Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

erhöhtes fehlgeburtsrisiko

Frage: erhöhtes fehlgeburtsrisiko

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Dr. Bluni, letzten Sonntag ist in der 14. SSW festgestellte worden, dass das Herz meines Kindes nicht mehr schlägt. Am Montag wurden anhand eines Zäpfchens die Wehen eingeleitet und das Kind (ein Junge) ging weg - eine Ausschabung musste nicht vorgenommen werden. Bereits Anfang Juni diesen Jahres hatte ich einen Abgang in der ca. 10 SSW, wobei diese Schwangerschaft wohl von Anfang an nicht intakt war, da der Frauenarzt nie ein Kind sah. Bei beiden Schwangerschaften hatte ich Blutungen. Da nur bei der letzten Schwangerschaft ein (bis zur 14. SSW normal entwickeltes) Kind zu sehen war, konnte auch hier der Frauenarzt nur sagen, dass die Blutungen keinen Zusammenhang mit dem Tod des Kindes hatten. Kann das sein? Im Internet habe ich jetzt gelesen, dass das Fehlgeburtsrisiko mit jedem Abgang/Fehlgeburt (bei habituellen Aborten) steigt. Warum ist das so und ist das immer so? Was kann ich tun? Ich sollte noch anfügen, dass ich bereits einen Sohn habe (1 1/2 Jahre). Diese Schwangerschaft verlief von Anfang bis Ende ohne Probleme - es stellte sich lediglich während der Entbindung heraus, dass zwischen dem Kopf meines Sohnes und meinem Becken ein Missverhältnis vorliegt und ich deshalb per (Not-)Kaiserschnitt entbunden wurde. Kann dies einen Einfluss haben? Bin ich zu schnell wieder schwanger geworden?


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Christina, die Information, die im Internet verbreitet wird, entspricht nicht der Wahrheit. Das Risiko steigt also nicht mit jeder Fehlgeburt an. Auch ist eine Wartezeit von etwa einem Jahr nach Kaiserschnitt völlig ausreichend. Die häufigste Ursache für eine frühe Fehlgeburt sind genetische Störungen, dann folgen anatomische Ursachen, Infektionen und Medikamente . Auch können sowohl Gerinnungsstörungen als auch immunologische Ursachen eine Rolle spielen. Wenn sich Fehlgeburten häufen (mehr als drei mal hintereinander), sollte man eine weiterführende Diagnostik empfehlen und hierzu gehört neben der Untersuchung der Frau, der Genetik der Eltern ggf. auch die Suche nach den oben genannten Blutgerinnungsstörungen, die häufig unerkannt bleiben, aber dennoch in einer nicht unerheblichen Zahl die Ursache für wiederholte Fehlgeburten und Probleme in der Schwangerschaft sind. Prophylaktisch kann man nicht immer vorbeugen, da z.B. bei einer genetischen Ursache hier eine Art natürlicher Ausleseprozess abläuft. Es ist eben ein normaler Vorgang, daß mache Frauen erst ein oder zwei Fehlgeburten haben, bevor eine sich intakte Schwangerschaft entwickelt. VB


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