Mitglied inaktiv
hallo dr. bluni, ich bin zum zweiten mal schwanger und habe angst, dass ich bei einer natürlichen geburt wieder 2 monate nicht sitzen stehen, gehen kann, da mein sohn mit der glocke kam. Ich hatte zwei hämatome und wildes fleisch nach der geburt. möchte nun einen kaiserschnitt haben, hinzu kommt, dass ich einen pap 3d habe und sowieso entweder sterilisation oder gebärmutterentfernung nach dem zweiten kind in erwägung ziehe (wir wollen definitiv nur zwei Kinder, ich bin schon 37). kann ich das alles auf einmal machen lassen oder meinen sie, dass ich eine natürliche geburt vorziehen soll. ich habe bedenken, dass ich überhaupt hilfreich sein kann, da die schmerezen nach der ersten geburt (ist 2 jahre her) doch noch sehr präsent sind. danke für ihre antwort. gruß sabeth
liebe Sabeth, 1. auch wenn die Ängste vor/nach einem derartigen traumatischen Ereignis verständlich sind, so ist es nicht selbstverständlich, dass in jedem Fall (wieder) ein Schnitt notwendig wird oder dass das Gewebe reißt. Hier sollte die Frau schon im Vorfeld mit der Entbindungsabteilung über ihre Ängste und das mögliche Vorgehen unter der Geburt sprechen, insbesondere, dass darauf geachtet wird, dass bei Notwendigkeit zum Nähen auch die entsprechende Betäubung vorliegt. Zu der Frage, ob Dammschnitt oder Dammriss besser für die Heilung sind, kann man folgendes sagen: Mittlerweile belegen viele Studien, dass eine Zurückhaltung gegenüber einem Dammschnitt in der Lage ist, vielerlei Komplikationen, die dadurch bedingt sind (auch Dammrisse 3. + 4. Grades) zu verhindern. Auch, wenn es heute immer noch viele Vertreter gibt, die vom Gegenteil überzeugt sind. Wenn möglich, sollte man wohl nach meiner Meinung einen Schnitt vermeiden und einen guten Dammschutz machen. Hier sollte die Frau sich auch genau über das Prozedere in der Entbindungsklinik erkundigen. Nicht zuletzt, um etwaige Probleme zu verhindern. Aber jeder Geburtshelfer weiß: das klappt nicht immer und wenn es extrem reißt, ist es eine wahre "Freude" für den Geburtshelfer, dieses in einer langen Prozedur zu nähen und für die Frau, sich damit auseinanderzusetzen. Beides kann im Nachhinein zu Beschwerden führen. Wenn der Wunsch nach einem primären Kaiserschnitt entsprechend groß ist, sollte dieses vor Ort mit der Entbindungsklinik und dem behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin besprochen werden. 2. bei einem PAP IIID handelt es sich um ein schwer entzündliches Zellbild. Ist hier der Verdacht auf eine mittlere (mäßige) Zellveränderung (Dysplasie) gegeben, sollte die Kontrolle per Kolposkop und zytologisschen Abstrichen in Abständen von 3-6 Monaten, ggf ergänzt durch eine Biopsie druchgeführt werden. Sofern ein solcher Befund mehr als ein Jahr so bleibt, sollte eine Sanierung (sprich Konisation, in welcher Form auch immer)vorgenommen werden. Dieses entspricht den neuesten Empfehlungen des Berufsverbandes der Frauenärzte und der Arbeitsgemeinschaft Zervixpathologie und Kolposkopie. In der laufenden Schwangerschaft kann es aber dadurch, dass die Zellen in der hormonell veränderten Situation anders erscheinen, schon mal solche Befunde geben. Eine derartige Situation erfordert dann sicher die engmaschige zytologische Kontrolle und eventuelle Reaktion. In manchen Fällen normalisiert sich ein solcher Abstrich, dennoch kann er sich gerade in der Schwangerschaft auch mal unter dem hormonellen Einfluss verschlechtern, was dann die Gewebeentnahme (Konisation) vom Gebärmutterhals notwendig machen würde, was man aber immer vorher mit einer entsprechend erfahrenen Klinik und vielleicht vorher auch mit einem Zytologen (denn es ist hier schon sehr wichtig, wie der genaue Befund zu beurteilen ist)besprechen sollte. Bleibt in der Schwangerschaft der Abstrich bei PAP III D und ist in der klinischen Beurteilung kein Verdacht da, dass hier eine andere Veränderung vorliegt, dann würden sicher viele Vertreter die engmaschige zytologische Kontrolle 4-8 Wochen für ausreichend halten; Man muss dieses aber immer im Einzelfall und ggf konsiliarisch kooperativ handhaben. VB VB