Entwicklung im 1. Lebensjahr

Entwicklung im 1. Lebensjahr

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Geschrieben von pittiplatsch80 am 21.10.2008, 17:39 Uhr

menschl. babys SIND traglinge...

und säuglinge. die kann man weder ans tragen noch ans saugen gewöhnen,das ist angeboren :0) und völlig normal. kauf dir ein tragetuch oder einge geeignete tragehilfe.

babygerecht.de
tragemaus.de
tragezauber.de


http://www.tragefix.de/wissen/basiswissen


Basiswissen Tragen
biologisch gesehen
… warum der menschliche Säugling ein Tragling ist

Die Nachkommen der Säugetiere wurden lange Zeit ausschließlich in die beiden Kategorien Nesthocker und Nestflüchter eingeordnet. Diese Einteilung passte jedoch nicht für alle Arten, insbesondere nicht auf den Menschen. Vor 35 Jahren wurde daher zusätzlich der Begriff des Traglings eingeführt.

Nesthocker nennt man die Tierkinder, die nackt, gehörlos und blind geboren werden. Die Eltern dieser Arten bauen an geschützter Stelle ein Nest, in denen sie die Jungtiere zurücklassen, während sie auf Nahrungssuche gehen. Die Jungen wärmen sich gegenseitig und sind zufrieden, solange sie in ihrem Nest sind. Nimmt man sie heraus, beginnen sie geräuschvoll zu protestieren. Das Verbleiben im Nest bis zum Erlangen eigener Fortbewegungsfähigkeit ist ihre natürliche Erwartung und Überlebensstrategie. Werden sie getragen verfallen sie in eine Tragestarre, die es den Eltern möglich macht, sie bei Gefahr schnell und geräuschlos an einen anderen Ort zu bringen. Typische Nesthocker sind die Nachkommen kleinerer Säugetiere, wie beispielsweise die der Katzen, Hunde oder Mäuse.

Nestflüchter sind überwiegend Einzeljunge. Sie werden behaart, mit offenen Augen und Ohren und so weit entwickelt geboren, dass sie sich schon kurz nach ihrer Geburt selbständig fortbewegen und ihrer Mutter folgen können. Das Nestflüchterjunge reagiert bei Verlust des Sichtkontaktes zu seiner Mutter mit lautstarkem Protest. Seine natürliche Erwartung ist es, die Mutter nach der Geburt in erreichbarer Nähe zu haben. Anschauliche Beispiele für den Typus des Nestflüchters sind die Jungen der Herdentiere, wie Fohlen, Lämmer oder Elefantenjunge.

Wollten die Biologen vor der Einführung des Begriffes Tragling, den menschlichen Säugling in eine der herkömmlichen Kategorien einordnen, ergaben sich einige Unstimmigkeiten. Zwar wird er wie der Nestflüchter mit offenen Augen und Ohren, vorwiegend als Einzelnachkomme geboren, doch ist er anatomisch nicht so weit entwickelt, dass er seiner Mutter folgen könnte. Mit dem Nesthocker zeigt er noch weniger Ähnlichkeit. Er bleibt weder zufrieden in einem Nest zurück, noch verfällt er beim Tragen in eine Tragestarre. Außerdem weist er Besonderheiten auf, die Nesthocker und Nestflüchter nicht auszeichnen. Zum einen protestiert er schon bei Aufhebung des Körperkontaktes und nicht erst bei Verlust des Sichtkontaktes zur Mutter. Zum anderen verfügt er über Reflexe, wie den Klammer-, den Festhalte- oder den Anhockreflex, die den anderen Arten fremd sind.


Ähnliche Widersprüche und Besonderheiten ergaben sich auch bei anderen Tierarten, wie beispielsweise den Koalabären, den Faultieren und verschiedenen Affenarten. Die Jungen dieser Tiere verbleiben nicht im Nest und folgen auch nicht selbständig ihrer Mutter, stattdessen werden sie auf verschiedene Weisen getragen. So trägt das Krokodil seine Jungen im Maul, das Känguru die Seinen im Beutel und die Kinder der kleineren Primatenarten klammern sich bäuchlings oder rücklings an ihrer Mutter fest. Der Biologe B. Hassenstein führte daher im Jahre 1970 den Begriff des Traglings ein. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie von den Eltern getragen werden, bis sie sich selbständig fortbewegen können. Sie sind anatomisch an das Getragenwerden angepasst. Dies äußert sich unter anderem in Reflexen, die dieser Art der Fortbewegung entgegenkommen. Die natürliche Erwartung des Traglings ist es, während seines Tragealters in Körperkontakt zu seinen Eltern zu sein. Er zeigt die Aufhebung des Körperkontaktes klagend an. Heute ist wissenschaftlich unumstritten, dass Menschenkinder zu den Traglingen gehören. Nimmt man einen Säugling auf, hockt er prompt die Beine an und nimmt die sog. Spreiz-Hock-Stellung ein, mit der er sich perfekt auf der tragenden Hüfte „anklammern“ kann. Er weist Greif- und Festhaltereflexe als Relikte aus stammesgeschichtlichen Zeiten auf, die darauf hindeuten, dass er sich zu Zeiten, in denen der aufrechte Gang noch nicht entwickelt und die Ganzkörperbehaarung noch nicht verschwunden war, aktiv am Tragen beteiligt hat. Die Haltung, die der Säugling beim Tragen einnimmt, vermittelt ihm wichtige Wachstums- und Entwicklungsreize.


Die biologische Vorsehung des menschlichen Säuglings ist es, getragen zu werden, bis er sich selbständig fortbewegen und die Nähe zu seinen Bezugspersonen selbst aufrecht erhalten kann.


psychologisch gesehen
… warum Tragen Urvertrauen und Selbstvertrauen stärkt

Getragen zu werden ist für den kleinen Menschen natürlich und gehört zu seinen Jahrmillionen alten instinktiven Erwartungen. Abgelegt zu werden, bedeutete zu Urzeiten, zurückgelassen zu werden, was den sicheren Tod verhieß. Ein Säugling, der längere Zeit getrennt von seinen Bezugspersonen verbringt, fühlt sich intuitiv allein gelassen und verlassen, was unwillkürlich Todesängste in ihm auslösen kann. Er hat noch nicht die geistigen Fähigkeiten der Einsicht und die Informationen, dass getrennt sein keine Bedrohung bedeutet. Der Schoss der Mutter, des Vaters, älterer Geschwister oder anderer Bezugspersonen ist der Platz, an dem er sich geborgen und sicher fühlt. Mitgenommen zu werden ist seine Urerwartung. Der Platz am Körper eines anderen Menschen vermittelt ihm Urvertrauen. Von dieser Sicherheitsbasis aus, beginnt er die Welt im Rahmen seiner Möglichkeiten zu erkunden. Ist seine motorische Entwicklung entsprechend fortgeschritten, löst er sich zunehmend ab und verselbständigt sich. Das getragene Kind, erlebt die Dinge aus der Perspektive eines Erwachsenen. Die Umwelt begegnet ihm auf gleicher Augenhöhe. Es nimmt andere Menschen nicht als über ihm stehend wahr. Dies wirkt sich positiv auf die Ausbildung von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl aus. In neuen Situationen kann sich der Säugling an der Reaktion des Erwachsenen orientieren. Ist für ihn unklar, ob eine Begebenheit bedrohlich ist, kann er sich beim Tragenden rückversichern. Bleibt dieser gelassen, gibt es auch für das Kind keinen Grund zur Unruhe. Auch dies fördert den Aufbau von Vertrauen in das bislang Unbekannte.

orthopädisch gesehen
… warum Tragen dem Rücken nicht schadet und die Hüfte in der Entwicklung unterstützt

„Ein gerader Rücken kommt vom gerade Liegen“. Diese Fehlvorstellung ist weit verbreitet, obwohl nicht klar ist, wann und wo sie ihren Ursprung hatte. Im Mutterleib ist die Wirbelsäule stark gekrümmt. Babys werden mit einem runden Rücken geboren, der sich in drei Etappen von oben nach unten streckt. Diese Streckung vollzieht sich durch Ausbildung und Training der Rücken- und Bauchmuskulatur, nicht dagegen durch äußere Formgebung. Das Doppel-S der Wirbelsäule ist erst mit dem selbständigen Gehen ausgeprägt. Zuvor ist der gerundete Rücken für einen Säugling normal und die Bedürfnisse seines Rückens nicht mit denen eines Erwachsenenrückens vergleichbar. Das am Körper getragene oder in einer Hängematte liegende Kind mit leicht gerundetem Rücken ist bestens daran angepasst und nimmt durch seine Lage keinen Schaden an der Wirbelsäule. Als Tragling ist der menschliche Säugling an eine „krumme“ Rückenhaltung angepasst. Die C-förmige Haltung im Tragetuch ist also kein Grund zur Beunruhigung.

Für das Ausreifen der Hüfte ist das Tragen eine ideale Entwicklungshilfe. Bei der Geburt ist die Hüfte noch nicht vollständig ausgebildet. Der Oberschenkelkopf ist noch nicht in die Hüftpfanne eingepasst. Das bislang weiche Knorpelgewebe muss sich erst noch so ausformen, dass die Pfanne den Gelenkkopf richtig umschließt. Die häufigste Fehlentwicklung bei der Ausbildung der Hüfte nennt man Hüftdysplasie. Dies ist eine Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne, welche sich zu stark abgeflacht oder zu steil stehend ausbildet. Dies kann zu starke Beschwerden – z.T. erst im Erwachsenenalter – und im schlimmsten Fall zu einer Ausrenkung führen, die ein normales gehen unmöglich macht. Bei anatomischen Untersuchungen Neugeborener hat sich herausgestellt, dass ein Zusammenhang zwischen der Beinhaltung sowie der Belastung bestimmter Druckpunkte und der Art der Ausbildung der Hüfte besteht. Als günstig hat sich dabei ein Anhockwinkel der Beine von 90 bis 120 Grad bei einer gleichzeitigen Beinspreizung von 30 bis 60 Grad erwiesen. Diese sogenannte Hock-Spreizstellung wird zur Therapie von Hyftdysplasien durch orthopädisch verordnete Spreizhöschen erzwungen. Beim (richtigen) Tragen nimmt ein Kind diese günstige Stellung automatisch ein – im Mittel sind die Beinchen um 100 Grad angezogen und um 45 Grad gespreizt. Daher wird zunehmend als Therapie statt Spreizhöschen ein Tragen des Kindes verordnet. Zudem empfangen die Hüftgelenke wichtige Bewegungsreize, was beim passiven Spreizhöschen nicht der Fall ist. Tragen stellt demnach eine natürliche Hilfe zur gesunden Ausformung der Hüfte dar und bietet eine wirksame Prophylaxe gegen Hyftdysplasie.

physiologisch gesehen
… warum Tragen bei 3-Monats-Koliken hilft

Beim Tragen wird der Bauch des Kindes mit sanftem Druck massiert. Zudem wird er durch den Körperkontakt wie durch eine Wärmflasche gewärmt. Beides, Wärme und Massage wird bei 3-Monats-Koliken empfohlen. Bei Verdauungsproblemen oder gar Koliken ist Tragen einen einfache Variante, dem Kind Linderung und Beruhigung zu verschaffen.

pädagogisch gesehen
… warum Tragen nichts mit zu sehr verwöhnen gemein hat

Die Angst, ein Kind durch zuviel Tragen im negativen Sinne zu verwöhnen, ist unbegründet. Äußerungen wie: „dein Kind muss auch im Bett einschlafen lernen, sonst kann es immer nur auf deinem Bauch einschlafen,“ oder „wenn du es immer gleich herumträgst, wird es dich nach Lust und Laune kommandieren,“ gehen an der Natur eines Säuglings vorbei. Zum einen ist ihm die Körpernähe in den ersten Monaten ein unbedingtes Bedürfnis. Gerade die Einschlafsituation erfordert, dass sich das Kind geborgen und sicher fühlt, nur so kann es sich vertrauensvoll dem Schlaf hingeben. Sich der Anwesenheit der Eltern beim Einschlafen zu versichern, ist ein Urinstinkt, der das Überleben sichert. Es mit Körperkontakt einschlafen zu lassen, bedeutet demnach nur, sein angeborenes Sicherheitsbedürfnis zu erfüllen. Schläft ein Kind in den ersten Monaten gern ein, weil es kein aus seiner Sicht bedrohliches „Weglegen“ erfährt, ist einschlafen auch später im eigenen Bett viel einfacher und selbstverständlich. Ein anderer Aspekt ist, dass das Verständnis für die sogenannte Objektpermanenz erst mit dem 9. Monat sicher vorhanden ist. Damit ist gemeint, dass für den Säugling erst ab diesem Alter, Objekte auch dann immer noch permanent vorhanden sind, wenn sie aus seinem Wahrnehmungsbereich verschwunden sind. Die Mutter im Nachbarzimmer ist für den Säugling quasi nicht da und er verfügt auch noch nicht über die kognitive Fähigkeit zu wissen, dass sie wieder kommt. Trotzdem die Mutter alles für ihr Kind tun würde und sobald das Babyphon anspringt beim Kind wäre, ist die Lage aus der Sicht des Kindes beängstigend, da es dieses Wissen nicht hat. Weint der zum Mittagsschlaf im separaten Zimmer und eigenen Bett befindliche Säugling, zeigt er an, dass er diese Situation noch nicht allein bewältigt und auf die spürbare Nähe oder den Körperkontakt einer Versorgerperson angewiesen ist. Ein Baby weint auch nicht, um zu kommandieren oder zu manipulieren. Verständnis für Kausalität entwickelt es erst im zweiten Lebensjahr. Wenn also ein Kind in den ersten Lebensmonaten schreit, ist es ein ernstzunehmendes Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmig ist. Gewährt man ihm hierauf beruhigenden Körperkontakt stellt das nicht mehr und nicht weniger als das Erfüllen seines angeborenen Bedürfnisses nach Nähe dar.

historisch gesehen
… warum das Tragen in Vergessenheit geraten ist

Auch in Europa war es einmal normal, dass Babys getragen wurden. Bekannt ist ein Bild in einer italienischen Kapelle, welches im späten Mittelalter entstanden ist. Darauf ist Maria abgebildet, wie sie das Jesuskind im Trageband auf der Hüfte trägt. Im Zeitalter der Aufklärung gingen die wohlhabenden Familien dazu über, Ammen zur Betreuung ihrer Babys zu bestellen. 1880 wurde der erste Kinderwagen erfunden und er galt als Statussymbol der Reichen, die sich leisten konnten, ihren Nachwuchs mit den Ammen promenieren zu lassen. Wenn sie ihre Säuglinge doch einmal trugen, dann auf prunkvollen Kissen mit ausgestreckten Armen. So war der Kinderwagen in wohl situierten Kreisen ursprünglich eine Modeerscheinung des beginnenden Industriezeitalters. Später als die Kinderwagen auch für die ärmeren erschwinglich wurden, nahm der Trend seinen Lauf und das Tragen mit seinen beruhigenden Wirkungen geriet in Vergessenheit. Ca. 100 Jahre dauerte die Epoche in der Babys so gut wie gar nicht getragen wurden und erst in den 70er Jahren erlebte das Tragen im Zuge der Hippie- und Studentenbewegungen eine Renaissance.

weltweit gesehen
… warum das Nicht-Tragen die Ausnahme ist

Zwei Drittel der Weltbevölkerung tragen ihre Kinder. Es ist vielerorts die seit Jahrtausenden überlieferte Umgangsform mit Kleinstkindern, die zugleich eine optimale Anpassung an die Lebensbedingungen darstellte. Nicht nur die Ureinwohner der ganzen Welt praktizieren die verschiedensten Trageweisen. Mit quadratischen, schal- oder netzartigen Tüchern werden die Babys auf Rücken oder Hüfte gebunden. Bei manchen Kulturen sind Tragehilfen bereits in die Kleidungsstücke integriert, andere benutzen aus Stoffen genähte Tragevorrichtungen. Man hat einen Zusammenhang zwischen dem Stellenwert von Kindern in der Gesellschaft und dem Tragen beobachtet. Dort wo viele Kinder als willkommener Segen angesehen werden, zeigt man sich stolz mit dem Säugling am Körper. In Gesellschaften, wo die Kinder eher eine finanzielle Last und persönliche Einschränkung bedeuten, neigt man dagegen zu separierenden Betreuungsformen.

soziologisch gesehen
… warum Tragen auf das Leben in der Gesellschaft vorbereitet

Ein Kind das getragen wird, macht auch die Erfahrung, nicht ständig im Mittelpunkt zu stehen. Es bestimmt weder Tempo und Richtung noch die Art und Weise seines Getragenwerdens. Der Träger geht seiner eigenen Beschäftigung nach und das Baby ist Teil des Geschehens, nicht aber dessen Akteur. Es lernt leichter Verzicht und Frustrationen auszuhalten, da es sich permanent sicher fühlen und des Gehaltenwerdens gewiss sein kann. Dies schult seine Anpassungsfähigkeit und damit die Fähigkeit zum Sozialverhalten. Hinzu kommt, dass das Kind von Anfang an in die Erwachsenenwelt integriert ist und zahlreiche Möglichkeiten hat, den Erwachsenenalltag kennen zu lernen. Die üblichen Erledigungen, wie abwaschen, Blumen gießen oder Wäsche aufhängen werden ihm ganz nebenbei vertraut und nicht später als „lästige Pflichten“ beigebracht. Ein getragenes Kind verfolgt Erwachsenenkommunikation in erwachsener Sprache. Es wird mit der Realität bekannt gemacht und nicht in eine Spielzeuglandschaft Parallelwelt eingeführt, die man ihm später mit Worten wie „jetzt bist du schon groß, jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ wieder abzugewöhnen versucht. Das soll natürlich nicht heißen, dass Babys keine Gelegenheiten zum Spielen haben sollen, welches Fertig- und Fähigkeiten trainiert und wichtiger Bestandteil der Vorbereitung auf das selbständige Leben ist. Nur sollen sie eben auch ausreichend Gelegenheit haben, sich mit der Welt in die sie gehen werden, vertraut zu machen. Beim Tragen haben sie diese aus sicherer Position und in passiver Rolle.

praktisch gesehen
… warum Tragen auch den Eltern gut tut

Für frisch gebackene Eltern stellt der gewandelte Alltag in vielerlei Hinsicht oft eine große Herausforderung dar. Freiheit scheint es keine mehr zu geben. Planung wird nötig. Mahlzeiten fallen aus. Verabredungen sind nicht mehr verlässlich. Das Haus kann nicht mehr gedankenlos verlassen werden. Man kommt irgendwie zu nichts mehr. Prioritäten haben sich geändert. Momente der Entspannung sind rar. Es gibt schlaflose Nächte, verpasste Partys. Der Besuch ist zu laut, die Ratschläge zu viel, die Ratlosigkeit groß. Entscheidungen, die getroffen werden müssen, machen die neue Verantwortung bewusst. Der Partner ist nicht mehr nur Partner, sondern auch Elternteil, was nicht ohne Überraschungen bleibt. Die Geburt des Kindes hat scheinbar so ziemlich alles verändert.

Die Situation wandelt sich häufig grundlegend, wenn sich Eltern für das Tragen ihres Kindes entscheiden. Es scheint paradox, dass Entlastung eintritt, sobald man sich mit dem Kind „belastet“. Beide Hände sind wieder frei, um den alltäglichen Beschäftigungen nachzugehen. Haushalt und Kochen können wieder nebenbei erledigt werden. Die Sorge, ob es dem Kind gut geht, erübrigt sich, denn dies ist jederzeit spürbar. Die Bedürfnisse des Kindes nach Nähe und Körperkontakt und danach, bewegt, angeregt und „unterhalten“ zu werden, erfüllen sich nebenbei. Es wird die Zeit gewonnen, die man sonst händchenhaltend am Bett verbrachte, um das Kind zum Mittagsschlaf zu bewegen. Dieses schläft nun mühelos am Körper ein, sobald es müde ist. Der Alltag bekommt wieder Struktur. Man beginnt wieder Herr des eigenen Lebens zu sein. Da getragene Kinder fast immer zufrieden sind, gibt es auch kaum mehr Situationen, die man zuvor gemieden hat, aus Angst, dass man mit dem nörgeligen Kind unangenehm auffallen würde. Die Hindernisse, die einem Kinderwagen im Weg stehen, entfallen. Beim Rausgehen müssen weniger Sachen angezogen werden, da man das Baby mit dem eigenen Körper wärmt. Selbst Feierlichkeiten am Abend können wieder besucht werden, da man das Bett immer dabei hat und nervenaufreibende Einschlafschwierigkeiten der Vergangenheit angehören.

Viele Eltern entdecken das Tragen bei der Geburt eines zweiten wenig jüngeren Geschwisterkindes, sie würden die Situation anders gar nicht bewältigen, da sie mit dem ersten Kind noch „alle Hände voll“ zu tun haben.


glg pitti

 
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