Mitglied inaktiv
guten morgen. ich habe vor meiner schwangerschaft (08.2005) eine enzephalitis(kleinhirnenzündung) gehabt (bin aber wieder vollkommen gesund und arbeitsfähig seit 5 monaten ) und habe bis vor 1 woche neurotop 300mg (tabletten gegen epilepsie) genommen. am tag 2 1/2 aber nur vorsichtshalber. bin nun in 16. ssw und habe auch einen combined-test gemacht mit resultat 1:20 000. als ich allerdings den test gemacht habe, habe ich noch die tabletten genommen. ich habe jetzt angst, dass aufgrund es langsamen ausschleichen der tabletten mein embryo einen schaden davon trägt. soll ich jetzt eine fruchtwasseruntersuchung machen oder einfach nur auf das organscreening warten? lg doris
liebe Doris, bei Einnahme von Antiepileptika ist eine engmaschige gemeinsame Betreuung der Patientin durch Frauenarzt/ärztin und Neurologen zu empfehlen, bei der auch die Serumspiegel der Medikamente regelmäßig kontrolliert werden, um Unterdosierungen und damit Anfallshäufungen als auch unnötig hohe Medikamentendosen zu vermeiden. Der Status epilepticus in der Schwangerschaft ist sehr selten, stellt dann aber eine lebensbedrohliche Gefährdung dar. Deshalb sollte eine krampfhemmende Therapie auf jeden Fall weitergeführt werden. Alle krampfhemmenden Mittel passieren die Placenta (Mutterkuchen), gehen auf das Kind über und haben in aller Regel teratogene Effekte (fördern ganz bestimmte Missbildungen). Das Risiko von Anomalien bei Kindern, die krampfhemmenden Medikamenten ausgesetzt sind ist dreimal höher als in der Restbevölkerung. Das fetale Hydantoin-Syndrom (in Verbindung mit Phenytoin) betrifft ca. 3-5% der dem Medikament ausgesetzten Kinder. Es geht einher mit mentaler Retardierung, Wachstumsretardierung, Anomalien des Gesichtsschädels und der Extremitäten. Eine milder ausgeprägte Form kann in 8-15% d. Fälle vorkommen, wird jedoch bei den Kindern nur durch eine sorgfältige neurologische Untersuchung entdeckt. Spätestens in der 20. Schwangerschaftswoche sollte bei der werdenden Mutter eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, um das Risiko einer möglichen Fehlbildung auszuschließen. Auf diese Weise können u.a. Geburtsmodalitäten (z.B. Kaiserschnitt) frühzeitig geplant werden. Wichtig: Zur Vorbeugung von Neuralrohrdefekten sollten alle Frauen mit einem solchen Risiko (z.B. Patientin mit Epilepsiemedikamenten, Kindern mit einer Spina bifida oder ähnlicher Fehlbildung) täglich 5 mg Folsäure einnehmen. Die Schwangere sollte vor Beginn einer Schwangerschaft über diese Probleme der Medikamenteneinstellung und der erhöhten Rate von Missbildungen unter der Medikation ausführlich mit dem Frauenarzt und Neurologen sprechen. Die Kinder von Frauen die mit der Gabe enzyminduzierender Antiepileptika behandelt werden ( Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Phenobarbital ) haben ein erhöhtes Risiko von Blutungen durch einen Mangel an Vitamin- K- abhängigen Gerinnungsfaktoren. Frauen die diese Medikamente nehmen, sollten nach Ansicht einiger Experten prophylaktisch ab etwa der 36. SSW mit Vitamin K (Konakion) 20mg oral vor der Geburt behandelt werden. Für Interessierte gibt es bei der Firma Novartis (tel. 0911-273-0) eine sehr informative Broschüre zu Epilepsie und Schwangerschaft . Auch über die Firma GlaxoSmithKline in München (Tel. 089-360440) gibt es eine sehr interessante Broschüre für Frauen mit Epilepsie und deren Bedeutung für Sexualität, Verhütung, Schwangerschaft und Wochenbett. VB
Mitglied inaktiv
ja aber ich nehme jetzt keine neurotop mehr. ich bin auch keine epileptikerin. ich habe die medikamente nur gegen die kleinhirnentzündung genommen um einen anfall vorzubeugen und nicht weil ich von haus aus epileptikerin bin. der combined test war auch mehr als positiv. also kann man ja schwere missbildungen ausschliessen oder?
hallo, warum auch immer Sie diese Medikamente genommen haben oder auch noch einnehmen, spielt hier weniger für das Gesagte eine Rolle. Da der combined Test immer nur eine Risikoberechnung ist, der zwischen 11-14SSW durchgeführt wird, macht es dennoch Sinn, den von mir zitierten, speziellen Ultraschall in Anspruch zu nehmen. Bitte sprechen Sie sich aus diesem Grund zum weiteren Vorgehen mit Ihrem behandelnden Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin ab. VB
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