eralsa14
Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich stille mein 13 Monate altes Baby noch mehrmals täglich und hatte heute eine Koloskopie mit Propofol (im Aufklärungsgespräch stand, dass auch Midazolam oder Ketamin genutzt werden kann), aber so wie ich den Arzt verstanden habe, war Propofol geplant. Nun ist es so, dass es da hieß, dass man 24h abpumpen und die Milch verwerfen sollte. Anderen Berichten zufolge ist das nicht nötig, weshalb ich sie hiermit frage, was sie mir bezüglich des Weiterstillens raten würden. Ich bedanke mich recht herzlich bei Ihnen
Propofol tritt in der Muttermilch nur in geringen Mengen auf (< 1 µg/ml). Komplikationen für den Säugling sind darunter nicht zu befürchten (Dailland et al 1989, Schmitt et al 1987, Avram et al 2005, Stuttmann et al 2010; Shergill et al 2012). Bei drei stillenden Frauen, die einem Anästhesieschema mit Propofol ausgesetzt waren, wurden nach 24 Stunden 0,04 % der Propofol-Dosis in die Milch ausgeschieden. Die Autoren stellten fest, dass ihre Ergebnisse nicht darauf hindeuteten, dass Mütter das Stillen hinauszögern oder ihre Milch nach der Propofol-Exposition abpumpen und verwerfen müssten (Avram et al 2005). Bei fünf Frauen wurde die Exposition des Säuglings nach der Narkose auf 0,02 % der mütterlichen gewichtsadaptierten Propofol-Dosis geschätzt (Nitsun et al 2006). Die meisten Experten empfehlen, dass das Stillen wieder aufgenommen werden kann, sobald sich die Mutter ausreichend von der Narkose erholt hat, und dass das Verwerfen der Milch unnötig ist (Dailland et al 1989, Nitsun et al 2006, Shergill et al 2012, Vargo et al 2012).
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