Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Antibiotikum in der 40+1

Frage: Antibiotikum in der 40+1

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Hallo Dr. Bluni, mich plagt seit einigen Tagen eine sehr schmerzhafte Mittelohrentzündung. Auf Anraten meines Frauenarztes war ich dann gestern auch beim HNO-Arzt. Nach der Diagnose meinte dieser, trotz der Schwangerschaft wäre MEINE Gesundheit jetzt wichtiger und verschrieb mir ein Antibiotikum (5x400mg Kapseln mit dem Wirkstoff: CEFTIBUTEN und Nasenspray mit den Wirkstoffen Xylometazolinhydrochlorid + Dexpanthenol Diese Medikamenten nehme ich nun auch seit gestern. Doch mir ist überhaupt nicht wohl bei der Sache. Ich habe solche Angst, dass die Mittel meinen Baby schaden könnten. In den 9 Monaten Schwangerschaft hatte ich 3 schwere Erkältungen, die ich alle ohne Medikamente überstanden habe und jetzt solch starke Mittel?! Bin absolut nervös! Dr. Bluni, bitte sagen Sie mir, ob ich mir wirklich keine Sorgen machen muss!? Vielen Dank LG Tabea


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Tabea, 1. je nach Ausprägung der Erkältung/Grippe/Entzündung der Nebenhöhlen, sollte der Hausarzt oder HNO-Arzt entscheiden, ob nur symptomatische Maßnahmen ausreichen, oder ob man vielleicht doch mehr machen muss und vielleicht auch ein Antibiotikum verabreichen sollte. Und dieses ist dann auch problemlos möglich. Man muss also hier nicht nur zuschauen und zuwarten. Eine Erkältung; Entzündung der Nasennebenhöhlen, eine Grippe oder auch eine Bronchitis stellen in der Schwangerschaft keine Gefahr für das Kind dar. 2.Cephalosporine, sind plazentagängig. Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor. Der Tierversuch erbrachte aber keine Hinweise auf embryotoxische/teratogene Wirkungen. Insofern kann man sie unter strenger Indikationsstellung anwenden. 3. Empfehlenswert sind hier vor allem Inhalationen mit ätherischen Ölen und die Anwendung von Meersalz. Dabei sollte die Luft entsprechend angefeuchtet sein, um eine Austrockung der Schleimhäute zu verhindern. In ausgeprägten Fällen und nach Rücksprache mit Ihrem Arzt sind auch mal Nasentropfen erlaubt. Nach Informationen der Hersteller gibt es bei den Nasentropfen- und Sprays keine Hinweise für Schäden bei den Kindern. Man sollte sich allerdings an die Dosierung halten. Eine regelmäßige Anwendung ohne eindeutige Indikation ist sicher nicht zu vertreten. VB


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