Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. Bluni! Ich bin in der 21. Woche schwanger. Bei meinen bisherigen beiden Untersuchungen beim Gynäkologen hatte ich jeweils einen Blutdruck von 135 bzw. 140/80. Ich musste dann 1 Woche täglich beim Hausarzt Blutdruck messen, wobei die Werte auch ähnlich hoch waren. Bei meinen Messungen zu Hause sind die Werte jeweils nur 110-120/60-80. Ab und zu 130. Ganz, ganz selten auch 140 (etwa 1x in 10-14 Tagen) Mein Gynäkologe hat mir nun zu salzarmer Kost sowie zu einem Obsttag 1x pro Woche geraten. Ich stoße aber bei meinen Nachforschungen zu diesem Thema immer wieder auf die Meinung, dass dies veraltet ist und immer mehr Ärzte und Ernährungswissenschaftler sogar im Gegenteil zu salz- und eiweißreicher Kost raten, um den Blutdruck niedrig zu halten bzw. einer Gestose vorzubeugen. Nun bin ich etwas verunsichert, woran ich mich halten soll. Sind meine Werte überhaupt so besorgniserregend, dass ich etwas tun muss, oder wäre es auch möglich, dass der Blutdruck beim Arzt aus Nervosität hoch ist? Zu Hause sind die Werte ja im allgemeinen wesentlich niedriger und durchaus im Normalbereich. Ich hoffe, Sie haben einen Rat für mich. Herzlichen Dank, Spitzmaus
hallo, 1. bei einem hohen Blutdruck in der Schwangerschaft ist immer zu unterscheiden zwischen dem, der schon vor der Schwangerschaft besteht und behandelt werden muss und ein zu hoher Blutdruck,der erst mit der Schwangerschaft entsteht. Zunächst mal ist ein Druck von 140/90 nur als grenzwertig zu anzusehen und dieses muss auch immer im Gesamtzusammenhang beurteilt werden. Hier ist häufig schon ausreichende Ruhe die beste Therapie. Da ein zu hoher Blutdruck in der Schwangerschaft erhebliche Risiken für Mutter und Kind mit sich bringt, ist eine gute Überwachung und eventuelle Therapie notwendig und hier gibt es mittlerweile auch relativ klare Vorgaben hinsichtlich des Vorgehens in der Diagnostik und Therapie. Es ist sehr wichtig, den Blutdruck richtig eingestellt zu lassen und sich zunächst beim behandelnden Frauenarzt/ärztin darüber zu informieren, was die Frau vorsorglich machen kann (Gewichtskontrolle, Magnesium, Ruhe) und was Warnhinweise sind. 2.Die noch von einigen Fachvertretern empfohlene Behandlung mit Reis-/Obsttagen, salzarmer und flüssigkeitsreduzierter Kost ist sicher nicht mehr zeitgemäß und sollte von jeder werdenden Mutter strikt abgelehnt werden, da sie nicht hilft und die Erkrankung sogar noch verschlimmern kann Die Erfahrungen haben gezeigt, dass eine gute, ausgewogene Ernährung mit eiweißreicher, kalorienreicher und keineswegs salzarmer Kost, einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft hat. VB
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