Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Darmpilz bzw. Wurm

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Frage: Darmpilz bzw. Wurm

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Sehr geehrter Herr Dr. Bluni, bin in der 32. SSW und war heute beim Hausarzt, weil ich seit gestern weiße kleine Punkte im Stuhlgang habe. Nun muß ich eine Stuhlprobe abgeben, weil es entweder ein Darmpilz bzw. Wurmeier sein können. Vor 2 Wochen hatte ich schon einen Scheidenpilz.Nun habe ich 2 Fragen: 1. Wie entstehen diese beiden Krankheiten? Kann der bereits bestandene Scheidenpilz auch in den Darm gewandert sein? 2. Wenn ich bis morgen früh keinen Stuhlgang habe, muß ich bis Montag morgen warten. Kann die lange Wartezeit schädlich für das ungebore Baby sein? Vielen Dank, Kati2009


Dr. med. Vincenzo Bluni

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Hallo Kati, 1. anders als ein bakterieller Infekt stellt ein Scheidenpilz während der Schwangerschaft kein großes Risiko dar. Bei einer Infektion kurz vor der Geburt sollte der Geburtshelfer informiert sein. Die Neugeborenen können in den ersten Lebenswochen einen Pilzbefall im Mund- oder Windelbereich bekommen. Auf der Kopfhaut des Neugeborenen kann es zu einem schuppigen Belag kommen. Liegt eine solche Pilzinfektion in der Schwangerschaft vor, können die zur Verfügung stehenden, antimykotischen Maßnahmen ergriffen werden. Anders als außerhalb der Schwangerschaft wird die Pilzinfektion allerdings immer behandelt, selbst bei Beschwerdefreiheit der Frau. Für den Wirkstoff Nystatin liegen die besten Erkenntnisse vor; aber auch der Wirkstoff Clotrimazol kann eingesetzt werden. Wenn auch bei Clotrimazol ein entsprechender Vermerk im Beipackzettel vorhanden ist, gibt es bisher keine dokumentierten Schäden bei Kindern nach Anwendung von Clotrimazol. Bei vorsichtiger Handhabung dürfen hier auch Vaginaltabletten eingesetzt werden. Dieses ist für eine optimale Therapie häufig auch unerlässlich. 2. im Darm können solche Pilze immer mal vorkommen, haben aber dort praktisch keine Bedeutung für eine Schwangerschaft. 3. die Mittel der Wahl bei Wurmerkrankungen in der Schwangerschaft sind die folgenden: Pyrviniumembonat Mebendazol Noclosamid Man nennt diese Gruppe der Wirkstoffe gegen Würmer auch Anthelmintika. Die individuell sinnvollste Maßnahme sollte mit dem behandelnden Arzt vor Ort besprochen werden. VB VB


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