Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Doppler-Ultraschall

Frage: Doppler-Ultraschall

Mitglied inaktiv

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Ich bin jetzt in der 15. SSW. Diese Woche hatte ich die Fruchtwasseruntersuchung. Das Ergebnis war unauffällig. Nun fragte ich meine FA nach dem Doppler-US. Sie meint er sei nicht notwendig. Allerdings hat dieser "große US" in meiner 1. Schwangerschaft gezeigt, dass die rechte Vene zur Plazenta nicht ausreichend durchlässig ist und die Entwicklung meiner Tochter wurde bis zur Geburt engmaschig kontrolliert. Nun habe ich Bedenken, dass dies bei dieser SS auch sein könnte. Immerhin ist eine Vene im rechten Bein (Saphena magna ?o.ä.)vollständig kaputt und muss nach der SS gezogen werden. Außerdem wird ja bei dem Doppler-US u.a. auch sehr gründlich das Herz untersucht. Ich habe 2 x um eine Überweisung gebeten, aber meine FA lehnt ab, u.a. weil zu teuer und weil die FU ja schon gezeigt habe, dass soweit alles i.O. sei. Wäre in der 1. SS nicht ein auffälliger Befund gewesen, würde ich dieser Frage wahrscheinlich nicht weiter nachgehen. Selbst der Arzt bei der FU hat vorausgesetzt, dass noch ein Doppler gemacht wird. Ich finde das Verhalten meiner FA etwas befremdlich. Im Voraus herzliche Dank für Ihre Antwort! Fresa


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Fresna, das genannte "Problem" mit den „Wunschleistungen für gesetzlich versicherte Patientinnen – nicht nur in der Schwangerschaft - ist sicher eines, welches in der letzten Zeit häufiger auftritt (und in Zukunft noch viel mehr) und ist nicht zuletzt auf eine fehlende oder falsche Information/Vorstellung der Schwangeren und auch einem Kommunikationsproblem zwischen behandelndem Frauenarzt oder Frauenärztin und Patientin zurückzuführen. Und so ist es der Arzt, der die Indikation für eine Untersuchung stellt und der dafür auch wirtschaftlich in Haftung genommen werden kann! Sicher ist es seitens des behandelnden Frauenarztes oder Frauenärztin notwendig, sich der Probleme und Ängste der Schwangeren/Patientin anzunehmen, ihr offen die Dinge zu erläutern, die eine reguläre Vorsorge beinhaltet und was darüber hinaus geht, und von ihr privat zu erstatten ist. Die moderne Frauenarztpraxis sollte sich natürlich als ein Servicebetrieb verstehen. Hierbei sollte der Partner - wenn von der Schwangere gewünscht - in die Gespräche und Untersuchungen mit eingebunden werden. Jede Schwangere/Interessierte kann in den online abrufbaren Mutterschaftsrichtlinien nachlesen, was Gegenstand der Untersuchungen ist. Die Adresse ist http://www.medical-text.de/abrechnungebm/richtlinien/mutter/richmu01.htm im Rahmen einer normalen Schwangerschaft ohne Hintergrundrisiko sind 3 Ultraschall-Untersuchungen vorgesehen: 9.-12. SSW 19.-22. SSW 29.-32. SSW Bei besonderen Indikationen (Risiko aus der Vorgeschichte oder dem Alter, Auffälligkeit, Wachstumsretardierung, andere Besonderheiten) sind weitere Untersuchungen angezeigt. Zu diesen drei Ultraschalluntersuchungen gehört nicht der differenzierte Organultraschall zwischen der 19. + 22. SSW, der in der Regel durch einen entsprechend erfahrenen Arzt für Pränataldiagnostik, meist in einer Spezialpraxis oder einem Perinatalzentrum durchgeführt wird. Ein solcher Organultraschall/ Feindiagnostik wird in der Regel nur bei einer medizinischen Indikation veranlasst; die Schwangere hat darauf keinen generellen Anspruch und kann den Frauenarzt dazu auch nicht drängen, ihr hierfür eine Überweisung auszustellen. Ähnlich verhält es sich mit Ultraschalluntersuchungen, die über das übliche Maß hinausgehen, da diese, wenn keine Indikation vorliegt (was bekanntermaßen meistens der Fall ist) von den Gesetzlichen Kassen nicht vergütet werden. Wünscht die gesetzlich versicherte Schwangere diesen zusätzlichen Ultraschall dennoch, so müssen ihr hierfür ganz klar die Kosten komplett in Rechnung gestellt werden. Medizinisch gesehen, wissen wir, dass wir durch das häufige Ultraschallen eben nicht zu einer weiteren Reduzierung an Frühgeburten oder Fehlbildungen beitragen und deshalb gibt es in anderen, hoch entwickelten Ländern aus gutem Grund noch nicht einmal diese drei Ultraschalluntersuchungen. Der Glaube, dass mit der Häufigkeit und Anzahl der Untersuchungen (auch per Ultraschall)mehr Benefit verbunden ist, ist hier in Deutschland offensichtlich fest verwurzelt. Die Zukunft unseres Gesundheitswesens wird aber sicher gar keinen anderen Weg erlauben als viel mehr evidence based medicine zu betreiben (sprich die Dinge zu veranlassen, die medizinisch sinnvoll sind), nicht zuletzt, um die Medizin in Deutschland noch bezahlbar zu machen, denn wenn von den Frauen gewünscht wird, dass auch später noch andere Frauen Untersuchungen ohne Eigenanteil erhalten, dann sollte sich über die Ärzte gefreut werden, die eben nicht alles auf Kosten der Krankenkassen veranlassen, denn dann wird noch schneller in der Kasse der Krankenkassen Ebbe sein. Man sollte hier wissen, dass eine solche Leistung, auch, wenn sie auf Überweisung erfolgt, natürlich nicht umsonst ist. Sie wird dann nur zu Lasten der anderen Beitragszahlerinnen abgerechnet. Ausnahmen hiervon gibt es eigentlich nicht. Dass diese Vorgabe "schon mal" von dem ein oder anderen "umschifft" wird, ist bestens bekannt. VB


Mitglied inaktiv

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Hallo Hr. Dr. Bluni, herzlichen Dank für Ihre sehr ausführliche Antwort! Grundsätzlich habe ich die Einstellung kostensenkend zu denken. Allerdings fand ich die Antwort meiner FA dazu schon sehr knapp, zumal sie es mir nur durch Ihre Arzthelferin ausrichten ließ. Manchmal wünscht man sich in der Praxis eben mehr Feingefühl und Kommunikation. Ich hatte ja meine Bedenken nicht einfach aus dem Blauen heraus. Eine Antwort, wie die Ihrige, hätte schon ausgereicht. Ferner hat mich ein Freund meines Mannes, Allgemeinmediziner, aufgeklärt, dass durch die FU schon ein weites Feld abgesteckt ist und ein Doppler nicht wirklich notwendig ist; auch wenn, wie bei mir z.B. die Vene im rechten Bein nicht mehr intakt ist und in der 1. SS auch die Blutzufuhr zur Plazenta nicht zufriedenstellend war; sofern eine sorgfältige Kontrolle erfolgt. Allerdings freut es mich so eine interesannte Seite entdeckt zu haben. Mit freundlichen Grüßen Fresa


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