Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

valaviclovir 500mg

Frage: valaviclovir 500mg

suele

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S.g. Dr. Paulus, Ich habe erst gestern positiv getestet und befinde mich etwa  Ende der 4. SSW. Vor ein paar Tagen, so um ES+8 herum bemerkte ich Anzeichen eines beginnenden Herpes Genitalis. Was ich dann gleich, wie sonst auch,  mit einer Aciclovir Creme und 500 mg Valacilcovir Tabletten behandelt habe. Nachdem ich aber dann schon den Verdacht auf eine Schwangerschaft hatte, traute ich mich die Valaciclovir nicht mehr weiternehmen und habe es bei einer  einmaligen Dosis von 500mg belassen. Nun wo tatsächlich eine Schwangerschaft besteht habe ich etwas Bedenken und möchte  Sie fragen, ob Ihrer Meinung nach die einmalig eingenommenen 500mg dieses Medikaments riskant hinsichtlich der embryonalen Entwicklung sein könnte, sprich das Risiko für  Schädigungen und Fehlentwicklungen hoch ist? Vielen Dank im Voraus und freundliche Grüße


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

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Bei Valaciclovir handelt es sich um den L-Valylester von Aciclovir und damit um eine Vorstufe dieses älteren Virustatikums. Das vom Hersteller aufgebaute Register (Acyclovir Pregnancy Registry 1999) erfasste 19 angeborene Anomalien unter 596 Neugeborenen, deren Mütter im ersten Schwangerschaftsdrittel Aciclovir systemisch (oral, intravenös) angewandt hatten und danach bis zur Geburt verfolgt worden waren. Mit einer Fehlbildungsrate von 3,2% übertrifft dieses Kollektiv nicht das Basisrisiko von 3 bis 5%. Eine kindliche Schädigung wäre daher bei Ihnen durch die kurzfristige Einnahme nicht zu befürchten, zumal Sie sich wohl an diesem Tag noch im Zeitraum des Alles-oder-Nichts-Prinzips befanden. Innerhalb von zumindest 14 Tagen nach Empfängnis wäre bei schädigenden Einwirkungen entweder ein Abort oder ein Neugeborenes ohne erhöhtes Fehlbildungsrisiko zu erwarten.


suele

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Vielen dank für die Antwort!


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