Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Condylomen

Frage: Condylomen

Mitglied inaktiv

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Sehr geehrter Herr Dr. Bluni, ich bin zwar nicht schwanger, habe aber folgende Frage: Ich war letzte Woche zur Kontrolluntersuchung bei meinem FA. Der stellte Condylomen fest. Der HPV-Test und der normale Abstrich waren in Ordnung. Jetzt stellt sich mir die Frage, ob es auch Condylomen ohne HPV-Viren gibt, da ich im Internet Condylomen nur in Zusammenhang mit HPV-Viren gelesen habe. Ich habe jetzt auch etwas Angst, daß ich meinen Mann angesteckt habe, aber der FA sagte nichts von einer Ansteckungsgefährdung. Der FA meinte, er würde jetzt nichts machen und ich sollte in einem halben Jahr wieder zur Kontrolle kommen, was mir etwas lange vorkommt ohne Kontrolle. Was meinen Sie zu diesem Verhalten von meinem FA? Vielen Dank im voraus. Gruß Tanja


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo, 1.Zu den genannten Viren – HPV, ihrer Bedeutung und der Frage ob ein Suchverfahren nach ihnen (Screening) generell sinnvoll ist, kann man folgendes sagen: Bei HPV (Human Papilloma Virus) handelt es sich um eine Gruppe von über 100 miteinander verwandter Virustypen. Einige von ihnen können Warzen im Genitalbereich hervorrufen können, während andere HPV-Stämme Warzen an Händen und Füssen hervorrufen. Im Genitalbereich werden die sichtbaren Warzen Kondylome genannt. Sie treten nicht bei jedem HPV-Infizierten auf; viele Menschen wissen nicht einmal, dass sie Kondylome haben. Infektionen mit HPV sind häufig: Etwa 80% aller Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens. Die Übertragung erfolgt auf sexuellem Wege. Bei 80-90% aller Infektionen kommt es im Laufe von Wochen oder Monaten zu spontaner Rückbildung. Bestimmte HPV-Typen sind krebsauslösend und spielen bei der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses und seiner Vorstufen eine Rolle. Diese so genannten. Hochrisikotypen („high-risk-HPV“) finden sich zu jedem Zeitpunkt bei etwa 10% der weiblichen Bevölkerung im geschlechtsreifen Alter. Die überwiegende Zahl dieser Infektionen heilt spontan und dauerhaft ab. Die Infektion selbst ist noch nicht behandelbar. Nur bei wenigen Infektionen mit Hochrisikotypen des HPV kommt es zur Ausbildung der Krebsvorstufen. Die Entwicklung eines Gebärmutterhalskrebses aus den Vorstufen dauert aber mindestens 7-10 Jahre und die Vorstufen lassen sich mit einer Serie von Abstrichen über mehrere Jahre zu 95% erfassen. Es gibt derzeit keine ausreichende Datengrundlage zum routinemäßigen Einsatz der HPV-Diagnostik auf der Suche nach einem Gebärmutterhalskrebs und seiner Vorstufen. Von den maßgeblichen medizinisch- wissenschaftlichen Fachgesellschaften wird ein primäres HPV-Screening gegenwärtig nicht empfohlen. Die Deutsche Krebsgesellschaft hält ein primäres HPV-Screening derzeit für nicht indiziert. Die bisher etablierte Früherkennung von Veränderungen durch Gebärmutterhalsabstriche ist die beste Vorsichtsmaßnahme gegen Gebärmutterhalskrebs. Frauen, bei denen eine HPV-Infektion nachgewiesen wurde, haben verständlicherweise Angst, dass die Infektion Krebs verursachen könnte. Deshalb ist es hier immer anzuraten, wie oben beschrieben, über die Bedeutung der Infektion, der großen Wahrscheinlichkeit der spontanen Rückbildung und die individuelle Risikoeinschätzung zu sprechen. 2. da diese Kondylome überwiegend durch Sexualkontakt übertragen werden, ist ein Infektion des Partners möglich. Sofern dieser Hinweise oder Beschwerden hat, ist es sinnvoll, den Urologen zu fragen. VB


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