Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Darf (Vertretungs-) Arzt Behandlung ablehnen?

Frage: Darf (Vertretungs-) Arzt Behandlung ablehnen?

vb123

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Sehr geehrter Herr Dr. Busse, meine Frage ist nicht medizinischer, sondern eher rechtlicher Natur. Unser Kinderarzt ist diese und nächste Woche in Urlaub. Kind (3 Jahre) hat klassische Symptome einer Harnwegsinfektion (Brennen beim Wassserlassen, häufiges Urinieren, Einnässen obwohl seit Monaten trocken, erhöhte Temperatur). Vertretungsarzt 1 ist gar nicht da. Bei Vertretungsarzt 2 verweigert Rezeption trotz akuter Symptome und Schmerzen Termin, da zu viel los sei. Wir sollen entweder in die Notaufnahme falls sich der Allgemeinzustand verschlechtert oder bis zum Wochenende zuwarten und dann zum ärztlichen Bereitschaftsdienst. Sonstige Kinderärzte im Umkreis lehnen Behandlung ab und verweisen auf Vertretungsarzt. Wie sieht es rechtlich aus? Muss der Vertretungsarzt oder ein anderer niedergelassener Arzt bei akuten Schmerzen/ Symptomen behandeln? Gerade im Hinblick darauf, dass die Feststellung (Urintest) und die Erstbehandlung (Antibiotikum) zumindest aus Laiensicht zeitlich überschaubar ist, und die Folgen einer Nichtbehandlung sehr unangenehm sein können.


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe V., einen akuten Notfall - und dazu gehört sicher eine akute Harnwegsinfektion oder der Verdacht darauf - kann kein Vertragsarzt ablehnen. Schon gar nicht, wenn er als Vertreter des "Haus-Kinderarztes" fungiert. Alles Gute!


Mamamaike

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Hallo, da würde ich bei der Krankenkasse nachfragen und mich zur Not an die örtliche Ärztekammer wenden. Viele Grüße


E.M.M.A

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Tatsächlich gibt es Gesetze hierzu, die bei akuten Schmerzen verhindern sollten dass eine Behandlung abgelehnt wird. Eine völlige Überlastung kann allerdings auch ein Grund sein auf andere Anlaufstellen zu verweisen (wobei nicht Notfälle eigentlich verschoben werden müssten) . Ich würde ehrlich gesagt einfach heute Abend, nach der normalen Sprechstunde beim Kinderarzt, den Notdienst kontaktieren (zumindest bei uns geht dann die Zuständigkeit über) egal was rechtlich der Fall ist (könnte man später immer noch mit dem Kinderarzt klären evtl.) . Du möchtest ja dass er schnell keine Schmerzen mehr hat.


Mumpel

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Ruf mal bei 116117 an.


vb123

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Vielen Dank für die Rückmeldungen aus dem Forum. Kurz zur Info: Meine Frauenärztin hat kurzerhand die Urinkontrolle sowie eine Sichtkontrolle auf Pilzinfektion durchgeführt. Mir geht es tatsächlich um die rechtliche Lage. D.h. ob für den Vertretungsarzt im Akutfall mit Schmerzen Behandlungspflicht besteht. Oder auch für andere niedergelassene Ärzte. Wir leben in einer Großstadt mit 6-stelliger Einwohnerzahl. Ich habe gestern alle Kinderarztpraxen durchtelefoniert, ohne Erfolg. Und es geht sicherlich nicht nur mir so. Und Notraufnahme oder Bereitschaftsdienst sind einfach nicht die richtigen Anlaufstellen für unter der Woche auftretende Maläsen.


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