z.B. Zustand nach Frühgeburt oder sehr frühem Blasensprung)und es gibt keine vorzeitigen Wehen, sind weitere gynäkologische Tastuntersuchungen nicht vorgesehen, auch wenn dieses schon lange in Deutschland tägliche Praxis ist. Bezüglich all der im deutschen Mutterpaß aufgelisteten Untersuchungen gibt es mittlerweile auch in der Fachwelt eine Diskussion, inwiefern all diese dort aufgeführten Dinge inclusive der regelmäßgen vaginalen Tastuntersuchung bei jedem Besuch, selbst wenn die Frau beschwerdefrei ist, wirklich noch das bewirken, was damit beabsichtigt war,nämlich unter anderem die Rate an Frühgeburten zu reduzieren. Das Vorgehen, wie bei uns in Deutschland während der Schwangerschaft gibt es nämlich in vielen anderen technisch hoch entwickelten Ländern, wie auch den USA, die keine höheren Zahlen an Frühgeburten oder Müttersterblichkeit aufweisen, so nicht. HIer ist eher zu unterstellen, dass der Frauenarzt oder Frauenärztin sich daran orientiert,dass er/sie eben bei unauffälligem Verlauf nicht jedes mal vaginal untersucht, was bei uns zwar vorgesehen ist, was aber sicher im Ermessen des Arztes liegt, hier auch mal drauf zu verzichten. Es gab zu dieser Problematik vor einiger Zeit einen schönen und sehr kritischen Artikel in der ELTERN, ob eben wirklich (auch wenn sicher nach den Vorgaben im Mutterpass so gewollt) bei unauffälligem Verlauf, unauffälligen Abstrichen, Beschwerdefreiheit und unaufälligem Sonographiebefund jedes mal ein vaginaler Tastbefund erhoben werden muss. Am besten mal offen über das Prozedere mit der Ärztin sprechen, um eventuelle Missverständnisse auszuräumen. Im übrigen gibt es in Deutschland bisher keinen offiziellen Test zum Ausschluss des Schwangerschaftsdiabetes, der Bestandteil der Mutterschaftsrichlinien wäre, wenn wir mal vom Urinstix absehen, der hier aber nicht weiterhilft. Dieses kann die Frau, wenn keine Indikation vorliegt, aber immer als Privatleistung durchführen lassen. Und deshalb halte ich es immer für die bessere Lösung, in einer solchen Situation mit dem Frauenarzt oder Frauenärztin die Dinge zu klären und Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, als hier vorschnell den Frauenarzt oder Frauenärztin zu wechseln, was im Zeitalter der Chipkarte immer (noch) möglich ist, da keine Prüfung stattfindet. VB


Mitglied inaktiv

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Hallo Carmen Ich quäle mich seit Tagen mit der selben Frage. Mein Arzt ist zwar so ok, macht alle wichtigen Untersuchungen, aber er ist etwas unfreundlich und zuletzt verschrieb er mit ein mittel gegen Pilz, das nicht in der ss angewendet werden darf. als ich ihn darauf ansprach, reagierte er böse. nun weiss ich auch nicht, ob es in der 27 ssw. noch gut ist zu wechseln, wo man ja nicht weiss, ob der neue besser ist. leider kein tipp für dich nur eine "leidensgenossin". alle gute und hoffentlich treffen wir die richtige wahl edith


Mitglied inaktiv

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Hallo, anscheinend scheint es kaum noch wirklich gute Frauenärzte zu geben. Auch ich bin sehr unzufrieden mit meiner Ärztin. Da ich aber schon in der 32. Woche bin, werde ich jetzt auch nicht mehr wechseln. Bei mir wurde jetzt ein Zuckertest gemacht, wobei eigentlich keinerlei Anzeichen für eine Schwangerschaftsdiabetes gegeben waren, so dass ich denke, dass es bei mir auch ein wenig Geldmacherei war, denn ich mußte die Kosten von 15 EURO selbst tragen. Die Untersuchung an sich dauert bei mir immer so 3-4 Minuten (nach über einer STunde Wartezeit), wobei ich allerdings sagen muss, dass zumindest die vaginale Untersuchung gemacht wird, die ja auch wichtig ist, um zu untersuchen, ob der Muttermund noch geschlossen ist. Ich habe mir jetzt vorgenommen nach dieser Schwangerschaft zu wechseln, da ich denke, dass es nicht so optimal ist während derselben zu wechseln, weil der neue Arzt einem dann noch nicht kennt. Viele Grüße und alles Gute Claudia


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