Mitglied inaktiv
Hallo! Ich habe im Juni 2005 und Juni 2006 ein Kind bekommen. 2006 war ein Kaiserschnitt, wegen falscher Lage. Bis Dezember hatte ich dann immer Probleme (Schmerzen/Ziehen) an der Narbe außen. Konnte nur noch Stoffhosen tragen. Wir wünschen uns nun ein drittes Kind, doch ist das jetzt in Ordnung? Die Narbe fühlt sich immer noch sehr taub an und zieht je nach Bewegung. Der FA meinte innen sei alles gut, die GM sei vorher schon bei mir nach hinten gekippt gewesen und das ist jetzt wieder so. Was soll ich nun tun? Noch weiter abwarten, aber wie lange?? Das eine (empfohlene)Jahr haben wir ja abgewartet. Was raten Sie mir? Und was könnten für Probleme auftreten? Ich möchte auf keinen Fall wieder einen Kaiserschnitt. Danke und viele Grüße Birgit
Liebe Birgit, 1. die Wartezeit nach Kaiserschnitt sollte in jedem Fall ein Jahr, besser sind sogar zwei Jahre, betragen. Es sind hier vor allem die schwangerschaftstypischen Probleme wie Blutungen, vorzeitige Wehen, Probleme unter der Geburt,u.a. Sicher ist auch das Risiko für eine noch nicht ausgeheilte Naht an der Gebärmutter zu nennen, was dann Probleme unter der Geburt/Wehen oder schon vorher mit sich bringen kann. 2. ein retroflektierter Uterus (die nach hinten geknickte Gebärmutter) hat eigentlich überhaupt keine klinische Bedeutung und sicherlich würden die meisten Fachvertreter außer zuzuwarten gar nichts machen. Es gibt aber nach wie vor die überholte Vorstellung, man müsse hier aktiv werden, weil dieser anatomische Zustand als problematisch angesehen wird. In vielen Fällen richtet sich die Gebärmutter ganz von selbst nach vorne, ohne dass man irgendetwas dazutun muss. 3. zu beantworten sind bei der Frage, ob bei einer Folgeschwangerschaft erneut ein Kaiserschnitt erfolgt, die folgenden Fragen: 1.warum wurde der Kaiserschnitt gemacht? Wie war der Geburts-und Wehenverlauf? 2. Gibt es bei der folgenden Schwangerschaft besondere, geburtshilfliche Risiken bei der Frau und während der Schwangerschaft? 3. Wie schwer ist das folgende Kind ungefähr bei Geburt? Dieses sollte um die 36. SSW durch Untersuchung und US abgeschätzt werden. 4. Wie sind die Bedürfnisse der Eltern hinsichtlich des Entbindungsmodus? 5. Was empfehlen Frauenarzt/ärztin und die Entbindungsklinik den Eltern? Generell ist es wohl sicher den meisten Fällen möglich, eine vaginale Entbindung spontan, per Saugglocke oder Zange auch nach einem Kaiserschnitt durchzuführen, ohne, dass hier Probleme entstehen. Einen Automatismus: "einmal Kaiserschnitt immer Kaiserschnitt" gibt es nicht. Dieses sollte aber in Absprache mit dem behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin und der Entbindungsklinik entschieden werden, wo die Frau sich eigentlich immer vor der Geburt vorstellen sollte und nach einem Kaiserschnitt vielleicht noch mehr, um über die Vor-und Nachteile und auch die möglichen Risiken des ein oder anderen Vorgehens zu sprechen. VB