Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Progesteronbedarf in der Frühschwangerschaft??

Frage: Progesteronbedarf in der Frühschwangerschaft??

Hashomy

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Lieber Herr Dr. Bluni, ich habe heute ganz unerwartet erfahren, daß ich in der neunten Woche schwanger bin und freue mich darüber sehr! Da ich neben Hashimoto, Insulinresistenz und CFS auch PCO habe, kommt es bei mir immer wieder vor, daß meine Periode über längere Zeit ausbleibt. Bei einem Speicheltest wurde eine Östrogendominanz festgestellt, die ich immer wieder bekomme, wenn ich über längere Zeit kein Progesteron nehme. Seit ca. vier Monaten wurde ich damit jetzt wieder therapiert, anfangs mit Salbe, seit zwei Monaten mit Kapseln, 100mg, von denen ich abends zwei vaginal eingeführt habe, in der zweiten Zyklushaelfte. In diesem Jahr war mein Zyklus mehr oder weniger regelmäßig. Da ich meiner Ärztin sagte, daß ich die letzten beiden Monate, immer um die Tage der vergeblich erwarteten Periode, dunklen, blutigen Schleim feststellen konnte, hat sie mir zur Vorbeugung einer Fehlgeburt eine Musterpackung "Famenita 200mg" (Wirkstoff Progesteron) mitgegeben, von denen ich je eine Kapsel morgens und abends vaginal einführen soll. Ist diese Dosis angemessen "in meinem Zustand"? Welchen Bedarf hat man in der Frühschwangerschaft? Ich frage Sie, weil ich meine Ärztin gefragt hatte, ob ich meine bisherigen Progesteronkapseln (100mg, 2 Stk.abends) weiter nehmen soll und sie meinte, das wäre nicht nötig, da ja in der Schwangerschaft das Progesteron von allein ausreichend ansteigen würde. Erst danach hat sie mir "ihre Progesteronkapseln" in die Hand gedrückt und erklärt, daß die eine Fehlgeburt verhindern würden und den blutigen Schleim stoppen würden. Ich bin mir gerade nicht wirklich sicher, daß meine Ärztin den Wirkstoff der mitgegebenen Kapseln weiß, bzw. wusste. Gibt es eine Empfehlung, wie lange und in welcher Dosis man, bzw. "Frau" Progesteron zur Vermeidung einer Fehlgeburt einnehmen sollte?? Vielen Dank für Ihre Hilfe! Eine ziemlich verunsicherte Trina


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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Liebe Trina, ehrlich gesagt besagen die dazu vorliegenden Studien, dass eine Substitution mit einem Gelbkörperhormons zur Vorbeugung einer frühen Fehlgeburt nicht in der Lage ist, eine solche zu verhindern. Ist bestens bekannt, dass dieses Vorgehen jedoch in Deutschland - anders als in allen anderen Ländern auf dieser Erde - eine sehr beliebte Methode ist. Einzig kann dieses sinnvoll sein bei Schwangerschaften, die im Rahmen der künstlichen Befruchtung entstanden sind und in ausgewählten Ausnahmesituation. Am besten Stimmen Sie dieses einmal vor Ort ab. Herzliche Grüße VB Quellen Daya S. Efficacy of progesterone support for pregnancy in women with recurrent miscarriage. A meta-analysis of controlled trials. British Journal of Obstetrics and Gynaecology. 1989. 96(3). 275-280. Goldstein P, Berrier J, Rosen S, Sacks H S, Chalmers T C. A meta-analysis of randomized control trials of progestational agents in pregnancy. British Journal of Obstetrics and Gynaecology.1989.96(3).265-74 Haas DM, Ramsey PS. Progestogen for preventing miscarriage. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Issue 2. Art. No.: CD003511. DOI: 10.1002/14651858.CD003511.pub2. Oates-Whitehead RM, Haas DM, Carrier JAK. Progestogen for preventing miscarriage (Cochrane Methodology Review). In: The Cochrane Library, Issue 4, 2003. Chichester, UK: John Wiley & Sons, Ltd.


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