Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Hoher Blutdruck nochmal

Frage: Hoher Blutdruck nochmal

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Hallo Hr. Dr. Bluni! Nachdem mein Blutdruck jetzt Standard 160-170 zu 95-99 habe ich Beloc mite bekommen, habe eine Tablette heute früh genommen, noch keine Wirkung. FÄ meinte ich solle ruhig 2 am Tag nehmen. Lt. Packungsbeilage jedoch nicht so gedacht zudem das Risiko der Mangelversorgung durch die Plazenta beim Kind steigt. Eiweiss habe ich keines im Urin, CTG ist ok. Was für Folgen hat der hohe Blutdruck bei mir und beim Kind? Soll ich lieber ins KH wegen regelmäßiger ärztlicher Blutdrucküberwachung und CTG? Wäre wohl sicherer, was würden Sie empfehlen? Vielen lieben Dank und viele Grüße MArion


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Marion, 1.bei einem hohen Blutdruck in der Schwangerschaft ist immer zu unterscheiden zwischen dem, der schon vor der Schwangerschaft besteht und behandelt werden muss und ein zu hoher Blutdruck,der erst mit der Schwangerschaft entsteht. Ein Blutdruck von 140/90 ist als grenzwertig anzusehen und dieses muss auch immer im Gesamtzusammenhang beurteilt werden. Sicher sind besonders die "zweiten" Werte (diastolische) besonders wichtig. Sie sollten möglichst unter 90 mm Hg sein. Aber, auch der "erste" Wert (systolisch) ist am besten unterhalb von 150 mm Hg. Da ein zu hoher Blutdruck in der Schwangerschaft erhebliche Risiken für Mutter und Kind mit sich bringt, ist eine gute Überwachung und eventuelle Therapie notwendig und hier gibt es mittlerweile auch relativ klare Vorgaben hinsichtlich des Vorgehens in der Diagnostik und Therapie. Es ist sehr wichtig, den Blutdruck richtig eingestellt zu lassen und sich zunächst beim behandelnden Frauenarzt/ärztin darüber zu informieren, was die Frau vorsorglich machen kann (Gewichtskontrolle, Magnesium, Ruhe) und was Warnhinweise sind. 2.2.bei der Frage, mit welchen Medikamenten therapiert werden sollte, falls solche denn erforderlich sind, gilt ganz klar die Devise, nur die zu verwenden, über die die meisten Erfahrungen vorliegen. Und dazu gehören u.a. alpha-Methyldopa, kardioselektive ß-Blocker sind Mittel der zweiten Wahl(Metoprolol)und Dihydralazin (=Nepresol). 3. gegebenenfalls kann, wenn sich keine Wirkung einstellt, auch eine Mitbehandlung durch einen Internisten oder die Frauenklinik sinnvoll sein. 4. bei der Anwendung von Betablockern in der Schwangerschaft liegen für den Wirkstoff Metoprolol größere Erfahrungen vor und es hat sich in umfangreichen, kontrollierten Untersuchungen als sicher erwiesen, auch wenn ein Warnhinweis im Beipackzettel steht. Zur Vermeidung von perinatalen Komplikationen sollte die Therapie ca 48-72 Std vor der Geburt abgesetzt werden. VB


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