Frage im Expertenforum Kinderzahngesundheit an Dr. med. dent. Jacqueline Esch:

Wurzelkanalbehandlung oder Zahnextraktion

Frage: Wurzelkanalbehandlung oder Zahnextraktion

Ebdm

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Sehr geehrte Frau Dr. Esch,  ich würde Sie gerne um eine kurze Einschätzung zu der aktuellen Zahnsituation meines fünfjährigen Sohnes bitten. Vor einigen Monaten hatte mein Sohn an einem Milchbackenzahn Karies. Der Zahn wurde damals akut behandelt und mit einer Füllung versorgt. In den letzten Tagen begann der Zahn wieder Schmerzen zu verursachen. Zunächst fiel uns vor allem auf, dass er beim Kauen auf dieser Seite auswich und auch beim Zähneputzen Schmerzen an dem Zahn hatte. In der Nacht wurde die Wange auf der betroffenen Seite leicht dicker bzw. asymmetrisch. Wir haben daraufhin den zahnärztlichen Notdienst kontaktiert und sind am nächsten Morgen zur Untersuchung gegangen. Dort wurde der Zahn untersucht und ein Kältetest durchgeführt. Mein Sohn hat die Kälte gespürt. Aufgrund der Schwellung wurde ein Abszess bzw. eine bakterielle Entzündung vermutet und er bekam zunächst ein Antibiotikum. Die Schwellung und die Schmerzen sollen nun beobachtet werden; für Donnerstag ist eine Kontrolle vorgesehen. Uns wurde erklärt, dass der Zahn möglicherweise geöffnet werden müsse, falls weiterhin eine Entzündung des Zahnnervs bzw. der Wurzel vorliegt. Ich gehe davon aus, dass damit gegebenenfalls eine Behandlung der Wurzelkanäle (Pulpektomie) gemeint ist.  Was mich beschäftigt, ist die Frage, wie die Ursache der Schwellung sicher festgestellt werden kann. Wenn die Schwellung durch das Antibiotikum vollständig zurückgeht und mein Sohn  keine Schmerzen mehr hat, stellt sich für mich die Frage, ob die Ursache damit tatsächlich beseitigt ist oder ob trotzdem noch eine Entzündung im Zahn bzw. im Bereich der Wurzeln bestehen kann. Bisher wurde kein Röntgenbild gemacht. Deshalb würde mich interessieren, ob Sie in dieser Situation ein gezieltes Röntgenbild für sinnvoll halten würden, um den Zustand des betroffenen Milchzahns, die Wurzelregion und insbesondere auch den darunterliegenden bleibenden Zahnkeim beurteilen zu können. Außerdem bin ich unsicher, ob es bei einem fünfjährigen Kind in diesem Fall besser wäre, den Milchbackenzahn zu erhalten und gegebenenfalls eine Pulpektomie durchzuführen oder ihn zu entfernen. Ich frage mich insbesondere, welche Vor- und Nachteile eine Wurzelbehandlung bei einem so jungen Kind gegenüber einer Extraktion hätte und ob durch eine bestehende Entzündung oder eine Behandlung des Milchzahns durch eine Wurzelkanalbehandlung, Risiken für den darunterliegenden bleibenden Zahn bestehen (Zahnkeim). Wäre es gegebenenfalls nicht auch weniger belastend für das Kind, eine Zahnextration durchzuführen als solch eine Wurzelkanalbehandlung, wo man ja auch den Erfolg nicht genau sagen kann.  Ich wäre Ihnen daher sehr dankbar, wenn Sie mir Ihre Einschätzung geben könnten und wie Sie zu der Frage stehen, Wurzelkanalbehandlung oder doch lieber Extraktion?  Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Einschätzung. Mit freundlichen Grüßen


Dr. Jacqueline Esch

Dr. Jacqueline Esch

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Hallo, ein Röntgenbild ist auf jeden Fall sinnvoll und auch notwendig, um sich ein klares Bild von der Situation zu verschaffen. Die Schwellung aufgrund des beginnenden Abszesses und die positive Vitalitätskontrolle passen nicht zusammen. Sollte der Zahn devital und auf dem Röntgbild eine Entzündung erkennbar sein, was sich sehr danach anhört, dann ist eine Extraktion erforderlich. Am besten suchen Sie einen Kinderzahnarzt in Ihrer Nähe auf : www.kinderzahnaerzte.de. Alles Gute und viele Grüße 


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