Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Cytomegalie

Frage: Cytomegalie

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Mein Sohn wurde in den 34 SSw geholt, da er an CMV erkrankt ist. Er ist jetzt sehr krank, ich frage mich, ob man das hätte nicht vorher erkennen können? Macht man keine Blutuntersuchung auf diesen Virus, bzw. wieso wurde mir nie etwas davon erzählt? Kennen Sie Spezialisten für diesen Virus, an die ich mich wegen einer Behandlung wenden kann? Vielen Dank, Lisa


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Lisa, eine solche Infektion des Kindes ist selbstverständlich ein katastrophales Ereignis. Denn ist sie eine sehr seltene Infektion, da nur sehr wenige Kinder trotz Infektion der Mutter diese Folgen davon tragen. Und aus diesem Grund wird zu keiner generellen Suche nach dieser Infektionserkrankung geraten. Hinweise im Ultraschall sind dann meist nur indirekt. Wassereinlagerung oder Wachstumsminderungen des Kindes (zu kleiner Kopf). Aufwand und Nutzen eines allgemeinen serologischen Zytomegaliescreenings in der Schwangerschaft zur Erfassung von asymptomatischen mütterlichen Infektionen stehen nach Meinung der meisten Experten auf diesem Gebiet in keinem vernünftigen Verhältnis. Die Interpretation der Serologie bezüglich des Risikos der kindlichen Gefährdung auch nach Einbeziehung der pränatalen Diagnostik bleibt schwierig und wirksame prophylaktische oder therapeutische Maßnahmen zur Reduzierung des kindlichen Risikos stehen nicht zur Verfügung. Zu Recht ist deshalb ein solches Screening in den Mutterschafts-richtlinien nicht vorgesehen. Eine vorherige Testung macht insonfern wenig Sinn, als es eben zu Reaktivierungen kommen kann. VB


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