Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

FU oder Chorionzottenbiobsie!

Frage: FU oder Chorionzottenbiobsie!

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Hallo Dr. Bluni! Gestern war ich zur FU, nur daß der Arzt keine FU machen konnte, weil bei mir zu wenig Fruchtwasser vorhanden war. Daher hat er uns die Chorionzottenbiobsie vorgeschlagen, die dann auch gemacht wurde. Jetzt weiß ich aber, daß man damit nicht genau die gleichen Untersuchungen machen kann, wie bei der FU. Z.B. Kann bei der FU doch Spina bifida abgeklärt werden, oder nicht? Als ich ihm das sagte meinte er, das könne man dann auch noch in der 20. SSw beim Fein-US feststellen, aber das ist doch ganz schön spät, wenn der Befund dann positiv ist, ist das Kind doch schon fast lebensfähig. Wie ist das genau? Können Sie mir das bitte mal erklären? Vielen Dank im voraus! Nette Grüße Anja


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Anja, eine Chorionzottenbiopsie wird in aller Regel ab der vollendeten 10. SSW durchgeführt. Man erhält ein sehr frühes und auch schnelles Ergebnis (innerhalb von 48 Stunden) im Gegensatz zur Fruchtwasserpunktion. In aller Regel wird sie über den Bauch durchgeführt. Diese Technik ermöglicht im Gegensatz zur Fruchtwasserpunktion allerdings nicht, das im Fruchtwasser vorhandene AFP (Alpha-Fetoprotein) und die ACHE (AcetylCHolinEsterase) zu bestimmen, um Hinweise auf einen Neurahlrohrdefekt zu erhalten. Seltene Formen von genetischen Störungen wie Mosaikbildungen können nicht erkannt werden. Darüber hinaus sind in der Literatur Fälle von Extremitätenfehlbildungen nach Chorionzottenbiopsie beschrieben, wobei man den genauen Mechanismus dafür bis heute nicht genau deuten kann. Das Fehlgeburtsrisiko liegt wie bei der Amniozentese bei ca. 1%. Wenn die o.g. Eiweiße mit Hinweis auf eine Neuralrohfehlbildung nicht bestimmt werden können, kann aus dem Blut der Mutter das AFP bestimmt werden und alternativ um die 20.SSW ein differenzierter Organultraschall durchgeführt werden. VB


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