Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Geburt früher einleiten?

Frage: Geburt früher einleiten?

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Vor zwei Wochen wurde bei mir eine Stauungsniere rechts festgestellt. Muss wohl laut der Internistin und zweier Urologen schon massiv gestaut sein. Hatte auch mächtige Nierenschmerzen. Musste dann Antibiotika wg. Harnwegsinfekt (unbemerkt) nehmen und gut is.... Ich trinke jetzt so meine 2-3 Liter pro Tag. Muss mich einfach dazu zwingen. Hatte nun am Donnerstag und heute wieder brutale Nierenschmerzen, die dann meist nach 5-10 Stunden wieder verschwinden. Heute habe ich Buscopan genommen, weils so schlimm war. Hatte mir die Wärmflasche drauf und aufs Sofa gelegt. Bin ab morgen in der 30. SSW und habe mir jetzt so Gedanken gemacht, ob man eine Geburt nicht schon 2-4 Wochen früher einleiten könnte, wenn es dem Krümel soweit gut geht und es auch ausreichend entwickelt ist. Momentan ist im Kugelbauch alles roger. Habe blöderweise erst in über 4 Wochen wieder Termin bei meiner Gynäkologin, weil ich die nächste VU bei meiner Hebamme mache. Mit der werde ich das auch durchsprechen. Die Urologen und die Internistin meint nämlich, dass eben am Druck des wachsenden Bauches liegt und nach der Geburt die Stauungsniere verschwunden sein wird. Hatte die Stauungsniere auch schon bei meiner letzten SS vor 8 Jahren, damals allerdings lediglich per Zufall beim Ultraschall festgestellt bekommen und ohne Schmerzen. Wie sehen Sie das?


Dr. med. Vincenzo Bluni

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Hallo, 1. sicher hat ein solcher Nierenstau eine Bedeutung für Mutter und Kind. Der Stau ist meist einseitig und verschwindet in vielen Fällen von selbst. Er kann begleitet sein von Flankenschmerzen und Harnwegsinfektionen oder aber auch symptomlos verlaufen. Die genannten Beschwerden können auch dazu führen, dass die Frau nicht mehr richtig schlafen kann. Sofern der Stau nicht besonders ausgeprägt ist, die Frau beschwerdefrei ist und der Urin in Ordnung ist, würde man versuchen, dieses nur zu beobachten und meist auch antibiotisch zur therapieren. Die Frau selbst kann den Verlauf nicht beeinflussen. In extremen Fällen kann sogar eine Schienung des Harnleiters notwendig werden. Wobei dieses immer durch die Klinik entscheiden werden sollte. Die Indikation zu einer solchen Maßnahme wird natürlich sehr streng gestellt. Bei einem Stau kann es zu Entzündungen des Nierenbeckens kommen, was vorzeitige Wehen begünstigen kann und langfristig kann sich ein solches Geschehen negativ auf die Nierenfunktion auswirken. Aus diesem Grund ist hier häufig eine antibiotische Behandlung unumgänglich. Zusätzlich kann der Betroffenen bei Beschwerden ohne Bedenken etwas zur Entkrampfung gegeben werden. 2. die Geburt kann oder wird nur in besonderen Situationen eingeleitet. Dieses wird aber immer nur ein FAcharzt vor Ort entscheiden können, da in solchen Fragen die Hebamme nicht die richtige Ansprechpartnerin ist, wenn es um die Frage geht, wie jetzt therapeutisch zu verfahren ist. VB


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