Mitglied inaktiv
Da ich mich jetzt doch schon öfter wo eingeklinkt habe, möchte ich mich endlich mal vorstellen. Ich gehöre eigentlich nicht mehr hier herein, da ich inzwischen in der 36. Woche schwanger bin. Vor ziemlich genau einem Jahr durften wir erst einmal erfahren, dass wir unseren Kinderwunsch höchstwahrscheinlich nur mittels einer ICSI erfüllen könnten, wenn überhaupt. Die Werte meines Mannes waren mehr als mau (OAT-Syndrom), bei mir schien alles zu passen. Ich war 33, mein Mann 35, also weder besonders alt noch jung genug, noch Jahre zu warten. Ich empfand es als ziemlich schlimm, niemanden zu haben, bei dem ich mich ausquatschen konnte, meinem Mann war die Sache natürlich sehr unangenehm und obwohl es nur ein halbes Jahr dauerte, bis ich schwanger wurde, kam es mir wie eine Ewigkeit vor. Tja, wir wissen nicht, was die Werte in den Monaten verbesserte, weil wir einfach alles ausprobierten. Aber im September ergab ein Nachtest beim Urologen 13 Mio von wesentlich besserer Qualität und am Tag darauf war mein erster Schwangerschaftstest bereits positiv. Ich weiss aber inzwischen, wie unglaublich schwer es ist, geduldig zu sein und die Ruhe zu bewahren und "es einfach mal zu vergessen" und dass man auch ohne Kinder glücklich sein kann und den ganzen Scheiss, den man sich anhören darf. Ich weiss, wie grässlich die "Tage davor" sind, wenn man merkt, sie kommt wieder, es hat wieder nicht geklappt. Ich weiss aber auch, wie dankbar ich bin über dieses Baby, das da in mir wächst und dass ich es immer ein bisschen mehr schätzen kann, als wenn es "einfach so" geklappt hätte. Und ich lese immer noch gerne im KiWu-Forum, vielleicht, weil man hier mit so vielen Frauen hoffen darf, dass auch bald das Wunder geschieht ... Liebe Grüße, Pinguin
Hallo Pinguin! Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Deiner Schwangerschaft. Lange wird sie ja nicht mehr dauern ;-)) Aber mal eine Frage, was habt Ihr denn alles gemacht, um die Spermienqualität zu verbessern? Aus eigenem Antrieb oder auf ärztliches Anraten? Vitame? Hormonpräparate? Medikamente? Bitte, bitte, ich will mehr wissen! Schon mal vielen Dank und jetzt schon eine kurze und schmerzfreie Entbindung! gosi
Also, vom Arzt hat mein Mann eigentlich nur Tamoxifen verschrieben bekommen. Das soll die produzierte Menge der Spermien ein bisschen ankurbeln. Gibt man normalerweise Frauen mit Brustkrebs (Antiöstrogen) Wirkt wohl nicht bei allen Männern, aber es ist den Versuch Wert. Von ärztlicher Seite war es das dann. Keine weiteren Vorschläge, keine Ideen. Mein Mann hat dann hochdosiert Vitamin C und E, Zink und Selen genommen. Das habe ich mal im Netz gelesen. Heisse Bäder (er hat oft mit dem Rücken zu tun) waren tabu, keine Sauna, die Temperatur vom Wasserbett haben wir auf 27 Grad heruntergedreht. Nachts hat er keine U-Hose getragen, tagsüber weite Bermudas. Er hat wieder mal mit Sport begonnen (Laufen, mind. 2 mal die Woche ca. 10 km) Auch wenn das keinen direkten Zusammenhang haben mag, es baut einfach Stress ab und der soll ja recht schädlich sein. Wir haben auf recht gesunde Ernährung umgestellt. Viel Obst und Gemüse, möglichst Bio. Und dann hatten wir im Sommer noch einen recht gemütlichen Urlaub, sind daheim geblieben und haben es uns einfach gut gehen lassen. Vielleicht hat vieles nur ein bisschen geholfen, aber die Summe macht es wohl aus. Und 20 - 30 mio., wie immer als Untergrenze angegeben wird, ist schon ziemlich viel. Frau braucht nur einen Flitzeschwimmer, der durchkommt, um schwanger zu werden. Eigentlich haben wir erstmal gehofft, dass wir soviel verbessern können, dass es für eine IUI reicht. Dass es so schnell klappt, hätte ich gar nicht zu hoffen gewagt. Ach ja, und dann haben wir in dem Monat, in dem es klappte, an den zwei Tagen direkt vorm Eisprung geübt. Vorher ist natürlich ein bisschen Enthaltsamkeit geboten. Aber wer weiss, vielleicht war es ein ganz frischer Schwimmer vom zweiten Tag. Ich glaube auch, es tut den Männern gut zu wissen, dass etwas getan wird. Ein bisschen Psyche ist sicher auch dabei. Dann wünsche ich euch viel Glück beim Ausprobieren und danke für die guten Wünsche. Pinguin
Hallo Pinguin! Zuerst mal herzlich willkommen und *toitoitoi* für den Rest der SS und die Entbindung! Ich kann dir nur zustimmen: wenn man sich über längere Zeit nichts sehnlicher wünscht als ein Baby und sich auch schon mit dem Gedanken trägt, wohl nie ein Kind haben zu dürfen, dann kann man es weitaus mehr schätzen, wenn man doch ein Baby bekommen darf! Mein Sohn ist für mich das größte Glück der Welt - ich bin so dankbar, dass ich ihn haben darf! Ich habe schon oft beobachtet, dass Frauen die sofort schwanger wurden oder sogar ungewollt schwanger wurden gar nicht schätzen was sie für ein Geschenk bekommen haben. Deshalb sehe ich die Wartezeit im Nachhinein auch nicht mehr so negativ - auch wenn es eine schlimme, nervenaufreibende, belastende Zeit war und ich jetzt wieder ungeduldig auf die nächste SS warte! Viele Grüße! Tina
Hallo Pinguin, schließe mich den Worten von Lucky Luke an. Bin auch immer sehr dankbar über mein Kind, das ich so mühsam bekommen durfte. Auch die Geburt war alles andere als bei "normalen" Kindern, aber: ich hab´s geschafft und werde es vielleicht wieder schaffen. Ich finde Deine Worte auch sehr treffend. Es tut einfach gut, solche Gleichgesinnte zu hören. Wünsche Dir ein wundervolles Kind.Grüßle hermana