Sabrina312
Guten Tag, ich bin aktuell in der 36+3 SSW. In der 32. SSW wurde das Baby erstmalig zu klein gemessen und liegt seit dem unter der 1. Perzentile. Bei 36+0 wurde ein Gewicht von 1695g gemessen. Hinzu kommt, dass ich bereits 3x an der Gebärmutter aufgrund eines Asherman Syndroms operiert wurde und die Schwangerschaft durch eine Ivf entstand. Die unzähligen Doppler Untersuchungen und CTGs seit der 32. Woche waren immer alle unauffällig. Genauso Fruchtwassermenge, Kindsbewegung und genetische Untersuchungen. Die Klinik möchte an 37+0 entbinden. Allerdings nur mit Kaiserschnitt. Ich selber würde viel lieber vaginal entbinden. Mein Bauchgefühl sagt mir von Beginn an, dass außer der Größe alles gut ist mit dem Baby (was die genetischen Tests ja auch erstmal bestätigen). Ich würde gerne eine Einleitung versuchen, die Klinik lässt da aber nicht mit sich reden. Wie schätzen Sie die Situation ein? Deine Schwangerschaftswoche: 37
Guten Tag, meine Vorrednerin hat eine ähnliche Situation durchlebt und die wichtigsten Dinge bereits genannt, vielen Dank dafür! Es ist tatsächlich so, dass man davon ausgehen muss, dass die Plazenta Ihr Baby nicht mehr ausreichend versorgt, es wächst nicht mehr adäquat. Mit 1700g ist es wirklich sehr zart. Es ist beruhigend, dass CTG und Doppler bisher immer gut waren, allerdings werden diese Untersuchungen ja in Ruhe durchgeführt, also ohne dass das Baby Stress hat. Unter Geburt sieht das ganz anders aus und Babys, deren Kapazitäten im Vorfeld bereits eingeschränkt sind, können unter Stress (Wehen, Druck, ggf. Einleitung, ggf. Blasensprung, ggf. beginnende Infektion) schnell dekompensieren. Das heißt, das Risiko für einen eiligen Kaiserschnitt im Verlauf, insbesondere auch für einen Notkaiserschnitt ist recht hoch. Mit einer Saugglocke (sonst im Notfall eine gute Alternative zum Kaiserschnitt, wenn die Geburt bereits so vorangeschritten ist) wäre man bei dem Gewicht auch zurückhaltend. Im Falle eines Notkaiserschnitts ist (abseits von dem Stress für die werdenden Eltern) zudem das Risiko für eine Verlegung des Kindes in die Kinderklinik erhöht. Insgesamt erscheint mir (aus der Ferne und nach dem, was Sie berichtet haben) der geplante Kaiserschnitt als schonendstes Verfahren für Ihr Kind. Dennoch müssen Sie die Situation natürlich mit Ihren behandelnden Ärzten besprechen und gemeinsam Ihren Weg finden. Wenn Sie sich auf eine Einleitung einigen, müssen Ihnen aber die oben genannten Risiken bewusst sein. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Baby alles Gute! Annika Thies
decembermom
Liebe Fragestellerin, ich bin nicht Frau Dr. Thies, aber selbst betroffene Mutter und auch Ärztin. Unser jüngstes Kind wurde vor 8 Wochen in der 35+2 SSW geboren mit 1875 g, ebenfalls seit der 32. SSW bestand die Diagnose FGR. Auf Grund eines erstmalig aufgetretenen pathologischen Dopplers bei 35+0 wurde zur Einleitung vor 37+0 SSW geraten. Ansonsten wäre ich auch bei 37+0 SSW eingeleitet worden. Prinzipiell hat man in unserem Fall versucht, die Geburt vaginal durchzuführen, daher der Versuch der Einleitung. Ich habe aber auch schon mehrfach in der Vergangenheit rasch und spontan geboren, bei den Geschwistern waren die Schwangerschaften und Geburten komplikationslos. Letztendlich endete die Geburt dennoch auf Grund einer Querlage in einem Kaiserschnitt. Also prinzipiell kann man einen vaginalen Entbindungsversuch probieren, jedoch kann es auf Grund der Wachstumsrestriktion eher zu auffälligen Herztönen kommen, da eine spontane Geburt wesentlich anstrengender ist für ein kleines Kind. Bei einer FGR versorgt meist die Plazenta das Kind nicht richtig und unter dem Stress der Wehen hat die Plazenta dann keine Kapazitäten mehr, die Versorgung des Kindes mit Sauerstoff zu steigern, so dass es zu Auffälligkeiten im CTG kommen kann. Zudem ist es leider manchmal so, dass ein kleines Kind eher eine abnorme Lage einnehmen kann unter der Geburt (so wie unsere kleine) oder den Bezug zum Becken erst gar nicht findet. In all diesem Fällen müsste dann ein Kaiserschnitt gemacht werden. Besprich bitte mit deiner Klinik nochmal ganz genau, welche Gründe für sie gegen eine vaginale Geburt sprechen. Oft hängt das im Einzelfall von den konkreten Befunden ab und von außen ohne die Befunde genau zu kennen ist eine Einschätzung schwierig/unmöglich. Prinzipiell würde ich sagen (ohne deine Befunde zu kennen) ist eine vaginale Geburt möglich im Fall einer FGR jedoch besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein Kaiserschnitt nötig ist. Das sollte man im Vorfeld wissen und sich mental darauf einstellen. Ich wünsche euch alles alles Gute!
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