Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Mallmann, ich habe zwei Söhne, der jüngste ist 7 Monate alt und somit ist unsere Familienplanung vorerst abgeschlossen. Eine Sterilisation kommt aber vorerst nicht in Frage, weil wir beide noch sehr jung sind (Mitte 20). Deshalb habe ich gedacht, dass die Hormonspirale eine gute Lösung für mich wäre. Welche Nebenwirkungen kann es geben und wie häufig sind die? Gibt es Krankheiten oder ähnliches, wann eine Spirale nicht eingesetzt werden sollte? Verträgt sich die Spirale mit dem Stillen? Ich stille meinen Sohn noch und werde das sicher noch eine Zeitlang tun. Woran merkt man selbst, ob sie noch richtig liegt, also sicher als Verhütungsmittel ist? Woher weiss man, wann sie wieder herausgenommen werden muss? Vielen Dank für ihre Antworten und ein schönes Wochenende Janina
Liebe Janina, zu Ihren Fragen: Gibt es Krankheiten oder ähnliches, wann eine Spirale nicht eingesetzt werden sollte? Nach Eileiterschwangerschaften und bei Myomen. Verträgt sich die Spirale mit dem Stillen? Ja. Woran merkt man selbst, ob sie noch richtig liegt, also sicher als Verhütungsmittel ist? Regelmäßige Kontrollen sind erforderlich. Woher weiß man, wann sie wieder herausgenommen werden muss? Liegedauer 5 Jahre. Was Sie generell über die Spirale wissen sollten: Bei der Verhütung mit der Spirale gibt es zwei Wirkansätze: Die Kupfermoleküle bzw. die Gestagen die die Spirale abgibt, verändern die Gebärmutterschleimhaut so, dass die Spermien die Gebärmutter nicht passieren können. Schaffen sie es dennoch, kann sich das befruchtete Ei nicht einnisten. Vorteile: Hohe Sicherheit Komfortable Verhütung, lediglich Ultraschallkontrollen alle 6 Monate Nachteile: Starke Regelblutungen, Schmerzen und Zwischenblutungen (5%) Höhere Rate an Eileiterentzündungen (1,5-fach höher) Verletzung der Gebärmutter ist möglich (0,1%) Ausleiben der Regelblutung (Nur bei Gestagenspirale) Zur Sicherheit: Perl-Index: 0,3 – 3 D.h.: 1000 Frauen, die diese Verhütungsmethode ein Jahr lang anwenden, werden bei optimalen Verhältnissen 3 Frauen schwanger. Um die Komplikationen zu reduzieren, sollten Sie überprüfen lassen, ob Sie eine Scheideninfektion haben. Die sollte vor dem Einlegen der Spirale behandelt werden, damit keine Bakterien von der Scheide in die Gebärmutter verschleppt werden. Zum Unterschied zwischen Gestagen-Spirale und Kupfer-Spirale: Während bei der Kupferspirale die Stärke der Blutung häufig zunimmt, vermindert die Gestagen-Spirale die Monatsblutung deutlich. Die Regelblutung kann sogar völlig ausbleiben. Die Gestagen-Spirale hat auch einen positiven Einfluss auf die Menstruations-Schmerzen. Der Wirkmechanismus ist bei beiden ähnlich, sie verändern die Gebärmutterschleimhaut so, dass die Spermien die Gebärmutter nicht passieren können, bzw. dass das befruchtete Ei sich nicht einnisten kann. Die Sicherheit der Gestagen-Spirale ist deutlich höher und sie kann 5 Jahre liegen bleiben. Bei der Kupfer-Spirale werden allgemein 3 Jahre empfohlen. Auch Eileiterschwangerschaften und Komplikationen bei Infektionen sind bei Hormonspirale deutlich seltener. Gruß Dr. Mallmann
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