Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Dysplasie

Frage: Dysplasie

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Hallo Dr. Bluni! Habe heute erfahren, dass ich in der 7. SSW bin und zeitgleich, dass mein letzter Krebsabstrich (Mitte Juli) nicht in Ordnung war. Und zwar mit dem Ergebnis CIN2 bis CIN3. Habe erst in 14 Tagen einen Termin in der nächsten Dysplasieambulanz erhalten. Glauben Sie, dass dieser Termin zu spät ist bzw. wie könnte der weitere Verlauf in meiner Angelegenheit sein und inwiefern besteht Gefahr für mein Baby oder für mich? Besten Dank für Ihre Antwort!


Dr. med. Vincenzo Bluni

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Hallo, nein, das ist ganz sicher nicht zu spät. In der laufenden Schwangerschaft kann es dadurch, dass die Zellen in der hormonell veränderten Situation anders erscheinen, schon mal solche Befunde geben. Hierdurch kann die Beurteilung eines solchen Befundes für den Zytologen manchmal schwieriger sein. Eine derartige Situation erfordert dann sicher die engmaschige zytologische Kontrolle und eventuelle Reaktion. In manchen Fällen normalisiert sich ein solcher Abstrich, dennoch kann er sich gerade in der Schwangerschaft auch mal unter dem hormonellen Einfluss verschlechtern. Eine weiterführende Diagnostik sollte bei einem solchen Abstrichbefund in der Schwangerschaft durch eine entsprechend kompetente Stelle erfolgen, um eben bestimmt Dinge (Veränderungen in der Tiefe)auszuschließen und entscheiden zu können, was man zu tun hat. Hierzu gibt es so genannte Dysplasiezentren. Hier bieten z.B. viele Unikliniken entsprechende Dysplasiesprechstunden an. Dabei kann es dann sinnvoll sein – sofern nichts anderes entschieden wird, alle 4 Wochen eine Kontrolle des Abstrichs durchzuführen. In einigen Fällen wird man zumindest um die Gewebeentnahme (Biopsie) nicht herum kommen. Eine Konisation (die Ausschneidung eines Gewebekegels am Muttermund) ist in der Schwangerschaft nur selten erforderlich, würde aber nicht bedeuten, dass die Schwangerschaft nicht weiter ausgetragen werden kann. Sie bedeutet natürlich ein Risiko, aber man muss hier in erster Linie die Frau sehen, denn was man auf jeden Fall verhindern sollte, ist, dass die Frau Ihr Kind bekommt und anschließend einen Gebärmutterhalskrebs, der ggf. nur noch durch eine sehr große Operation mit viel schlechteren Heilungschancen zu behandeln ist. Diese Entscheidung ist nicht immer einfach. Hier wird die Entscheidung dann auch häufig in Absprache des Frauenarztes oder Frauenärztin mit dem Dysplasiezentrum oder dem Zytologen getroffen und hier ist die Entscheidung selten zu verallgemeinern, sondern sie muss im Einzelfall getroffen werden. VB


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