Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Epilepsi

Rund ums Baby Adventskalender 2025
Frage: Epilepsi

Mitglied inaktiv

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Hallo ihr lieben! Hab mal eine Frage bin laut Frauenarzt in der 6 Woche. Da ich aber bein meiner letzten Schwanderschaft Gehirnblutungen und Epilepsi gehabt habe nehme ich jetzt das Medikament LAMICTAL und FRISIUM wollte nur mal wissen ob das dem Baby schaden kann. Mein Frauenarzt will das ich das FRISIUM absetze. Bitte um Antwort. Danke


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo, 1. allgemein kann man sagen, dass bei einer Epilepsie in der Schwangerschaft in einem Drittel der Fälle der Krankheitsverlauf besser, in einem Drittel schlechter und bei dem restlichen Drittel unverändert ist. Unter der entsprechenden, medikamentösen Einstellung und engmaschigen Betreuung durch einen Frauenarzt/ Frauenärztin und auch Neurologen, kann der Verlauf und auch die Geburt ganz normal verlaufen. Eine Verschlechterung des Verlaufes der Epilepsie lässt sich folgendermaßen erklären: Eine Zunahme des Körpergewichtes führt zu Veränderungen der Volumenverteilung durch Einbeziehung des plazentaren und fetalen Verteilungsraumes und einer veränderten Aktivität der kindlichen und mütterlichen Leber. Dies kann zur relativen Unterdosierung der eingenommenen Medikamente führen. Deshalb ist eine engmaschige gemeinsame Betreuung der Patientin durch Frauenarzt/ärztin und Neurologen zu empfehlen, bei der auch die Serumspiegel der Medikamente regelmäßig kontrolliert werden, um Unterdosierungen und damit Anfallshäufungen als auch unnötig hohe Medikamentendosen zu vermeiden. Der Status epilepticus in der Schwangerschaft ist sehr selten, stellt dann aber eine lebensbedrohliche Gefährdung dar. Deshalb sollte eine krampfhemmende Therapie auf jeden Fall weitergeführt werden. Alle krampfhemmenden Mittel passieren die Placenta (Mutterkuchen), gehen auf das Kind über und haben in aller Regel teratogene Effekte (fördern ganz bestimmte Missbildungen). Das Risiko von Anomalien bei Kindern, die krampfhemmenden Medikamenten ausgesetzt sind ist dreimal höher als in der Restbevölkerung. Das fetale Hydantoin-Syndrom (in Verbindung mit Phenytoin) betrifft ca. 3-5% der dem Medikament ausgesetzten Kinder. Es geht einher mit mentaler Retardierung, Wachstumsretardierung, Anomalien des Gesichtsschädels und der Extremitäten. Eine milder ausgeprägte Form kann in 8-15% d. Fälle vorkommen, wird jedoch bei den Kindern nur durch eine sorgfältige neurologische Untersuchung entdeckt. Spätestens in der 20. Schwangerschaftswoche sollte bei der werdenden Mutter eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, um das Risiko einer möglichen Fehlbildung auszuschließen. Auf diese Weise können u.a. Geburtsmodalitäten (z.B. Kaiserschnitt) frühzeitig geplant werden. Wichtig: Zur Vorbeugung von Neuralrohrdefekten sollten alle Frauen mit einem solchen Risiko (z.B. Patientin mit Epilepsiemedikamenten, Kindern mit einer Spina bifida oder ähnlicher Fehlbildung) täglich 5 mg Folsäure einnehmen. Die Schwangere sollte vor Beginn einer Schwangerschaft über diese Probleme der Medikamenteneinstellung und der erhöhten Rate von Missbildungen unter der Medikation ausführlich mit dem Frauenarzt und Neurologen sprechen. Die Kinder von Frauen die mit der Gabe enzyminduzierender Antiepileptika behandelt werden ( Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Phenobarbital ) haben ein erhöhtes Risiko von Blutungen durch einen Mangel an Vitamin- K- abhängigen Gerinnungsfaktoren. Frauen die diese Medikamente nehmen, sollten nach Ansicht einiger Experten prophylaktisch ab etwa der 36. SSW mit Vitamin K (Konakion) 20mg oral vor der Geburt behandelt werden. Für Interessierte gibt es bei der Firma Novartis (tel. 0911-273-0) eine sehr informative Broschüre zu Epilepsie und Schwangerschaft . Auch über die Firma GlaxoSmithKline in München (Tel. 089-360440) gibt es eine sehr interessante Broschüre für Frauen mit Epilepsie und deren Bedeutung für Sexualität, Verhütung, Schwangerschaft und Wochenbett. 2. Was die Verordnung von Benzodiazepinen, wie Frisium angeht, sollte dieses in der Schwangerschaft sehr streng indiziert werden, insbesondere sollte im ersten Schwangerschaftsdrittel darauf möglichst - wenn vertretbar - verzichtet werden. 3. sicher gibt es bei dieser sehr bedrohlichen Erkrankung (Hirnblutung)keine allgemein gültige Empfehlung für oder gegen eine Schwangerschaft oder einer Wartezeit bis zur nächsten Schwangerschaft. Hier ist sicher die EMpfehlung, auch im Hinblick auf eine Schwangerschaft davon abhängig, was die Ursache für die Blutung war und wie die Einschätzung der behandelnden Ärzte vor Ort ist. Dieses kann immer nur im Einzelfall unter Risikoabwägung entschieden werden.In jedem Fall sollte dieser Wunsch zwischen Mutter, Frauenarzt oder Frauenärztin und dem behandelndem Arzt,bzw. Neurochirurgen & Neurologen abgesprochen werden: Wie wird die Prognose eingeschätzt, gibt es Hinweise auf ein (weiteres) Aneurysma? Es kann hier gut sein, dass man die geringen Restrisiken eines Kaiserschnitts in Kauf nimmt, um ein Pressen während einer normalen Entbindung zu vermeiden. VB


Mitglied inaktiv

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he, ich habe auch epilepsie, nehme aber andre medikamte. viele medikamte die anfälle verhindern sind nur in den ersten 12 schädlich für das würmchen.alles gute.


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