Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

schmerzhafte 2. Zyklushälfte

Frage: schmerzhafte 2. Zyklushälfte

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Hallo Dr. Bluni, seitdem ich die Mirena im Januar habe ziehen lassen, plagen mich jeweils ab dem Eisprung für den Rest des Zyklusses Unterleibschmerzen, zT verbunden mit Übelkeit. Ich verhüte zur Zeit nicht homonell, so dass es da keinen Zusammenhang geben kann. Die 2. Zyklushälfte ist im Gegensazu zur üblicherweise 14 tägigen 1. Hälfte bei mir auch recht kurz (11-12 Tage im Normalfall). Wie kann es zu solchen Beschwerden kommen und gibt es Möglichkeiten, das zu behandeln oder ist das zu lapidar, um meine FÄ zu konsultieren? Gruß udn Danke, Henriette


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Henriette, ganz sicher ist dieses ein Grund, das Gespräch mit Frauenärztin/Frauenarzt zu suchen. Verhütungsmethoden, wie die Hormonspirale führen häufig dazu, dass zyklustypische Beschwerden verschwinden. Sofern organische Gründe ausgeschlossen werden, denken wir bei solchen Beschwerden häufig an ein so genanntens PMS (prämenstruelles Syndrom): Das prämenstruelle Syndrom (PMS) wird definiert als regelmäßig in der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase) auftretende, ausgeprägte körperliche und psychische Beschwerden. Das PMS tritt in milder Form bei etwa jeder vierten Frau auf, eine behandlungsbedürftige Ausprägung wird bei etwa 5% aller Frauen angenommen. Die Erstmanifestation ist meist ab dem 3.Lebensjahrzehnt. Die Symptome sind außerordentlich vielfältig, wobei im Vordergrund Mastodynie (Brustbeschwerden), abdominale Beschwerden mit Völlegefühl, Übelkeit und Aufgetriebensein, Ödeme, Kopfschmerzen, Depressionen, Angstzustände, Konzentrations-schwierigkeiten, Libidoveränderungen und abnormes Eßverhalten stehen. Diese kurze Auflistung ist aber nicht vollständig, da bei 350 Studien annähernd 200 (!) verschiedene Symptome genannt wurden. Ohne hier jetzt ins Detail zu gehen (Sie können in einer der Suchmaschinen hierzu reichlich Informationen finden), scheinen regelmäßige körperliche Aktivität und ausgewogene Ernährung mit Aufnahme ungesättigter Fettsäuren einen günstigen Einfluss auszuüben. Darüber hinaus: Pflanzliche Präparate mit Auszügen aus Mönchspfefferfrüchten (Agnus castus) Ovulationshemmer (bspw. die Pille) Stimmungsaufhellende Präparate (Antidepressiva) Vitamin B6 Bitte sprechen Sie sich aus diesem Grund zum weiteren Vorgehen mit Ihrem behandelnden Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin ab. VB


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