Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Ralf Brügel:

Arzttermine

Frage: Arzttermine

Julia294

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Guten Tag Herr Brügel, vielen Dank, dass Sie die Fragen immer so geduldig beantworten. Es geht um meinen 3 jährigen Sohn, der immer beim Arzt brüllt. Egal welcher Arzt und egal wie gut ich ihn darauf vorbereite. Ich vermute, es kam durch das viele Impfen und dem damaligen nicht sehr einfühlsamen Arzt. Wir sind vor über 1,5 Jahr umgezogen, aber auch bei der neuen Ärztin, die wirklich um das Kind bemüht ist, brüllt er alles zusammen. Die letzten 2 U-Untersuchen wurden quasi nicht gemacht, nur Gewicht und Größe unter Gebrüll. 1x war die Oma mit ihm beim Arzt (musste arbeiten), da hat er wohl wenig geweint. Mit dem Kindsvater gibts kaum Kontakt, er kann also nicht helfen.  Jetzt hat mein Sohn nächste Woche einen Zahnarzttermin, die letzten sind auch unter Gebrüll abgelaufen. Es hieß dann immer nur, dass was ich sehen kann, sieht gut aus. Nun habe ich speziell einen Kinderzahnarzt rausgesucht und hoffe, es wird besser.  1. Haben Sie eine Idee, was ich noch machen könnte? Es wäre wichtig, dass die Zähne einmal richtig angeschaut werden, ich putz ihm die Zähne natürlich regelmäßig. 2. Ich habe auch einen Termin beim Augenarzt für meinen Sohn ausgemacht. Ab welchem Alter macht so etwas Sinn? Vom KiA kam keine Empfehlung, aber er war auch noch nie beim Augenarzt. Was wird da genau gemacht? Vielen Dank im Voraus.


Dr. med. Ralf Brügel

Dr. med. Ralf Brügel

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Hallo Julia,  herzlichen Dank für Ihr positives Feedback. Das freut mich sehr. Die einfachste Frage zuerst: Augenarzt: die allermeisten kinderärztlichen Praxen bieten eigentlich inzwischen bei der U6 oder U7 einen apparativen Sehtest, zb Plusoptix an. War das bei Ihrer Praxis nicht so? Dann würde ich tatsächlich empfehlen, dass eben im Kleinkindesalter bis 3 Jahren tatsächlich mal ein Augenarzt/eine Augenärztin Ihr Kind anschaut, den eine sogenannt Amblyopie sollte einmal im Kleinkindesalter ausgeschlossen werden. Nun zum schwierigeren Teil: Angst vor medizinischen Terminen ist ja bei Kindern nun wirklich nichts seltenes, die Ausprägung ist mal mehr mal weniger. Und ich kann von einem meiner eigenen Kindern davon wirklich ein Lied singen und Fakt ist: ein Kind, das Angst hat, hat Angst. Natürlich hilft es wenn die Mutter/der Vater es schaffen auf der einen Seite die Angst ernst zu nehmen und zu zulassen, auf der anderen Seite eben auch eine gewisse klarheit haben dem Kind zu vermitteln: wir schaffen das zusammen, so schwer es auch für Dich ist. Allerdings ist das natürlich leichter geschrieben als im Alltag so umgesetzt.  Dennoch : ich denke grob so sollte es ablaufen und ich würde Sie als Mutter eben gerne darin stärken, dass ein Kind auch mal 10-15 Minuten traurig, verzweifelt, verängstigt sein darf, wenn es in dieser Phase stabil emotional begleitet wird, dann ist das ok, ja fast sogar auf das weitere Leben betrachtet eben eine gute lehrreiche Erfahrung: das Leben tut weh, aber ich hab jemand an meiner Seite, der/die dam mit mir durchgeht, mir beisteht und danach ist ja auch alles wieder schön. Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende Ralf Brügel


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