Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Blutungen am MuMu - normal?

Frage: Blutungen am MuMu - normal?

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Da ich (heute 33+1) gestern abend hellrotes frisches Blut auf dem Toilettenpapier hatte ich bin ins KH gefahren. Dort haben Sie CTG und Ultraschall gemacht, war alles ok. Auch bei der Untersuchung konnte sie nicht feststellen, woher die Blutungen kamen. Da ich immer wieder in der SS Blutungen hatte (normalerweise aber Ektopieblutungen) wollte sie mich eigentlich im KH zur Kontrolle behalten. Da ich aber zwei Jungen zu Hause habe, hat sie mich auf Bitten und Versprechen, dass ich am nächsten Tag zu meinem FA gehe, nach Hause gelassen. Heute morgen hatte ich noch leichte Schmierblutungen. Mein FA sagte nach der Untersuchung, dass die Blutungen vom MuMu (Äderchen) kommen. Als er mit dem Untersuchungs(watte-)stäbchen drankam, fing es auch wieder an zu bluten. Er meinte es wäre nicht weiter schlimm und KH auch nicht nötig. Jetzt meine Frage, kann es schon mal öfters vorkommen, dass Äderchen am MUMU reisen und es dadurch zu Blutungen kommt? Muss man sich dann wirklich keine Gedanken machen oder sollte ich doch besser für 24 Stunden ins KH zur Kontrolle? Ich habe immer wieder einen starken Druck nach unten, können dadurch auch die Blutungen entstehen? CTG ist alles in Ordnung, es sind nur kleine Übungswehen zu sehen, wenn sich das Würmchen stark bewegt. Vielen Dank für Ihre Antwort, ich bin halt nur ein wenig beunruhigt.


Dr. med. Vincenzo Bluni

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Hallo, 1. wenn es eine Blutung am Muttermund selbst ist, dann ist es richtig, dass diese eben keine größere Bedeutung haben. 2. sprechen Sie bei solchen Beschwerden zunächst immer mit Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt. Es ist sicher so, dass jede Schwangerschaft für sich genommen, völlig unterschiedlich verlaufen kann, mit völlig neuen und auch unterschiedlichen Erfahrungen bei bestimmten körperlichen Veränderungen. Dazu kann gehören, dass ab dem 5./6. Schwangerschaftsmonat schon mal leichte Kontraktionen - ein Zusammenziehen der Gebärmutter mit Verhärtung des Bauches - eintreten können. Diese können u.a. infolge der kindlichen Aktivität hervorgerufen werden, aber auch durch zuviel Stress oder Überanstrengung. Dieses sind aber nicht zwangsläufig vorzeitige Wehen, die sich auf den Muttermund auswirken. Um hier auszuschließen, dass diesen Kontraktionen nicht doch eine klinische Bedeutung im Sinne vorzeitiger Wehen zukommt, ist es empfehlenswert die behandelnde Frauenärztin/Frauenarzt zu informieren und hier abzustimmen, ob eine Untersuchung sinnvoll und notwendig ist. Wichtig ist es, hier immer den Gesamtzusammenhang zu sehen: Sehr hilfreich ist es, wenn Ihre Frauenärztin/Frauenarzt im Wehenschreiber sehen kann, ob wirklich keine Wehen vorliegen. Aber auch können bakterielle Entzündungen im Bereich der Scheide richtungweisend sein. Eine solche Entzündung mit Bakterien kann hier der Auslöser sein. Besonders bedeutsam ist, inwiefern sich im vaginalen Ultraschall Hinweise auf eine bedeutende Verkürzung des Gebärmutterhalses, ggf. verbunden mit einer Trichterbildung finden und was der Tastbefund von Muttermund und Gebärmutterhals ergibt. In einigen Fällen hilft bei "harmlosen Kontraktionen" die körperliche Schonung mit Verzicht auf Sport und Verkehr und die prophylaktische Einnahme von Magnesium. Dieses beruhigt die Gebärmutter. In anderen Fällen reichen diese Maßnahmen alleine aber nicht aus. Manchmal ist dann auch eine stationäre Behandlung notwendig. Wie hier für Ihre persönliche Situation das sinnvollste Vorgehen aussehen sollte, kann sicher Ihre behandelnde Frauenärztin/Frauenarzt im Rahmen der Untersuchung beurteilen. Gegebenenfalls wird hier zur Entscheidungsfindung auch die Klinik mit einbezogen. VB


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