Mitglied inaktiv
Hallo Hr. Dr. Bluni, schön, dass Sie hier online mit Rat zur Seite stehen! Vielen Dank dafür! Wir wollen gerne bald wieder schwanger werden und die nächsten Tage sind hierfür recht günstig. Bisher wurden wir immer schnell schwanger, so dass es diesmal auch schnell gehen könnte (1 Kind, 2 Aborte). Wir sehen das natürlich nicht so nüchtern, wie das hier nun klingen mag ;-) Das Wochenende verbrachte ich bei einer Freundin, die drei Katzen hat. Auch wenn ich nicht viel Kontakt zu den Katzen hatte (Katzenklo, kuscheln), so habe ich doch nun Angst vor einer Schädigung des vielleicht bald entstehenden Babys bzgl. Toxoplasmose. Immerhin habe ich zwei Tage und eine Nacht in dem "Katzenzimmer = Wohnzimmer" verbracht. Ein Immunschutz lag bei den bisherigen Schwangerschaften nicht vor. Sehen Sie eine Gefahr? Soll / kann ich einen Test beim FA machen lassen? Ist eine Schädigung in einem so frühen Stadium wahrscheinlich? Sollten wir die Kinderplanung nun aus diesem Grund verschieben? Vermutlich mache ich mir zu viele Gedanken, aber man will einfach so ein kleines Wesen vor allem schützen. Und ein geschädigtes Kind würde unser Leben klar auf den Kopf stellen, geschweige denn, die Vorwürfe, die man sich machen würde .... Hr. Dr. Bluni, ich danke Ihnen herzlich für Ihre Rückmeldung! Sandra
Liebe Sandra, 1.wenn Sie es wünschen, können Sie auch schon vor der Schwangerschaft bei Ihrer Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt einen Test auf Toxoplasmose durchführen lassen 2. hat die Schwangere einen negativen Toxoplasmosetiter (IgG & IgM negativ), weil sie wohl nie eine Auseinandersetzung mit dem Erreger hatte und damit keinen Schutz, sollte man ihr empfehlen, sich nicht nur um so mehr an die Empfehlungen zur Vermeidung einer Infektion zu halten, sondern diesen Titer nach etwa 8-10 Wochen nochmals kontrollieren zu lassen, da sie sich ja theoretisch in der Zwischenzeit infiziert haben könnte, und man dann noch früh genug dran wäre für eine antibiotische Behandlung, um Folgen für das Ungeborene zu vermeiden. Dabei reicht zunächst die Bestimmung des IgG völlig aus. Hat die Patientin einen positiven Titer (IgG positiv, aber IgM negativ), sprich Schutz (es fand in der Vergangenheit irgendwann mal eine Auseinandersetzung mit den Erregern statt), dann muss man dieses nicht mehr kontrollieren. In Deutschland werden jährlich etwa 20 im Mutterleib erworbene Infektionen mit Toxoplasmen gemeldet (Zahlen Bundesinstitut für Risikobewertung, 2009). Das bedeutet, dass bei 675.000 Geburten in 2008 die Wahrscheinlichkeit bei etwa 1:33.700 liegen würde! Für Toxoplasmose-negative Schwangere gilt: - Kein Genuss von rohem oder blutigem Fleisch (Beefsteak, Tartar). - Kein Kontakt mit Katzenkot und Katzenkistchen (außer mit Gummihandschuhen). -Junge Kätzchen meiden (diese scheiden besonders viele Parasiten aus). - Die Katze soll, wenn möglich, nicht draußen jagen gehen. Auch der Katze soll nur gekochtes Fleisch gefüttert werden. Das Katzenkistchen mit heißem Wasser desinfizieren. - Bei Gartenarbeit Handschuhe tragen, Hände von Augen, Nase und Mund fernhalten und anschließend gut abwaschen. Sowohl im Garten als auch in Sandkästen von Kindern findet sich häufig Katzenkot. - Beim Zubereiten von rohem Fleisch Augen, Nase oder Mund mit den Händen möglichst nicht berühren. Hände anschließend gut abwaschen. Rohes Obst und Gemüse immer gut abwaschen. Abgetötet werden die Erreger durch Braten oder Pasteurisieren. Bei einer Temperatur von 67 Grad Celsius sterben auch Dauerstadien in Gewebszysten innerhalb von 1-2 Minuten ab. Das Tieffrieren hat zwar auch einen abtötenden Effekt, dieses alleine reicht jedoch nicht aus, das gefrierresistente Stämme vorkommen. Aus diesem Grund sollte Fleisch mindestens acht Stunden bei -20 C durchgefroren sein, um eine Abtötung der Toxoplasmen zu erreichen. Eine Impfung oder bewusste Infektion ist nicht möglich. Weitere Informationen erhalten Sie beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit einem Merkblatt zur Toxoplasmose unter der Adresse http://www.bfr.bund.de/cm/238/verbrauchertipps_schutz_vor_toxoplasmose.pdf VB
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