Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Toxoplasmose

Frage: Toxoplasmose

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In der 10. SSW wurde eine frische Toxoplasmose festgestellt. Diese wurde 4 Wochen (10.-14.SSW) mit Rovamycin behandelt. Die Blutwerte wurden kontrolliert, waren rückläufig, jedoch immernoch deutlich über den Referenzbereichen. Eine weitere Behandlung erfolgte zu diesem Zeitpunkt nicht. In der 18. SSW erfolgte die 1. Feindiagnostik.Die Sonographie war normal und unauffällig. Der behandelnde Arzt sagte jedoch, dass man jetzt noch nicht viel sehen kann. Er sagte mir, dass ich sofort wieder Medikamente nehmen muß und das es nicht richtig war, die Medikamente abzusetzen. Er empfahl eine 3 fach Therapie ( Daraprim, Sulfadiazin und Folinsäure). In der 23. SSW empfielt er eine Nabelschnurpunktion. Bei infektion des Kindes bzw. Entscheidung gegen die NS Punktion werden die Medikamente bis zum Ende der Schwangerschaft verordnet. Abwechselnd 4 Wochen 3 fach Therapie und Rovamycine. Ohne Infektion des Kindes Rovamycine bis zum Ende der Schwangerschaft. Zurück bei der Frauenärztin meinte diese, dass Sie die Therpie nicht 100% befürwortet, da das Kind bisher normal entwickelt ist und die neuen Medikamente sehr stark sind.Dennoch folgt sie der Empfehlung der Uniklinik. Jedoch wird die Folinsäure nicht von der Krankenkasse bezahlt, wenn keine Verschlechterung des Blutbildes vorliegt. Daher soll ich das Medikament nur dann nehmen, wenn sich meine Blutwerte verschlechtern sollten.Eine Blutkontrolle erfolgt wöchentlich. Da die Meinungen der Ärzte stark auseinandergehen und auch in der Fachliteratur viele verschiedene Meinungen zu finden sind, bin ich stark verunsichert. 1. Ich entscheide mich gegen die NS Punktion, wenn die Sonographie weiterhin unauffällig ist. Ich habe gelesen, dass auch die NS Punktion nicht 100% Aufschluß gibt, ob das Kind Schäden davon trägt. Stimmt das? Desweiteren besteht auch nach der NS Punktion die Möglichkeite der Infektion des Kindes durch bestehende Infektionsherde im Körper. Raten Sie mir zu einer NS Punktion? Sie birgt ja auch das Risiko, dass ich das Baby verlieren kann. 2. Welche Behandlung ist sinnvoll. Oft lese ich von einer 4 wöchigen 3-fach Behandlung, die jedoch nicht bis zum Schluß der Schwangerschaft erfolgt.Ist eine Behandlung bis zum Ende der Schwangerschaft möglcherweise schädlich für das Kind, falls es sich gar nicht infiziert hat? Ist die Behandlung schädlich für mich? 3.Erfolgt die Behandlung bis zum Schluß. Was passiert mit der Muttermilch. Kann ich normal stillen? 4. Wie wird die Infektion des Kindes nach Geburt nachgewiesen? Und wie sicher ist der Nachweis? 5. War die 4 wöchige Behandlungspause nach der 14. Woche wirklich ein Fehler? 6. Ich neige dazu auf die Verordnung der Folinsäure zu bestehen, da ich nicht warten möchte, bis sich meine Blutwerte verschlechtern. Notfalls zahle ich sie selbst. Wann zahlt die AOK?


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo, 1.zunächst würde ich Sie bitten, die Anzahl der Fragen, die auf einmal gestellt werden, entweder zu begrenzen oder die Fragen jeweils einzeln ins Forum zu stellen. Dehalb werde ich meine Antwort auf Ihre ersten etwa drei Fragen zusammenfassen: 2.Bei einer frischen Infektion mit Toxoplasmen in der Schwangerschaft wird bis zum Ende der 15. Schwangerschaftswoche von Seiten der Kommission des RKI die Gabe von Spiramycin (täglich drei Einzelgaben empfohlen. Ab der 16. Schwangerschaftswoche wird dann unabhängig von einer zuvor durchgeführten Spiramycintherapie empfohlen, eine Kombinationstherapie mit Pyrimethamin und Sulfadiazin einzuleiten Diese Behandlung sollte in Zyklen von vier Wochen Dauer mit behandlungsfreien Intervallen von vier Wochen durchgeführt werden. Um eine Hemmung der Blutbildung und besonders eine Erniedrigung der Blutplättchen zu vermeiden, wird die zusätzliche Gabe von 10 bis 15 mg Folinsäure einmal wöchentlich empfohlen. Was die Kostenübernahme für die Folinsäure angeht, sollten Sie die Leistungsabteilung Ihrer Krankenkasse fragen und sich dieses ggf. schriftliche bestätigen lassen. Bei nachgewiesener Infektion sollte sicher eine Ultraschallfeindiagnostik in einem speziellen Zentrum durchgeführt werden. Zur Frage einer Nabelschnurpunktion, um im Rahmen der Pränataldiagnostik der Toxoplasmose eine kindliche Infektion auszuschließen, ist folgendes zu sagen: von diesem Vorgehen wird heute zunehmend Abstand genommen, weil die Fehlgeburtsrate nach Nabelschnurpunktion höher als nach Amniozentese ist und gerade die Serologie aus fetalem Blut eine nicht zufrieden stellende Sensitivität aufweist. VB


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