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Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

 

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Guten Tag Hr Dr Nohr

Ich habe eine Frage bzgl meiner 16 Monate alten Tochter. Mich verunsichern immer mehr Stimmen in meinem Umfeld die mir zu denken geben. Und zwar beschäftigt sich meine kleine absolut nicht selber. Ich höre immer nur von anderen dass ich ihr und uns damit keinen Gefallen tue. Wenn ich höre dass eine andere Mama näht während ihr Kind im Laufstall spielt oder eine sitzt auf der Couch und trinkt Kaffe dann werde ich nachdenklich. Bei uns ist es so dass wir Fluch und Segen die Großeltern im Haus haben. Wenn ich also putze ist sie einfach unten. Ich koche meist wenn sie schläft und wenn sie wach ist sind wir entweder unterwegs oder wir spielen auf ihrem Teppich. Natürlich wäre es schön wenn sie auch mal alleine was machen würde aber das hab ich mittlerweile aufgegeben und hoffe dass das von alleine kommt wenn sie in den Kindergarten geht.
Was würden sie mir raten. Soll ich es doch lieber mal einführen. Mir wird immer gesagt dass sonst der kindergartenstart (sep19) zu viel für sie wird. Und wenn, wie führe ich es ein? Jeden Tag zu einer bestimmten Zeit und immer etwas verlängern? Auf protest nicht reagieren? Kommt mir irgendwie hart vor.

Ich freue mich über Ihren Rat.
Danke und liebe Grüße

von MarLen17 am 08.01.2019, 12:30 Uhr

 

Antwort:

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Hallo,
wenn ich Ihre Frage richtig verstanden habe fragen Sie, wie Sie die Selbstbeschäftigung Ihres Kindes fördern können.
Ob dies Kinder tun, liegt zum einen an ihrem Naturell/Temperament das sie mitbringen. Dann ist es wichtig, ob sie das Spielzeug interessant finden oder nicht und welche Nähe sie zur Bezugsperson brauchen. Warum soll ein Kind alleine spielen, wenn es das, aus welchem Grund auch immer, uninteressant oder gar ängstigend findet. Die Lösung ist also nicht, das Kind zum Alleinspielen zu zwingen (auch gegen Protest). Man kann es anbieten, weiß ja, womit das Kind gerne spielt, bleibt in der Nähe usw., aber es gibt keine Notwendigkeit "alleine spielen zu lernen". Das kommt (oder nicht) wenn es dafür einen Grund gibt, es für das Kind "Sinn macht".(Und für die KiTa macht das kein Problem, da sind immer welche zum spielen da)
Also anbieten/ermöglichen ja, erzwingen nein.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. Ludger Nohr am 09.01.2019

Antwort:

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Achso was ich auch noch sagen wollte. Sie ist eher ein "unzufrieden" wirkendes Kind das gerne sofort laut signalisiert wenn etwas für sie nicht passt und das wird mitunter gesagt dass das deshalb ist weil ich sie nicht sich selbst überlasse und sie sich nicht "spürt"

von MarLen17 am 08.01.2019

Antwort:

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Huhu...

Meine große Tochter konnte, bis sie etwa 2 1/2 war, keine 2 Minuten etwas alleine spielen. Sie brauchte zumindest immer Publikum. Ich musste ihr aufmerksam beim puzzeln zusehen, dann war es okay. Nebenher beispielsweise etwas lesen, nicht okay.

Jetzt, mit 3 1/2, Spielt sie teilweise 2 Stunden allein, zum Teil sehr seltsame Spiele, die für mich sehr langweilig aussehen, oder einfach keinerlei Sinn ergeben. Sie erzählt sich dabei die tollsten Geschichten selbst und versinkt komplett in ihrer eigenen Welt, ist sogar sehr schwer ansprechbar dabei.

Die kleine übrigens, beschäftigt sich schon immer gut "allein", sie braucht nur immer mal Bestätigung.

von Lovie am 13.01.2019

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