Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Lars Happel:

Thromoserisiko und Heparin

Frage: Thromoserisiko und Heparin

Mitglied inaktiv

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Hallo Herr Dr. Happel, vor acht Jahren erlitt ich bei einem Autounfall eine leichte Hirnschädigung sowie einen Bruch des linken Oberschenkels und konnte sieben Wochen nach der OP nicht mobilisiert werden. Dabei hat sich eine tiefe Oberschenkel- und Beckenvenenthrombose gebildet, die durch eine erst sehr spät durchgeführte Urokinase / Streptokinase nicht komplett aufgelöst werden konnten. Seitdem trage ich Kompressionsstrümpfe Cl. 2 und nehme Marcumar. Bei einer Blutuntersuchung wurde nun ein Faktor-V-Leiden (heterozygot) und eine Hypercysteinämie festgestellt. Bei einem Gespräch in einer Kinderwunschpraxis wurde mir nun mitgeteilt, dass es kein Problem sei, unter strengster Kontrolle der Gerinnung unter Heparin schwanger zu werden. Andererseits liest man viel über Thrombosen und Lungenembolien in der Schwangerschaft und im Wochenbett, zumal meine Neurologin einen geplanten Kaiserschnitt empfiehlt. Gibt es Zahlen, in wie weit Fraxiparin das insgesamt doch sehr hohe Risiko minimiert? Ist eine Schwangerschaft unter den gegebenen Umständen überhaupt zu vertreten? Über Ihre Einschätzung wäre ich sehr dankbar. Gruß Claire


Mitglied inaktiv

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Hallo Claire, das ist sicher eine sehr schwierige Frage. Viele Ärzte würden da sicher zu sehr unterschiedlichen Meinungen kommen. Entscheidend ist m.E. immer, wie wichtig für Sie selbst die Realisation des KW ist. Sie wissen, um das deutlich erhöhte Risiko, und müssen sich damit konfrontieren, dass keiner dieses Risiko auf 0 absenken kann. Was nutzt eine SS, wenn keine Mutter mehr vorhanden ist, denn das höchste Risiko besteht im Wochenbett. Unter Marcumar darf keine SS entstehen, unter Heparin läßt sich das Risiko schon erheblich absenken. Auf den Einzelfall bezogen gibt es natürlich keine Möglichkeit im Vorfeld das Risiko zu bewerten, in den allermeisten Fällen geht die Schwangerschaft gut aus. Es wird Ihre persönliche Entscheidung mit Ihrem Partner sein müssen, da man über die negativen Konsequenzen zumindest mal nachgedacht haben sollte. Es ist keine leichte Entscheidung, das ist mir bewusst. Viel Glück Hal


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