Hallo Frau Dr. Sonntag  Wir sind ein Paar mit kombinierter weiblicher und männlicher Fertilitätsproblematik und wünschen uns eine ehrliche fachliche Einschätzung, ob unser geplanter weiterer Weg realistische Chancen bietet oder ob die Zeit zunehmend gegen uns arbeitet. Weibliche Faktoren Alter: 35 Jahre (36 im Laufe des Jahres) AMH: ca. 0,3 ng/ml (sehr niedrige ovarielle Reserve) Regelmäßiger Zyklus: 27–28 Tage Keine PCOS-Diagnose Beidseitige Eileiterentfernung aufgrund von Hydrosalpinx Bisher trotz Hochstimulation stets sehr geringe Eizellanzahl Eine Schwangerschaft nach ICSI Nr 4. jedoch Missed Abortion in der 10. SSW (Embryo vermutlich Entwicklungsstopp bereits früher) Weitere Diagnostik Erweiterte Abklärung (Gerinnung, Immunologie etc.) durchgeführt Leicht erhöhte NK-Zellen Leichtes APS Therapie in den Behandlungszyklen mit Intralipid bzw. Omegaven, ASS und Heparin Bisherige Behandlungen 5 ICSI-Versuche mit je 3-5 Eizellen, es kam immer zu eine Transfer im Frischversuch Stimulation u. a. mit Pergoveris 300 IE Trotz Hochstimulation nur wenige Eizellen, (teils geringe Eizellqualität?) Eine klinische Schwangerschaft (zeigt grundsätzliches Implantations- und Befruchtungspotenzial) Männliche Faktoren Diagnose: OAT III Spermienqualität eingeschränkt, Morphologie ca. 1 % ICSI daher zwingend erforderlich Aktuelle Situation & Planung Aktuelles Körpergewicht: ca. 100kg ( 15 kg schon abgenommen seit September) Weitere geplante Gewichtsreduktion: -20 kg Ziel: Verbesserung der Eizellqualität  Geplante Strategie: ICSI im natürlichen Zyklus oder minimal stimulierte ICSI Mehrere aufeinanderfolgende Zyklen (kumulative Chance) Bewusst Verzicht auf weitere Hochstimulation aufgrund bisheriger schlechter Response Zentrale Fragestellungen: Ist der geplante Weg mit ICSI natural/minimal bei sehr niedrigem AMH medizinisch sinnvoll? Spricht die bereits eingetretene Schwangerschaft dafür, dass grundsätzlich noch ein reproduktives Potenzial besteht? Ist es vertretbar, noch Zeit in Gewichtsreduktion und Optimierung zu investieren – oder verschlechtert dies unsere Prognose signifikant? Welche realistische zeitliche Perspektive sehen Sie bei unserer Ausgangslage? Gibt es aus Ihrer Sicht noch Optimierungsansätze (z. B. Protokolle, Zusatzmaßnahmen, Timing)? Spricht der Verlauf eher für schlechte Eizellqualität oder Spermienqualität? Ich freue mich von Ihne zu lesen  Freundliche Grüße