Frage: Trotz

Lieber Dr. Posth, Sie haben uns sehr geholfen. Wir haben unsere Tochter vom KiGa abgemeldet und sie im Purzelbaum angemeldet. Ich soll Sie von der dortigen Leiterin grüßen. Es scheint sich langsam wieder alles einzurenken, die Loslös. macht Fortschritte,trotzd.ist sie sehr Mama-Anhänglich.Sie hängt auch stark an Papa,ohne einen von uns macht sie draußen eigentlich nichts alleine. (War vor der missglückten KiGa Eingew. schon so.) Thema Trotz: Bekommt A. nicht was sie möchte, fängt sie an zu quengeln und will dann auf den Arm. Meist nehmen wir sie nicht, weil sie dann weiterquengelt, um das zu bekommen was sie möchte. Das Quengeln hört nicht auf, wir schimpfen, sie soll aufhören, sie fängt an zu weinen und immer noch will sie ständig auf den Arm. Bisher haben wir immer gesagt, hör auf zu Quengeln, dann kannst du auf den Arm und wir reden. Irgendwann hat sie dann mal aufgehört.eine räuml.Trennung, die wir versucht haben, akzeptiert sie nicht. Sie kommt immer hinterher und quengelt weiter. Jetzt hat mein Mann sie auf der oberen Etage hinter dem geschl.Treppengitter gelassen und er stand davor. Er hat sie nicht allein gelassen, nur konnte sie nicht direkt zu ihm, konnte ihn aber sehen und mit ihm reden. Auf einmal hat sie sich schnell beruhigt. Geht das so? Vielen Dank, Daniela

Mitglied inaktiv - 20.09.2010, 10:33



Antwort auf: Trotz

Liebe Daniela, zunächst einmal freue ich mich, dass Sie in der Ki-ta Purzelbaum mit Ihrer Tochter untergekommen sind. Sie braucht wahrscheinlich jetzt ein bisschen Zeit, um dort richtig anzukommen und sich von Erlebnissen im vorigen Ki-ga zu erholen. Solange hängt sie noch an Ihnen. Der Umgang mit dem Trotz erfordert manchmal Fingerspitzengefühl. Nicht jede Maßnahme funktioniert bei jedem Kind gleich gut. Eher offensiv und extrovertierte Kinder verkraften Drohen und Schimpfen und "Auszeit" besser als defensiv introvertierte. Zu den letzteren ist wahrscheinlich Ihre Tochter zu zählen. Gerade diese Kinder verkraften auch symbolische Trennungen, also nicht nur echte situative wie die Ablösung, schlecht. Es ist nun einmal so, dass ein sozial momentan ausgegrenztes Kind sich angegriffen und übermächtigt fühlt. Darauf basiert auch die gewünschte Wirkung. Aber man muss mit diesem Instrument behutsam umgehen. Das ängstliche und unsichere Kind jedenfalls ist bestrebt, diese Maßnahme zu unterlaufen, was Sie an Ihrer Tochter feststellen. Das Trennungsgitter hat dieses Unterlaufen vereitelt und Ihre Tochter hat daraufhin aufgegeben. Nun hat sie die andere Strategie gewählt und sich "angepasst". Aber das war kein wirklicher Erziehungserfolg, sondern nur eine besonders wirksame Maßnahme. Die ist zwar manchmal gerechtfertigt, sollte aber nicht zur Regel werden. Viele Grüße

von Dr. med. Rüdiger Posth am 22.09.2010



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