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Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Eingewöhnung bei Tagesmutter zu unproblematisch?

Guten Tag, unser Sohn (8 Monate) wird seit 4d bei der TM eingewöhnt. Geht dann 3x6h/Woche hin, weil ich arbeite. Ab Tag 2 unprobl.Trennung für 1,5h. Kein Weinen beim Abschied und während Abwesenheit, Lächeln beim abholen.
Während ich dabei war kaum Notiz von mir genommen.

Sehr neugieriges, fröhliches Kind. Ab Geburt hat mein Mann viel übernommen, beide viel getragen, 4 Mon. gestillt, viel gekuschelt bis heute. Mein Mann bringt auch ins Bett und ich bin seit Geburt ca 1x im Monat 2 Tage weg wegen Fortbildung, mein Mann hat übernommen. Sonst betreue ich überwiegend. Ruft zuhause nach ca 2- 5 min, wenn ausser Sicht. Reagiere immer sofort.

Ab 6 Monaten 1x die Woche 2h von Babysitterin betreut. Grosseltern weit weg, dort immer wieder Wochenenden verbracht und Kind auch stdweise allein mit ihnen gelassen.

Nun bin ich verunsichert, weil der Kleine keinerlei Trennungsangst zu zeigen und ihn alles kalt zu lassen scheint. Tagesmutter darf alles bei ihm ab 1. Tag. Bislang kein fremdeln, schaut jeden neugierig an. Leicht zu begeistern und zu beschäftigen. Schläft seit Eingewöhnung unruhig. Mehr Hunger als normal.

Anzeichen für ein Bindungsproblem? Oder ist er wechselnde Betreuung einfach gewöhnt?

Viel über Bindung gelesen und sehr verunsichert. Braucht ein Baby Mutter 24/7 und ist es gleich per se riskant, wenn auch andere sich kümmern? Ist er evtl vermeidend gebunden?

Vielen Dank!

von Ohrenschnecke am 10.01.2019, 13:22 Uhr

 

Antwort:

Eingewöhnung bei Tagesmutter zu unproblematisch?

Hallo,
es wirkt eher so, als habe Ihr Kind noch keine schlechten Erfahrungen gemacht und sieht die anderen noch als "Verlängerung" von Ihnen. Die Differenzierung von fremd und bekannt beginnt ja erst sicher zu werden und könnte noch Schwierigkeiten machen (muß aber nicht). Natürlich ist der Faktor gemeinsamer Zeit auch ein wichtiger Baustein der Bindung (was nicht heißt, dass 24/7 am besten sein muß) und es wird sich zeigen, wieviel Nähe und Sicherheit in schwierigen Situationen nötig ist. Im Moment gelingt es Ihrem Kind, sich mit wechselnden und unterschiedlichen Personen ausreichend sicher zu fühlen. Möglicherweise ändert sich das, wenn die innere Differenzierung der Personen eindeutiger wird.
Was Sie von Ihrer Bindung beschreiben klingt ja nicht vermeidend. Nutzen Sie die gemeinsame Zeit um eine verlässliche und stabile Bindung zu erhalten. Und dann muß man sehen wie sich das entwickelt. Aber vorbeugend verunsichert sein hilft wenig.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. Ludger Nohr am 10.01.2019

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