Loredana2018_
Sehr geehrter Herr Prof. Heininger, ich wende mich mit einigen wichtigen Fragen an Sie und hoffe sehr auf Ihre fachliche Einschätzung. Meine Tochter (7 Jahre) hatte im Jahr 2025 mehrfach Influenza-Infektionen: – im Januar Influenza A über einen längeren Zeitraum, – Ende Januar Influenza B, – im Februar erneut Influenza A, – sowie im Dezember erneut Influenza A mit hohem Fieber bis 40,6 °C über elf Tage. Unser Kinderarzt hat uns daraufhin geraten, sie künftig gegen Influenza impfen zu lassen. In diesem Zusammenhang würde ich Sie gerne fragen, wann aus Ihrer Sicht der richtige Zeitpunkt für die Impfung wäre und in welchem Monat Sie die Influenza-Impfung empfehlen würden. Zusätzlich betrifft meine Frage unser Baby, das aktuell neun Monate alt ist. Es hatte ebenfalls elf Tage Influenza A mit Fieber bis 40 °C und anschließend eine Parainfluenza 1/2. Hier haben wir unterschiedliche Aussagen erhalten: Ein Kinderarzt meinte, dass zwei Influenza-Impfungen notwendig seien, ein anderer sagte, aufgrund der bereits durchgemachten Influenza-A-Infektion reiche eine Impfung aus. Daher meine konkrete Frage: Wie viele Influenza-Impfungen benötigt unser Baby aus medizinischer Sicht tatsächlich, und in welchem zeitlichen Abstand sollten diese erfolgen? Ergänzend möchte ich noch folgende Situation schildern: Der Kinderarzt wollte uns als Eltern ebenfalls gegen Influenza impfen. Wenige Tage später hatten jedoch mein Mann und ich selbst Influenza A. Daraufhin meinte der Kinderarzt, wir seien für diesen Winter „durch“ und eine Impfung sei nicht mehr notwendig. Ich selbst hatte dabei lediglich Temperaturen bis maximal 38,7 °C und war etwa drei Tage krank. Daher meine zusätzliche Frage: Trifft es aus Ihrer Sicht zu, dass wir uns nach einer durchgemachten Influenza-A-Infektion für diesen Winter nicht mehr impfen lassen sollten, oder würden Sie dennoch zu einer Influenza-Impfung raten? Für Ihre Zeit und Ihre fachliche Einschätzung danke ich Ihnen sehr herzlich.
Hallo Loredana Gerne. Ihre Tochter (7 Jahre) hat da ja schon einiges mitgemacht, ich verstehe dass Sie sie zukünftig davor schützen möchten. Bedenken Sie bitte, dass die jährliche Influenza (=Grippe) Impfung das Erkrankungsrisiko um ca. 60% im Vegrleich zu Nicht-Geimpften reduziert. Das ist besser als nichts, kann aber dazu führen dass man trotz Impfung an Influenza erkrnakt. Dann hat man Pech gehabt, aber als Trost kann man sagen dass sie dann idR weniger heftig verläuft. Ich sage da snur, dmait hinterher man nicht zu sehr enttäuscht ist. "Unser Kinderarzt hat uns daraufhin geraten, sie künftig gegen Influenza impfen zu lassen." Das verstehe ich gut. "In diesem Zusammenhang würde ich Sie gerne fragen, wann aus Ihrer Sicht der richtige Zeitpunkt für die Impfung wäre und in welchem Monat Sie die Influenza-Impfung empfehlen würden." Da kann Ihnen Ihr Arzt sicher auch guten Rat geben. Wir (in der Schweiz) impfen im November, manche Länder schon im Oktober oder gar im September. Da die Influenzaeidemie üblicherweise im Dezember oder Januar beginnt, halte ich Anfang November für einen guten Zeitpunkt. Weil bei Kindern vor dem 9. Geburtstag bei erstmaliger Influenzaimpfung 2 Dosen im Abstand von 4 Wochen empfohlen sind (das optimiert den Impfschutz, auch bei bereits durchgemachten Influenzaepisoden!), kann man in dieser SItuation die erste Dosis durchaus schon im Oktober geben lassen. Nun zum Baby, das aktuell neun Monate alt ist. "Es hatte ebenfalls elf Tage Influenza A mit Fieber bis 40 °C und anschließend eine Parainfluenza 1/2. Hier haben wir unterschiedliche Aussagen erhalten: Ein Kinderarzt meinte, dass zwei Influenza-Impfungen notwendig seien..." Richtig! ".., ein anderer sagte, aufgrund der bereits durchgemachten Influenza-A-Infektion reiche eine Impfung aus." Falsch. "Daher meine konkrete Frage: Wie viele Influenza-Impfungen benötigt unser Baby aus medizinischer Sicht tatsächlich, und in welchem zeitlichen Abstand sollten diese erfolgen?" Wie oben schon erläutert: 2 Impfungen im ABstand von 4 Wochen. "Ergänzend möchte ich noch folgende Situation schildern: Der Kinderarzt wollte uns als Eltern ebenfalls gegen Influenza impfen. Wenige Tage später hatten jedoch mein Mann und ich selbst Influenza A. Daraufhin meinte der Kinderarzt, wir seien für diesen Winter „durch“ und eine Impfung sei nicht mehr notwendig." Weil die Influenzaepidemie noch nicht vorüber ist und weil es 2 verschiedene A und noch ein weiteres B-Influenzavirus gibt, ist man nach einer durchgemachten Influenza (das haben Sie ja auch bei Ihrer älteren Tochter erlebt) nicht vor weiteren Episoden geschützt so dass sich die Impfung - je früher desto besser - durchaus lohnt, wenn man das Risiko reduzieren möchte. "Ich selbst hatte dabei lediglich Temperaturen bis maximal 38,7 °C und war etwa drei Tage krank." das spielt keine Rolle und ändert nichts an o.g. Aussage. "Daher meine zusätzliche Frage: Trifft es aus Ihrer Sicht zu, dass wir uns nach einer durchgemachten Influenza-A-Infektion für diesen Winter nicht mehr impfen lassen sollten, oder würden Sie dennoch zu einer Influenza-Impfung raten?" Ich würde dazu in der geschilderten Situation raten, aber offiziell empfohlen ist die Impfung für primär gesunde Personen (also ohne Grundlkrankheiten) vor dem ALter von 60 Jahren in Deutschland nicht, das wissen Sie (?). Die Entscheidung liegt natürlich immer bei der Betroffenen Person (hier: Sie und Ihr Mann). Ich hoffe das hilft Ihnen bei Ihren Entscheidungen. Alles Gute!