Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Bluni, ich hatte letztes Jahr im August einen KS wg. BEL (war dann ein Notkaiserschnitt, weil ich auf PDA allergisch reagiert habe). Nun habe ich eine wulstige rote Narbe. Welche Möglichkeiten gibt es, dies zu ändern oder sollte ich erstmal abwarten, weil ich ja noch gerne mal ein zweites Kind hätte. Und noch eine Frage: wenn die äußere Narbe so aussieht, bedeutet das auch, dass die Narbe an der Gebärmutter so ist und sie eventuell einer weiteren SS nicht standhält. Bin etwas verunsichert, weil meine Cousine grad in der 32. SS ihr Baby verloren hat, weil die Gebärmutter gerissen ist, nach der Entfernung eines Mioms (sie wurde aber nach einem halben Jahr schwanger). Vielen Dank für ihre Hilfe schon im Voraus! Liebe Grüße Juliana
hallo, die Hautnaht hat nichts mit der Naht der Gebaermutter zu tun. Eine solche Wundheilungsstoerung kann immer mal vorkommen und eine verstaerkte Narbenbildung und Rφtung kann schon mal ein Hinweis auf eine Bindegewebsschwaeche sein. Es handelt sich dabei oft um Narbengewebe (Keloid), das roetlich und verhaertet erscheint. Gegebenenfalls kann man diese Narbe versuchen auszuschneiden. Bei einer Schwangerschaft/Geburt nach einem oder mehreren Kaiserschnitten besondere Risiken im wesentlichen durch die mögliche Ruptur (das Reissen) der Gebärmutter. Dieses kann während der Gravidität (sehr selten) als auch unter der Geburt eintreten. Man spricht von einer kompletten Ruptur, wenn es zur Zerreißung des Bauchfells über der Gebärmutter (viszerales Peritoneum) mit mit teilweisem Vorfall fetaler Anteile in die Bauchhöhle kommt. Dies bringt eine akute Gefährdung von Mutter und Kind mit sich. Geht die Naht ein wenig auseinander (Nahtdehiszenz), kann dieses ohne Symptome verlaufen. Die Ruptur der Gebärmutter noch während der Schwangerschaft bei regelmäßiger Wehentätigkeit ist offensichtlich so selten, dass es hierzu keine Zahlen in der Literatur gibt, auch wenn die Anzahl der Kaiserschnitte deutlich zugenommen hat. Auch für Schwangere mit mehr als zwei Kaiserschnitten ist der Versuch einer Spontangeburt nicht zwangsläufig mit einem deutliche erhöhten Risiko einer Gebärmutterruptur verbunden. Ein Auseinanderweichen der Naht findet sich 1,8-5,5% der Fälle bei Zustand nach zwei oder mehr Kaiserschnitten. Eine Narbenruptur fand sich nach einmaligem KS in 0,69% und nach 2maligem KS in 0,67%. VB