Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Scheidenwandstraffung nach 2. Kind

Frage: Scheidenwandstraffung nach 2. Kind

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Die Geburt meines zweiten Kindes (ich bin 32 J.) liegt nun 7 Wochen zurück und mein FA hatte bei der Nachsorgeuntersuchung und dem Gebärmutterprolaps direkt nach der Entbindung nun zu einer Scheidenwandstraffung in einem halben Jahr geraten. Ich fühle mich ziemlich unwohl mit der Senkung (die Gebärmutter hat sich zum Glück wieder sehr gut zurück gebildet, aber die Senkung der Blase geht wohl von alleine nicht mehr zurück). Nun stellen sich mir einige Fragen, die Sie mir hoffentlich beantworten können: - Kann die OP nicht schon früher stattfinden? - Wieso genügt eine Scheidenwandstraffung? Sollte bei der OP nicht auch die Blase hochgebunden bzw. die Gebärmutter entfertn werden, um langfristig einen Erfolg erzielen zu können? - Muss ich bis zur OP abgestillt haben? - Ich hatte bislang noch keinen GV mit meinem Mann - auch aus "Angst" davor, dass es nicht mehr "erfüllend" sein könnte... Vielen Dank für Ihre Antwort und Hilfe!!!


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Gitti, sicher können sich bei einigen Frauen derartige Senkungserscheinungen schon früh nach der GEburt einstellen. Umso wichtiger ist das informative Gespräch über die Bedeutunung und die therapeutischen Möglichkeiten. Und hier stehen die konservativen Maßnahmen absolut im Vordergrund. Darüber hinaus ist eine Einschätzung zum besten Vorgehen meist nicht vor Ablauf eines halben Jahres möglich. In der Zeit sollte mit der Frau über die Beckenbodengymnastik - ggf. unter professioneller Anleitung - und einer Pessareinlage gesprochen werden. In der Zeit ist auch gegen Verkehr nichts einzuwenden. Sofern sich nach etwa einem halben Jahr nach wie vor eine deutliche Senkung der Harnblase zeigt (Zystozele) kann auch über eine operative Korrektur nachgedacht werden, aber hierzu sollten Sie sich in einer entsprechend erfahrenen Abteilung für Urogynäkologie beraten lassen. Die heutigen Verfahren erhalten die Gebärmutter zumeist, da sie ein ganz wichtiger Stützpfeiler im Beckenboden ist und solange keine Harninkontinenz vorhanden ist, muss auch immer darauf verwiesen werden, dass sich dieses nach einer Operation auch verschlechtern kann. Sie stellen in meinen Äußerung fest, dass die Devise hier, wie in vielen ähnlichen Bereichen die ist, dass weniger manchmal besser ist! Lassen Sie sich hierzu vor Ort kompetent beraten, um die für Sie beste Entscheidung treffen zu können. Adressen von zertifizierten Beratungsstellen der Deutschen Inkontinenzgesellschaft finden Sie unter http://www.kontinenz-gesellschaft.de/beratungsstellen.htm VB


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