Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

2. Fehlgeburt

Frage: 2. Fehlgeburt

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Bin total verzweifelt. Bin 36 und Mutter von 2 Kindern. Im letzten Jahr hatte ich in der 12. Woche eine FG. (missed abort). Nun bin ich in der 8. SSW und jetzt schon wieder. Soll am Freitag in KH. Habe mir nun den Histologischen Befund schicken lassen. Dort stand etwas von lymphozytärer Entzündung etc. Dies würde alles auf eine Plazentabildungsstörung hinweisen. War im vergangenen Jahr bei meinem Gyn. und habe ihm mitgeteilt, dass ich meine Periode nur max 2-3 Tage habe und Unterleibschmerzen. Was sehr untypisch für mich ist.Er hat nur gesagt, ich finde nichts. Sollte mal ruhig bleiben. Kurz darauf wurde ich schwanger. Dann die Fehlgeburt ohne embryonale Entwicklung. Dann ging es nach der 1. FG weiter, dass ich eine verkürzte Regelblutung hatte. Habe dann mir einen neuen FA gesucht. Dieser hat mich durchgescheckt. Nichts auffälliges. Doch komisch, denn es hat von Januar bis September gedauert, bis ich wieder schwanger wurde (mit Ovulationstest) Und jetzt ein Windei. Hätte meine vorheriger Gyn nicht mit mir darüber sprechen sollen? Dann wäre ich dieses Risiko nie eingegangen und hätte keine FG. Vielleicht können sie mir raten, was ich machen soll. Hängt die verkürzte Regel damit zusammmen? Vielen Dank im voraus. Julia


Dr. med. Vincenzo Bluni

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Liebe Julia, so sehr ich Ihr Bedürfnis verstehen kann, eine Ursache zu finden, muss dass Zyklusgeschehen hier gar nicht ursächlich sein. Es ist ein nicht ungewöhnlicher Vorgang, dass manche Frauen erst ein oder zwei Fehlgeburten haben oder zwischendurch eine Schwangerschaft austragen, bevor eine sich dann (wieder) ein intakte Schwangerschaft entwickelt. Dabei sind genetische Störungen die häufigste Ursache für eine frühe Fehlgeburt, dann folgen anatomische Ursachen, Infektionen und Medikamente. Auch können sowohl Gerinnungsstörungen als auch das mütterliche Alter eine Rolle spielen. Erst, wenn sich Fehlgeburten häufen (mehr als dreimal hintereinander), wird empfohlen, eine weiterführende Diagnostik zu veranlassen. In Ausnahmefällen schon früher. Hierzu gehört neben der Untersuchung der Frau, der Genetik der Eltern ggf. auch die Suche nach den oben genannten Blutgerinnungsstörungen. Diese bleiben die häufig unerkannt, aber dennoch sind sie in einer nicht unerheblichen Zahl die Ursache für wiederholte Fehlgeburten und Probleme in der Schwangerschaft. Als hormonelle Ursachen kommen unter anderem Schilddrüsenfunktionsstörungen, wie eine Unter- oder Überfunktion in Frage. Ein Gelbkörpermangel ist sicher eher selten die Ursache. Eine für jede individuelle Situation passende Prophylaxe haben wir bis heute nicht. Bei einer genetischen Ursache ist dieses auch eine Art natürlicher Ausleseprozess der dazu führt, dass mache Frauen erst ein oder zwei Fehlgeburten haben, bevor sich eine intakte Schwangerschaft entwickelt. Bitte sprechen Sie sich aus diesem Grund zum weiteren Vorgehen mit Ihrem behandelnden Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin ab. VB


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