baki
Hallo zusammen, ich weiß nicht ob das hier rein gehört, aber wollte einfach mal meine Situation schildern weil ich nicht mehr weiter weiß. Ich (m35) und meine Freundin (29) sind nun seit 8 Monaten zusammen. Sie hat 2 Kinder aus erster Ehe. Vorab, ich weiß das alles sehr schnell ging. Wir wollten nach 3 Monaten zusammen ziehen da ich die meiste Zeit sowieso bei ihr verbracht habe. Sie bekam dann aber kalte Füße, distanzierte sich. Nach einigen Tagen Abstand, die ich in meiner Wohnung verbrachte, kam sie dann wieder auf mich zu und sagte mir, dass das alles vielleicht etwas zu schnell ging. Im Dezember zu Weihnachten erhielt ich dann einen Umschlag. Von ihr und den Kindern, mit der Frage ob ich bei ihnen einziehen möchte. Ich freute mich natürlich sehr, weil ich sie und die Kinder in mein Herz geschlossen habe. Ich kündigte also meine Wohnung und brachte all meine Sachen zu ihr. In der kennenlern Phase schon sprachen wir darüber wenn alles passt, ein gemeinsames Kind zu bekommen. Im Januar dann, sind wir diesen Schritt auch gegangen. Wie gesagt, ich weiß dass das alles sehr schnell geht. Nach wenigen Versuchen wurde sie dann auch schwanger. Ich freute mich riesig, sie war jedoch erstmal vorsichtig, weil sie bereits 2 Fehlgeburten in ihrem Leben hatte und erstmal die 3 Monate abwarten wollte, was ich voll und ganz verstehen konnte. Seit sie weiß dass sie schwanger ist, distanzierte sie sich auch. Sie kuschelt weniger, wir küssen uns weniger und reden eigentlich nur noch über Alltag und Arbeit. nach 2 Monaten Schwangerschaft wurde sie dann aber noch ruhiger. Ich dachte das wird an den Hormonen liegen. Hab immer mal wieder gefragt ob alles gut ist. Dann, vor 2 Wochen, sagte sie mir dass sie das Kind nicht möchte. Das sie viel nachgedacht hat, jetzt schon überfordert ist, sich deprimiert fühlt und nicht weiß ob sie das alles hinbekommt, mit den 2 Kindern die sie ja schon hat (6 und 4 Jahre alt) Für mich war das natürlich ein Schock weil wir bereits über Namen sprachen und ich auch bei den Arztterminen dabei war und den Herzschlag gesehen habe. Sie sagte sie sei schon ne Woche am zweifeln. Ich wusste nicht wie ich mit der Situation umgehen soll, habe natürlich mit ihr diskutiert weil wir uns zusammen dazu entschieden haben. Sie sagt es ist ihr Körper und ihre Entscheidung. In ihrer Ehe hatte sie eine sehr toxische Beziehung zu einem Mann der auch gewalttätig wurde. Sie sagte mir dann auch das alte trigger zurück kommen und sie sich nicht von einem Mann abhängig machen möchte. Das sie sich gerade selbst verliert und nicht weiß ob sie das mit uns überhaupt noch möchte. Seitdem war natürlich Spannung im Haus. Um das nicht die Kinder spüren zu lassen bin ich nun erstmal zu meinem Bruder gezogen. Wir haben telefoniert, ich fragte ob ich zurück kommen kann. Sie sagte sie möchte erstmal mit den Kindern alleine bleiben, da diese Spannung im Haus nicht gut für diese sind da sie das mitbekommen. Zusatzinfo: der neue Mietvertrag ist noch nicht unterschrieben und meine Wohnung ist an jemand neues vermietet. Ich sagte ihr das ich nicht ewig bei meinem Bruder bleiben kann und das ich alles für sie aufgegeben habe. Sie sagte sie weiß nicht ob sie den neuen Mietvertrag möchte, da sie damit Sicherheit aufgeben würde, weil sie Geld vom Amt bekommt. Ich hatte hier im Forum mal gelesen das durch die Hormone verursacht einige Frauen ihren Mann nicht leiden können. Ich erzählte ihr davon und sie sagte sie macht wahrscheinlich gerade das gleiche durch. Ich bat sie darum zurückkommen zu dürfen um für sie da zu sein. Sie umgeht das aber mit Diskussionen. Wichtig zu erwähnen ist vielleicht noch dass sie adhs hat und viele schlimme Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht hat. Ich weiß nun echt nicht mehr weiter. Gebe ich ihr Zeit? Oder will sie mich vielleicht wirklich nicht mehr? Vielleicht hat ja jemand mal was ähnliches erlebt und kann mir weiterhelfen? Ich danke schon mal im Voraus.
Hallo baki, ich finde es sehr mutig von dir, hier zu schreiben. Meistens schreiben Frauen und sie verstehen sich auch gegenseitig. Die Seite des Mannes kommt oft nicht zur Sprache oder halt durch die Art, wie eine Frau den Mann versteht. Was du beschreibst, erleben sicher viele Männer so. Dass auf sie Bilder von toxischen Männern projiziert werden und sie ihre Liebe gar nicht mehr zum Ausdruck bringen können, ohne dass sie verdächtigt werden, dass dahinter doch wieder nur Machtansprüche oder Ähnliches stehen. Frauen untereinander wiederum verstehen es sehr gut, wenn eine Frau sagt, dass sie Sorge hat, sich zu verlieren und nicht abhängig sein möchte. Bei deiner Freundin ist sehr viel vorgefallen, was sie unerwartet einzuholen scheint, selbst wenn sie auf einem guten neuen Weg unterwegs ist. Auch nach längerem Nachdenken und bewussten Entscheidungen ist sich nicht sicher. Eine Diagnose wie ADHS macht einen Menschen vielleicht misstrauisch sich selbst gegenüber: Ist meine Entscheidung jetzt aus einem „gesunden“ Moment entsprungen? Die hormonelle Umstellung (sie ist physiologisch und nicht pathologisch) kann zur Verwirrung beitragen. Bist du denn freiwillig gegangen, also, war es deine Entscheidung, aufgrund der Spannung vorübergehend auszuziehen? Hat sie das mit der „Spannung im Haus“ zuerst gesagt oder aufgegriffen? Vielleicht tut es auch nichts zur Sache. Dir gegenüber ist es krass, man könnte fast sagen „toxisch“, denn du stehst quasi auf der Straße. Sie gibt dir nicht direkt eine Antwort, sondern kommt ins Diskutieren. Da werden wohl auch Verhaltensweisen wieder wach in ihr. Seht ihr euch jetzt gar nicht? Hältst du dich zurück? So weit in der Schwangerschaft noch abzutreiben bedeutet für sie schon einen schweren Schritt. Ob sie dir erzählen mag und du sie fragen könntest, inwiefern es mit dir zu tun hat? Für dich als Rückhalt, um standzuhalten, wenn alte Bilder auf dich fallen, brauchst du natürlich jemand. Deshalb: gut, dass du hier geschrieben hast. Ob du deine Freundin da wieder auffinden könntest, wo sie im Dezember war? Was sind ihre Hoffnungen und Träume? Was hat sie bewogen, dich im Dezember einzuladen? Sie mit den Kindern hat den Brief geschrieben. Bei allen ist eine große Sehnsucht nach einer heilen Familie. Fehlgeburten sind oft auch der Grund für einen Kinderwunsch. Wärst du auch bereit oder bereit gewesen, ihr die volle Sicherheit (incl. Heirat) zu geben? Dass eine Frau nach Gewalterfahrung neu vertraut, kommt an ein Wunder. Mit dir ist das Wunder schon sehr weit gediehen. Gib nicht auf, wenn du sie liebst. ❤️
Hallo, danke für die schnelle Nachricht. Ja, der Gedanke ihr freiraum zu geben kam tatsächlich von mir. Nur denke ich das wir eigentlich auch lernen müssen, solche Probleme gemeinsam zu bewältigen. Die Spannung im Haus habe ich angesprochen. Wir sehen uns im Moment gar nicht, jedoch ist mein Drang nach Klarheit von Tag zu Tag größer, weshalb ich ihr in den letzten Tagen wohl auch etwas auf die Nerven gegangen bin. Sie sagte ich löse ihre trigger unbewusst aus und merke das oft auch gar nicht. Ich hab ihr angeboten mir das alles zu erklären, aber momentan besteht der Kontakt nur über Handy. Das wir heiraten war auch geplant. Es fehlte lediglich der Antrag. Doch nun möchte sie das scheinbar alles nicht mehr und sagte mir sie möchte von keinem Mann abhängig sein.
Hallo und danke dir! Ich habe eben eine Benachrichtigung bekommen und habe grade noch Zeit. Ich kann dich sehr gut verstehen: Du wolltest ihr nicht zu nahe treten, grade wenn sie dir die Signale von triggern gegeben hat. Und das macht vorsichtig und unsicher und leitet eher Rückzug ein. Gerade das kann sie wiederum in Gefühleräume bringen, wo ihr gar nicht wohl ist, weil sie ganz sicher Nähe möchte. Wenn mit Nähe dann wieder negative Gefühle ausgelöst werden, ist sie völlig im Zwiespalt. Vielleicht meint sie das mit "sich selbst verlieren". Du könntest dich an die Beratung profemina wenden (profemina org). Du erreichst eine Beraterin auf der kostenlosen hotline. Ich weiß von einer Freundin, dass sie sehr aufmerksam hören und auch Paare sehr sehr gut Coachen, auch wenn schlimme Vorerfahrugen vorliegen. Insofern kannst du als Mann dort anrufen, weil es ja um euch beide geht, um sie, um die Frage, ob sie die Schwangerschaft aufrechterhalten kann und was wäre, wenn sie es nicht tut - es liegen ja mit den Fehlgeburten schon schmerzliche Erfahrungen vor. Vielleicht kannst du auf diesem Weg für dich Unterstützung bekommen, ob und und wie du den Kontakt jetzt wieder mehr aufnehmen kannst. Ich glaube, es ist eine wirklich gute Beratung und v.a. erreichbar und offen auch für Männer. Auch wenn sie profemina (also für die Frau) heißt. Und persönlich: Ich kenne es von mir, wie ich meinen Mann schier in die Verzweiflung treibe, weil ich nicht auf den Punkt bringen kann, was ich mir eigentlich wünsche. Auch ohne ADHS. Und er dann gerade auch noch das Falsche tut. Insofern könnte es sein, dass sie eine Bewegung in Gang gesetzt hat, die sie nicht wirklich will. Beste Wünsche und Hoffnung!
bitte, bitte nicht profemina. denen ist der psychische zustand der frau herzlich egal. dahinter steckt ein christlich-fundamentalistischer verein. der verein ist eine gute anlaufstelle wenn man eine entscheidung für das kind getroffen hat (und daher keinen beratungsschein braucht) aber informationen über finanzielle hilfen/zuschüsse sammeln möchte. das können sie gut. sie haben auch zugriff auf private gelder als belohnung fürs nicht-abtreiben. vielleicht kann der/die eine oder andere berater*in dort auch gut zuhören aber deine freundin braucht mehr als ein offenes ohr. psychiatrische hilfen bieten sie nicht an und vermitteln sie auch nicht. im gegenteil. ich habe schon erlebt dass eine frau nach einer abtreibung weggeschickt wurde weil sie ja selber schuld ist an ihrem psychischen zustand. das war dann die gerechte strafe und da muss man dann halt durch. schrecklich!! ich habe nicht den eindruck dass es bei euch in 1. linie um abtreibung ja/nein geht und auch nicht um finanzielle probleme sondern darum dass deine freundin psychische probleme hat und dabei professionelle hilfe braucht. es ist nicht selten dass eine schwangerschaft alte wunden öffnet die man eigentlich für verarbeitet hielt. deswegen würde ich mich gar nicht an irgendeinen schwangerschaftshilfeverein wenden sondern direkt an eine pschologische beratungsstelle/hotline.
Eine andere psychologische Beratungsstelle oder hotline ist natürlich auch gut. Was würdest du denn empfehlen? Ich dachte an profemina, weil hier viele Themen zusammenhängen. Und das Kind war ja gewollt. Die alten Verletzungen erwachen wieder und das Finanzielle spielt auch eine Rolle. Und die Paarbeziehung. Daher ist die Beratungsstelle auch für Männer eine Anlaufstelle. Und sei es, um zu trösten und zu ermutigen. Ich kann nur Positives berichten, weiß aber, dass profemina sehr in der Kritik steht. Die Religion ist mir ehrlich gesagt egal. Das mit Belohnung für´s Nichabtreiben klingt schon krude. So kann man Unterstützung natürlich auch verstehen. Jeder Mensch kann sich selbst ein Bild machen. Man kann anrufen, fragen und sehen, ob was rumkommt für die eigene Situation und das Gespräch beenden, wenn nicht. Ich für mich kann nichts Negatives sagen. Baki - wenn er es dort versucht, berichtet vielleicht von seiner Erfahrung.
Kleines Update: Sie sagte mir das die räumliche Trennung ihr gut tut. Es hat ihr Druck genommen und sie ist ruhiger geworden. Sie möchte das erstmal so beibehalten. Auf die Frage ob sie mich vermisst, kam ein "hm". Ich habe so allmählich das Gefühl das sie uns nicht mehr möchte. Ich meine, Hormone hin oder her, man vermisst doch trotzdem seinen Partner wenn er tagelang nicht da ist oder? Sie sagte mir auch das sie bald den Termin für den Abbruch hat, völlig ohne Emotion, was mich auch ziemlich traurig macht.
Guten Morgen dir! Nun habt ihr doch wieder Austausch! Habt ihr euch gesehen und gesprochen oder geschrieben? Es klingt so, als würde sie sich im "allein"Modus wieder einrichten. Das scheint ihr ein sicherer Boden zu sein. Ihr bekanntes Terrain. Es bedeutet Trennung von dem, was ihr eigentlich lieb und wertvoll ist, was sie aber überfordert. Ob es mehr das Kind ist oder du? Oder beides zusammen? Sich durch das Kind gebunden fühlen? Das "ohne Emotion" klingt nach Überlebensstrategie. So wie sie Trennung vielleicht auch in vorigen schwierigen Situationen geschafft hat. Du bist traurig. Du liebst sie und vermisst sie. Und so schwer, ihr das ausdrücken. Das ist sehr schmerzhaft für dich. Möchtest du noch einen Versuch wagen, ihr näher zu kommen?
Hallo Baki, deine Situation ist schwierig. Du liebst deine Freundin und willst auch dein Kind nicht verlieren. Sie lässt momentan allerdings keine Nähe zu, was nach einer toxischen Beziehung auch wirklich nicht einfach ist und gewisse Skepsis ihrerseits ist da "normal". Gerade jetzt wo sie viele Hormone durch die Schwangerschaft aufkommen herrscht einfach Gefühlschaos. Wenn sie sagt sie wäre mit einem weiteren Kind überfordert, ist die Frage an dich zu was wärst du denn bereit? Könntest du dir vorstellen erstmal in Elternzeit zu gehen und deiner Freundin somit auch viel von der Last, die sie derzeit verspürt abzunehmen? Man kann auch in einer Schwangerschaft in eine Depression verfallen und überfordert sein, hört sich bei deiner Freundin so ein bisschen danach an. Kann sie da eventuell mit einer Hebamme oder sonst jemand reden? Du schreibst ihr habt viel diskutiert. Wie liefen die Gespräche ab? Waren hier eventuell auch Vorwürfe von deiner Seite dabei? "Das haben wir doch gemeinsam entschieden./ Du kannst nicht einfach entscheiden./ Du darfst nicht abbrechen....." Ich war nicht dabei und will auch nichts unterstellen. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass solche Sätze in der Enttäuschung auch schnell mal gesagt sind. Und deine Freundin sich dadurch noch mehr unter Druck fühlt und sich nicht verstanden fühlt und dadurch erst Recht auf Distanz geht. Du schreibst im Dezember hat sie und ihre Kinder einen Brief an dich verfasst. Vielleicht ist das ein Weg ihr zu zeigen, dass du sie respektierst und sie dir wichtig ist. Briefe haben in der Regel den Vorteil, dass man seine Worte gut überlegt. So kannst du deine Sichtweise ohne Vorwürfe schildern. Ihr sagen, dass du verstehst, dass sie überfordert bist, du für sie da sein willst und auch, dass du das Kind gerne behalten willst. Hier wie gesagt selbst mal überlegen, was du bereit bist alles zu machen und ihr das ebenfalls mitteilen. Für dich selbst mal überlegen, was wäre wenn die Beziehung nicht halten würde. Wärst du dann auch bereit, dass das Kind bei dir aufwächst? Das könnte deine Freundin auch überfordern, ihr seid sehr kurz zusammen, sie hat schonmal erlebt, dass sie plötzlich ohne Mann 2 Kinder hat, was ist, wenn es mit euch beiden nicht klappt? Hat sie dann plötzlich 3 Kinder und muss sich weitestgehend alleine um diese kümmern? So ich hoffe es hilft dir bzw. euch etwas weiter. Weißt du denn wann der Abbruch geplant ist (also wieviel Zeit du noch hast)? Denn Druck machen ist für sie vermutlich schwierig, hier läuft ja allerdings die Zeit.... :-( Beste Grüße Lay
Hallo Lay, danke für deine Nachricht. ich habe ihr angeboten in elternzeit zu gehen, aber das hat sie direkt abgeblockt. Sie sagte mir dass sie Depressionen hat und dass sie sich fühlt als wäre sie in einem Loch. Eine Hebamme möchte sie nicht. Die einzige Person die zu ihr durchdringen könnte momentan wäre ihre Mutter, doch sie sagte mir, solange sie nicht von sich aus kommt wird sie da nichts machen können ohne ihr das Gefühl von noch mehr Druck zu geben. Sie kam eines Tages mit der Nachricht sie möchte das Kind nicht und das sie schon ne Woche drüber nachdenkt. Ich sagte ihr das wir das bei der ersten Unsicherheit zusammen hätten besprechen können. Sie sagte mir, sie hatte Angst das ich sie dann überreden würde. Ich wollte einfach nur, das wir zusammen ne Entscheidung treffen. Weil die Entscheidung schwanger zu werden ja auch von beiden getroffen wurde. Und das man mit seinem Partner reden sollte, wenn man was auf dem Herzen hat. Ich habe ihr auch gesagt, dass sie immer zu mir kommen kann wenn irgendwas sie bedrückt oder sie ihre Gefühle mitteilen möchte. Ich habe eine Trennung nie in Erwägung gezogen weshalb auch nie das Thema aufkam bei wem das Kind dann bleibt. Sie erzählt mir nicht mehr alles. Ich weiß nur das sie heute einen Termin hat damit der Abbruch übernommen wird. Theoretisch hat sie ja nur noch diese Woche Zeit wenn man davon ausgeht das es nur bis zur 12. Woche passieren darf. Sie lässt leider auch absolut nicht mit sich reden im Moment.
Hallo baki und Lay, bisschen wie eine kleine Runde um deine Freundin, die sich so eingeigelt hat. So kennt es ihre Mutter auch von ihr. Das ist schwer auszuhalten. Wie kam sie denn wieder heraus aus ihrem Versteck? Was sagt die Mutter - du hast sie vielleicht auch aktuell kontaktiert? Oder du selbst hast es auch schon erlebt. Die Situation jetzt ist nochmal ganz besonders. Sie will in ihrem Entschluss (ihrem sekundären Entschluss) nicht gestört werden. Es könnte für sie etwas mühsam Aufgebautes zusammenbrechen, eine Art Sicherheit, nämlich auf sich selbst gestelllt zu sein vielleicht? Daher erzählt sie nicht mehr alles und verschließt ihre Emotionen. Ihre einzige Möglichkeit vielleicht, ihre Gefühle unter Kontrolle zu behalten. Du könntest ihr vielleicht den Tipp mit profemina zukommen lassen. Keine Frau macht einen Abbruch "leicht" und "für sich". Es ist meistens ein Teil Ablehnung dabei, der auch auf sie als Person zurückwirkt, auch wenn sie sicher ist, es jetzt für sich und ihre Kinder zu tun. Ein Stück Selbstverletzung könnte es bei ihr sein. Souverän und glücklich mit der Entscheidung wirkt sie eher nicht. Du kannst selbst kannst da auch anrufen. Ich denke auch mit Verstecken haben die Beraterinnen (Psychologinnen, Ärztinnen) Erfahrung. Ich glaube, sie ahnt nicht, wie sehr du zu ihr stehst. Und du kannst es ihr nicht vermitteln. Eine "Vermittlung" wäre da ein Hoffnungsschimmer. Wenn heute das Vorgespräch war, könnte der Abbruch morgen sein. Will sie das denn alles alleine durchstehen? Mit ihren Kindern um sich?
Die Mutter sagte, sie hat sie gefragt ob sie sicher ist, sie sagte ja und das reicht ihr als Antwort. Sie will sie nicht unter Druck setzen und riet mir das gleiche. Sie sagte ich soll etwas auf Abstand bleiben damit sie selber klar denken kann. Ich meine, sie kennt sie ja am besten. Sie wird keine Beratung eingehen weil sie denkt sie ist sich sicher. Mir ist eben auch mal aufgefallen das ich seit einer Woche den Kontakt initiieren muss. Es kommt nichts einfach so von ihr. Die Kinder wissen nichts von der Schwangerschaft. Sie wird es wahrscheinlich machen während sie im kiga bzw. Schule sind. Denke also, sie will es mit sich selbst ausmachen.
... sie will es mit sich selbst ausmachen. Und gerade das tut so weh. Und sie hält alle Liebe von sich fern. Sogar medizinisch gesehen ist das bedenklich. Die Mutterbeziehung kann auch zu den schmerzlichen Beziehungen gehören. 😌 Manchmal wünscht man sich wie ein Dornröschen, dass jemand die Dornenhecke überwindet. Denkst du, sie ist glücklich nach dem Abbruch?
Ich denke es wird ihr weh tun. Und das sie es bereuen wird. Sie hatte ja bereits 2 Fehlgeburten in ihrem Leben. Und sie sagte das sie Schuldgefühle hat während sie weinte als sie mir davon erzählt hatte. Ich sagte ihr auch als sie mir erzählte das sie das Kind nicht möchte, dass sie schon durch die 2 Fehlgeburten so gelitten hat. Ob sie sicher ist, dass sie das jetzt wirklich möchte. Darauf sagte sie mir nur dass sie das weiß und sich dennoch sicher ist.
Du bist ja doch richtig gut mit ihr im Gespräch und sie öffnet sich und antwortet dir und zeigt sich dir auch in ihrer Ambivalenz.
Hallo Baki, hast du sie nochmal erreicht? Ihr "komm-her-lass-mich" vielleicht irgendwie überwinden können? So ein wirklicher Abschied war ja auch noch nicht zwischen euch, eher "nur" Abstand. Bindungsangst hat oft mit den ersten Erfahrungen zu tun. Und werden dann "wiederholt". Die Überwindung ist ein Wunder. Wie das Leben selbst doch auch. Alles Liebe für dich und einen guten Weg durch diese schwere Zeit, falls du nicht weiter schreibst hier - aber vielleicht noch liest.
Sie rief mich tatsächlich an und sagte mir das morgen der Termin für den Abbruch ist. Sie wollte es mich wissen lassen. War aber auch nur kurz angebunden und hat aufgelegt.
Du bist also noch da ... und das Kind auch ... und die Kommunkation auch ... was denkst du?
... schwer alles für dich .. 😌 Es geht mir auch nah.
Hallo Baki, ich krieg deine Situation nicht aus dem Kopf. Deine Freundin wollte dich wissen lassen, dass morgen der Termin ist. Das ist richtig viel von ihrer Seite! Da steckt etwas drin. Ich spüre in dieser Mitteilung eine Erwartung an dich, die sie nicht deutlich zum Ausdruck bringen kann. Ich bin mir sehr sicher, sie hofft auf Resonanz. Eine andere, als sie aus anderen Momenten kennt. Eine überzeugt liebevolle Reaktion. Es bleibt verborgen, was genau mit ihr los ist. Ob es alte Ängste sind, ob eine depressive Phase ... Du jedenfalls darfst jetzt was riskieren. Du zeigst dich dann als einer, der sich nicht bange machen lässt - du bist und bleibst der, der sich zu ihr stellt. Das kannte sie bisher noch nicht. Du könntest sie und die Kinder (oder ihre Mama zu den Kindern bestellen?) mit einem Blumenstrauß abholen und "entführen" zu einem Wochenende. Auf jeden Fall bei ihr auf der Matte stehen. Ich hab das mal bei einer Freundin in einer verzweifelten Lage gemacht, sie wollte mich nicht reinlassen und war dann sehr sehr froh, dass ich mich nicht abwimmeln ließ. Du liebst sie doch und würdest es nur deshalb machen. Was ist die Alternative? Wie wäre es für sie und für dich dich selbst, wenn du nichts unternimmst? Du weißt, dass es ihr nicht gut gehen wird. Das weiß sie selbst sogar und sagt es. Und dir würde es auch nicht gut gehen, vermute ich. Was aus euch beiden werden würde nach dieser intensiven Zeit? Und auch aus ihr und ihren Kindern, zu denen du eine positive Beziehung aufgebaut hast Du kannst nur gewinnen, wenn du jetzt etwas riskierst. Es kann sein, im Tiefsten wartet sie drauf, dass du mutiger und liebevoller Mann zu ihr durchdringst. Vielleicht richtet sie ihre Mauern so hoch auf, um deine Stärke zu prüfen. Bist du anders als andere Männer?? Du möchtest doch zu ihr stehen, jetzt und weiterhin und auch zu eurem Kind. Zeig ihr, dass du dich auch von ihren Stacheln nicht beeindrucken und bange machen lässt. Du liebst sie, ihre Kinder und dieses gemeinsame Kind sowieso. Du hast deine liebevolle Behutsamkeit gezeigt. Jetzt darfst du deine liebevolle Stärke zeigen. Und deine Kreativität.