Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Früher Abgang

Frage: Früher Abgang

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Hallo Herr Dr.med.Bluni, erstmal möchte ich mein Lob aussprechen, daß Sie sich die Zeit nehmen hier im Forum Rede und Antwort zu stehen. Vielen Dank! Viel konnte ich in anderen Beiträgen bereits erfahren, nun habe ich aber selbst eine Frage. Der erste Tag meiner letzten Periode war der 25.04.- da mein Mann und ich uns ein 2. Kind (erstes Kind ist nun 16 Monate)wünschen, habe ich den Nuvaring abgesetzt. Als die "erste" Periode ausblieb und ich ca. 2 Wochen überfällig war, bin ich voller Erwartungen zur FA. (Hatte zuvor schon einen "billigen" Test gemacht, der auf kleinste HCG-Werte reagiert und der war leicht positiv) Der Test bei meiner FA war negativ (war der damals bei meinem ersten Kind allerdings auch schon) und auch im Ultraschall konnte sie lediglich angeschwollene Schleimhäute erkennen und meinte, daß ich in Kürze wohl meine Periode bekommen müsste. Sie sprach auch von einem frühen Abgang. Nachdem ich meine Periode bis heute noch nicht habe, mache ich mir langsam Sorgen. Deswegen sind meine Fragen nun: - Beginnt der Zyklus nach einem Abgang neu? Kann ich somit garnicht mehr nach der alten "Regel" rechnen? - Hätte eine Eileiterschwangerschaft gleich festgestellt werden können mittels Ultraschall? - Kann es evtl. sein, daß ich doch schwanger bin? - Kann ein Abgang auch unbemerkt ablaufen? Hatte keinerlei Blutungen,lediglich etwas Ausfluß und Unterleibschmerzen. Vielen lieben Dank im voraus für Ihre Bemühungen. Kerstin


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Kerstin, zunächts vielen Dank für Ihre lobenden Worte. Wenn es ein so genannter Frühtest war, dann ist es richtig, dass diese so früh anschlagen, dass sie bis zum Ausbleiben der Regel schon wieder negativ sind. Von diesen Testen kann man nur abraten,da sie mehr Unsicherheit stiften, als einem lieb sein kann: Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es in ca. 30 bis 50 Prozent der entstandenen Schwangerschaften bis zum Tag der erwarteten Menstruation zu einer Fehlgeburt kommt, bedeutet ein positives Testergebnis zu diesem Zeitpunkt eine Zuverlässigkeit von 50 bis 70 Prozent, man/frau weiß jedoch nicht, ob die eventuell nachgewiesene Schwangerschaft bis über den eigentlichen Regelblutungstermin hinaus hält. Zusätzlich kann die hCG-Produktion in den ersten Tagen unterschiedlich intensiv sein. Ein sicherer Nachweis einer Schwangerschaft im Urin ist somit erst ab dem erwarteten Menstruationszeitpunkt ist bei fast allen Frauen möglich. Wenn dann die Situation eintritt, dass Schwangerschaftstest positiv ist, der Ultraschall keine Schwangerschaft nachweist und dann der Praxisurintest negativ ist, kann entweder zur Sicherheit das Schwangerschaftshormon HCG aus dem Blut bestimmt werden oder es kann versucht werden, die Blutung auszulösen. Die Situation, dass in den heutigen Tagen die Teste immer früher durchgeführt werden und diese dann auch schon früh anschlagen, bringt häufig mehr Verwirrung, Unsicherheit und zusätzliche Diagnostik mit sich, als einem lieb sein kann. Wenn die Schwangerschaft noch sehr jung ist, kann es sein, dass der Test gerade postitiv ist und man selbst mit einem hochauflösenden Ultraschallgerät nur eine hoch aufgebaute Schleimhaut, aber noch ohne Fruchtsack sieht. Hier sind dann gegebenenfalls kurzfristige Kontrollen mit dem Ultraschall und eventuell des Verlaufes des Schwangerschaftshormons HCG notwendig, um zu sehen, ob diese Schwangerschaft auch so angelegt ist, wie es sein sollte. Und dann kann es schon mal 7-14 Tage dauern, dass man absolut sicher ist. Sofern eindeutig eine Schwangerschaft vorliegt was bei positivem Schwangerschaftstest anzunehmen ist, man in der Gebärmutter aber nichts sieht, ist natürlich immer auch eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter auszuschließen; z.B. eine Eileiterschwangerschaft. Jedoch bedarf es hierfür noch weiterer, klinischer Befunde, ehe man den Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft ausspricht. Als da wären: Verlauf des Hormons HCG, Schmierblutungen, freie Flüssigkeit im Bauch, Schmerzen. Darüber sollte man mit der Schwangeren offen sprechen. Es ist richtig: Eine Eileiterschwangerschaft kann, wenn sie nicht zeitig genug erkannt wird und bei der der Eileiter platzt, zu einer starken Blutung führen und deshalb kommt der rechtzeitigen Erkennung eine große Bedeutung bei. Aber: die Diagnose einer Eileiterschwangerschaft zu einem noch frühen Zeitpunkt erfordert sicher sehr viel klinische Erfahrung und ist nicht immer ganz einfach. Zum jeweiligen, individuellen Befund kann aber sicher nur der behandelnde Frauenarzt oder Frauenärztin vor Ort etwas sagen. Wenn die Frau zwischenzeitlich Schmerzen oder Blutungen bekommt, sollte sie sicher kurzfristig einen Frauenarzt aufsuchen. VB


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