Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Spätfolgen vermeintliche Herpesinfektion

Dr. med. Andreas Busse

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Frage: Spätfolgen vermeintliche Herpesinfektion

Sabi2211

Sehr geehrter Herr Dr. Busse, da unser 5jähriger Sohn seit mittlerweile einer Woche fiebert und über Schmerzen beim Essen klagt, waren wir heute noch einmal bei unserem Kinderarzt, um das abchecken zu lassen. Laut Blutbild kämpft sein Körper extrem gegen einen starken Virusinfekt an. Das sah man wohl an den weißen Blutkörperchen. Seine beiden Lymphknoten hinter dem Ohr im Halsbereich sind extrem angeschwollen und es geht ihm generell nicht gut. Im Mund hat er eine offene Stelle/Aphte, sehr gerötetes Zahnfleisch und deshalb würde es alles gut zu einer Erstinfektion des Herpes Simplex Virus passen. Er hat uns jetzt heute Zoviraxsaft (Aciclovir) verschrieben, den wir für 5 Tage geben sollen. Ich mache mir nun schreckliche Sorgen, dass diese Behandlung viel zu spät ist und sich das Virus schon zu sehr in seinem Körper ausgebreitet haben und zu Spätfolgen führen könnte und ich ärgere mich sehr über die Kinderärztin auf der Kinderambulanz, die ich schon letzte Woche Donnerstag (Feiertag) wegen derselben Symptome aufgesucht habe und die mich nicht ernst genommen hat. Da mein Sohn zeitgleich auch ein geschwollenes, gerötetes Augenlid hatte und unsere Augenärztin einen Tag vor dem Besuch auf der Kinderambulanz gemeint hat, dass es auch ein Herpes am Augenlid sein könnte, da sie wohl ein paar kleine Pünktchen gesehen hat (sie hat uns dann sicherheitshalber aciclovir augensalbe verschrieben, welche wir seither schmieren), habe ich die Kinderärztin gefragt, ob denn nicht eine orale Einnahme von Aciclovir gescheid wäre, weil ja die Symptome auch zu Herpes passen würden, diese meinte aber wenn ich eh schon die Salbe am Augenlid schmiere, müsste das reichen. Mein Kinderarzt meinte heute, dass er das überhaupt nicht verstehen kann und dass er selbst beim kleinsten Anzeichen, bei Bläschen in der Nähe des Auges sofort den Saft verschreibt, um es früh genug einzudämmen. Jetzt nehmen wir es halt erst nach 7 Tagen seit Beginn der Symptome, wobei die Punkte am Auge meiner Meinung nach nicht wirklich nach Bläschen wie bei einer Fieberblase ausgesehen habe. Auf der Augenabteilung unseres Krankenhauses dachte man z.B, eher an eine allergische Bindehautentzündung; die Hornhaut im Auge wurde angefärbt und war wohl okay, also nicht von Herpes befallen. Wir haben also in den letzten 6 Tagen mehrere Ärzte aufgesucht, um unserem Sohn bestmöglich zu helfen und unterschiedliche Diagnosen erhalten, aber ich vertraue eigentlich schon unserer Augenärztin und unserem Kinderarzt am meisten, weshalb ich jetzt Sorge habe, dass sich dieses blöde Virus jetzt aufgrund der fehlenden oralen Therapie im ganzen Körper ausbreiten konnte und beim nächsten Ausbruch noch viel schlimmer zurück kommen könnte und da es ja auch am Auge Herpes gewesen sein könnte, dass es dann beim nächsten Mal die Hornhaut befällt und mein Sohn dann schlimme Folgen davon trägt. Im Internet steht überall, dass man davon in vielen Fällen blind werden kann. Wir sollen in 2 Tagen nochmal ein Blutbild machen, um die Werte zu kontrollieren. Können Sie mir vielleicht Hoffnung machen, dass es zu keinen bleibenden Schäden kommt und der Herpes nicht immer wieder am Auge widerkehren wird? Sollte man eine Kontrolle beim Augenarzt machen und wenn ja, wann bestenfalls? Die Aciclovir Augensalbe schmiere ich noch ca. 3 mal täglich, öfter lässt mich der Kleine schwer dran. Hätte man besser auch noch Aciclovir Tropfen ins Auge geben sollen oder erledigt den Rest jetzt dieser Aciclovirsaft innerlich?   Danke und LG 


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

Liebe S., das Auge ist doch laut Untersuchung gar nicht betroffen, und auch sonst gibt es keinen Anhalt für eine schwerere Herpes simplex Infektion, sodass Ihre große Sorge nicht begründet ist. Unter der antiviralen Therapie sollte es Ihrem Sohn auch insgesamt rasch besser gehen. Alles Gute!


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