Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

28+1 SSW - Kindesgewicht 2100g (!)

Rund ums Baby Adventskalender 2025
Frage: 28+1 SSW - Kindesgewicht 2100g (!)

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Sehr geehrter Herr Dr. Bluni, meine Untersuchung beim Gynäkologen hat mich doch etwas verunsichert. Es ist eigentlich alles in Ordnung - aber das Ungeborene ist viel zu schwer für sein "Alter". Also nicht nur ein bißchen drüber, sondern viel zu viel drüber. Tabellen geben für die 29. SSW, die am Tag der Untersuchung begann, ein Gewicht von 1250g an. Mein Baby wog 2390g. Der Frauenarzt sagte, bei seinem Ultraschallgerät könne man eine Toleranz von 200g abziehen - aber dann bleiben immer noch 2100g übrig! Gestationsdiabetes liegt nicht vor (Wert liegt bei 83, Grenzwert bei 140). Ich bin 176cm groß, mein Mann 180cm. Beide hatten wir bei unserer eigenen Geburt ein Geburtsgewicht um 3500g. Mich verunsichert dieser Wert sehr. Zumal er nicht isoliert auftritt, sondern sich schon um die 20. SSW abzeichnete: Zu Beginn der 21. SSW betrug der BPD 58mm, was ebenfalls über der Maximalkurve lag. Der Kopfumfang zu Beginn der 23. SSW betrug 210,5 mm - auch über der Maximalkurve. Vielleicht können Sie mir etwas sagen zu den Konsequenzen dieser Werte und ob sich das Wachstum eines Babys in den letzten 12 SSW auch verlangsamen kann, so daß es mit einem halbwegs "normalen" Geburtsgewicht auf die Welt kommt. Vielen Dank für Ihre Antwort! Vivace.


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

Beitrag melden

Hallo, gewisse Differenzen im Ultraschall können sich natürlich zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft ergeben, ohne dass dem automatisch eine klinische Bedeutung zukommen muss. Wichtig ist die Ausprägung der Differenz, ob sie schon immer da war und die Tatsache, ob diese Differenz im Laufe der Zeit zunimmt. Zeigen sich erhebliche Differenzen in den Messungen oder in dem ein oder anderen Maß und war die frühe Berechnung des Schwangerschaftsalters korrekt, ist immer die Frage, warum das Kind kleiner oder größer (=leichter oder schwerer!) ist bzw. warum das ein oder andere Maß deutlich abweicht und je nach Ausprägung würde man einen solchen Befund kurzfristig kontrollieren und bei erheblicher Abweichung die genaue Ursache abklären. Sicher können große Eltern schon mal ein insgesamt schwereres Kind bekommen, wie auch umgekehrt. Bei Kindern, die der Zeit deutlich voraus sind, wäre aber auch ein Schwangerschaftsdiabetes auszuschließen. Sofern der Test auf Schwangerschaftsdiabetes negativ ausgefallen ist, kann je nach verstrichener Zeit dieser schon noch einmal wiederholt werden. Sie beschreiben aber nur den Screeningtest und insofern wäre hier immer auch ein oraler Glucosetoleranztest beim Diabetologen zu empfehlen. Dieses wird am besten Ihre Frauenärztin/Frauenarzt entscheiden können. VB


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.